Donnersbergkreis Zeitreise durch die Stadtgeschichte
Schlag auf Schlag geht es derzeit im Veranstaltungsreigen zum 650. Geburtstag der Stadt Kirchheimbolanden: Nach der Kelten-Klassik und dem Oldtimerfest am vergangenen Wochenende gibt es nun am Samstag von 11.30 bis 18 Uhr auf Einladung des Vereins Heimatmuseum am Grauen Turm Szenen aus 650 Jahren Stadtgeschichte. Es ist eine Zeitreise mit vielen kleinen und großen Beteiligten.
„Von Bürgern für Bürger“, so bezeichnet es Eva Heller-Karneth, die gemeinsam mit ihrem Mann Rainer Karneth das Museum im Stadtpalais leitet. Beide haben viel Zeit in die Organisation investiert. „Wir hatten schon im vergangenen Jahr überlegt, was das Museum zum Stadtjubiläum beisteuern kann“, erzählt Karneth. Schließlich habe man sich mit dem Verein Heimatmuseum auf eine Sonderausstellung, die aktuell läuft, und einen Aktionstag verständigt. Bei diesem Tag werden nun verschiedene Akteure mit den Besuchern durch die Zeit reisen. Auf einer Bühne werden so zahlreiche Vorführungen zu sehen sein. Szenen aus 650 Jahren Stadtgeschichte – von Liedern bis zu kleinen Theatervorführungen. „Dabei geht es nicht um historische Ansprüche“, betont Karneth. So wird es beispielsweise nach einem gesanglichen Willkommen der Kindertagesstätte Ritten eine Vorführung der Kita Louhans zum Thema „Kirchheim(bolanden) gab es schon zur Römerzeit“ geben. Die Messdiener beschäftigen sich mit dem Kloster Rothenkirchen, das Nordpfalzgymnasium mit der Stadtrechtsverleihung, die Kita Villa Kunterbunt mit „fleißigen Handwerkern“, die Herman-Nohl-Schule damit, wie es vor 500 Jahren auf dem Wochenmarkt war, die Azubis von Borg Warner präsentieren die Lehrlingsausbildung in den 1960er Jahren und die Georg-von-Neumayerschule zeigt in einer Komödie, welche erstaunliche Karrieren ehemalige Schüler der Realschule Plus gemacht haben. Dazu gibt es unter anderem barocke Tänze und Klänge der Grundschule, Volkstänze der Trachten- und Volkstanzgruppe, ein Rüpelspiel mit Figuren nach Hans Sachs vom 19. Juli 1554 vom Nordpfälzer Figurentheater „De Borzelkaschde“. Die Schulen und Gruppen hatten dabei die Wahl, ob sie selbst etwas einstudieren wollen oder ihnen der Verein Heimatmuseum etwas vorgeben soll, wie Heller-Karneth erzählt. Sie freut sich über das Engagement – Schüler der Neumayer-Schule werden sich beispielsweise zudem um die Bühnentechnik kümmern. Damit noch nicht genug: Den ganzen Tag über wird die Interessengemeinschaft „Mensch im Mittelalter“ aus Mühlheim am Main das Leben im Mittelalter zeigen – Handwerk, bürgerliches Leben, Spiele, wie Karneth erläutert. Die Gruppe wurde im Jahr 2000 gegründet. „Unser Ziel ist die glaubhafte Darstellung von Bewohnern und Bürgertum von Ortschaften in der Bieger Mark unter anderem im Rahmen eines Haushalts im deutschen Mittelalter um das Jahr 1340, als auch Handwerkerfamilien aus der Gegend von Wien in Österreich“, teilt die Interessengemeinschaft auf ihrer Internetseite mit. Auch an Kulinarischem wird es am Samstag nicht fehlen, wie Eva Heller-Karneth erzählt: Es gibt Speisen und Getränke aus dem Mittelalter. So wird vom Verein Heimatmuseum eine Meerrettichsuppe mit Datteln, Feigen, Traubensaft und Gewürzen sowie eine mittelalterliche Brotsuppe angeboten; dazu an Getränken Quellwasser, Mandelmilch, trüber Apfelsaft oder Malvasier – den Lieblingswein von Martin Luther. Das alles gegen eine Spende. Der Eintritt ist frei.