Donnersbergkreis Zellertaler Kapitän Zinser atmet tief durch

Zellertal. Harald Zinser atmete tief durch. Erleichtert – als ob ihm eine tonnenschwere Last vom Herzen gekracht wäre. „Wir sind wieder gut dabei. Das bringt Zuversicht“, sagte der Kapitän der TSG Zellertal gelassen. Pflicht erfüllt: Den TV Maudach, abgeschlagenes Kellerkind der Bezirksliga Vorderpfalz Nord, schoss die TSG eiskalt 9:4 ab. Damit stößt sie den Rivalen nicht nur – vermutlich – aus der Liga. Sie selbst verlässt auch die Abstiegszone.
Das Drama des Hinspiels brannte sich plötzlich ins Zellertaler Kollektivgedächtnis. Der „Horror-Trip“ im Oktober flammte auf. Nur kurz, aber immerhin so stark, dass Harald Zinser noch mal zitterte. „Zum Glück haben wir nicht nachgelassen“, stöhnte der TSG-Mannschaftsführer befreit auf. 7:3 führte sein Sextett damals, ein 8:8 kassierte es. 7:1 führte es diesmal – und der Tabellen-Letzte startete wieder die Aufholjagd. Zellertals Ersatz Bernd Stumpf, Stefan Müller und Walter Fromkorth verloren alle um ein Haar. 8:4. Doch Alexander Fischer – in der Rückrunde bisher eine Bank – blieb cool und zwang Reza Abadi mit 3:1 in die Knie. „Wir waren von Anfang an konzentriert. Jetzt haben wir ein Mini-Polster und können nach vorne schauen“, freute sich Zinser ob des Verlassens der roten Zone. Folgt nach der Pflicht die Kür?Punkte für die TSG: Zinser/Ermel, Müller/Fromkorth, Ermel (2), Müller, Fromkorth, Fischer (2), Zinser.Bezirksliga Westpfalz NordTTC Winnweiler – TTC Bann 9:1. Nach und nach brach Bann zusammen. Erst fiel dem Schlusslicht Christoph Götzinger aus. Und weil der TTC Bann Zählbares ohne ihn schon im Voraus abhakte, verbannte er auch seinen lädierten Star Dirk Edinger – sicherheitshalber – nach Hause aufs Sofa. Zum Auskurieren, für die heißen Kellerduelle. Anders: Der Liga-Letzte hatte verloren, noch bevor er zum ersten Aufschlag ansetzte. „Bann ist zu dem Schluss gekommen, keine Chance zu haben. Edinger sollte sich dann schonen. Ohne ihn ist nichts drin, wobei er auch gegen uns mit halber Kraft hätte gewinnen können“, gab Winnweilers Spielführer Gunter Franck zu. So waren die Bänner aber – wie auch schon während der gesamten Hinrunde – nur Kanonenfutter. Einzig Frank Willems „noppte“ Günter Haag mit 3:1 weg. Der Ehrenpunkt. Winnweiler hält den Kurs Relegation. Punkte für den TTC: Pfannenstein/Wiegand, Müller/Franck, Haag/Böttger, Wiegand (2), Müller, Böttger, Franck, Pfannenstein.WTTF Ramstein – TTF Rockenhausen 2:9. Platt und mit perplexem Blick schüttelte Michael Kuntz den Kopf. „Dass es so ausgeht, hätte ich nie gedacht. Heute waren wir einfach geil drauf“, staunte der Rockenhausener, der mit seinem souveränen 3:0 über Michael Ciolek gerade den neunten TTF-Punkt, damit den nächsten Zweier markiert hatte. Der Aufsteiger stürmte los wie entfesselt: Auf 4:0 zog er davon, einzig Uwe Leitheiser machte dem Namen der Ramsteiner „Löwen“ Ehre. Kuntz kämpfte er mit 3:2 nieder, gegen Günther Rutz hatte er keinerlei Probleme. Leitheiser sackte beide WTTF-Zähler ein – ansonsten präsentierte sich der Vorletzte wie ein Absteiger. Während die TTF mit Meilenstiefeln dem Klassenerhalt entgegen schreiten Punkte für die TTF: Rutz/Bauer, Heintz/Nehm, Kuntz/Portz, Rutz, Bauer, Portz, Heintz, Nehm, Kuntz.ASV Höringen – TSG Kaiserslautern III 0:9. Es macht den Anschein, als hätte der unbesiegte Primus den ASV Höringen schlimm zugerichtet. 0:9, das ist ein derber Schlag. Immer. Dabei waren die Höringer – trotz des Ausfalls von Top-Spieler Marcel Dohmen – gar nicht wehrlos: Die ersten vier Begegnungen gingen allesamt mit 1:3 flöten, die drei folgenden Einzel jeweils unglücklich sogar mit 2:3. Während Martin Seib Polen-Import Arkadiusz Mularczyk beinahe düpiert hätte, roch auch Defensiv-Stratege Herbert Denzer gegen Helmut Fisterer an der Sensation. 2:0 führte er schon. „Zwei, drei Punkte waren sicher drin. Wir hätten ja gerne mit Marcel gespielt, das Satz- und Spielverhältnis ist nicht unwichtig“, meinte Kapitän Wolfgang Frohs. Ganz nebenbei: Als Drittletzter hat der ASV auch die drittschlechteste Spiele-Differenz. Nur Ramstein und Bann stehen tiefer. (ppp)