Donnersbergkreis „Wir haben den König verprügelt!“
WINNWEILER. Mit einem Stück über Rumpelstilzchens Schokoladenseite zeigten die Chorkinder aus den 3. und 4. Klassen, welch verborgene Talente in ihnen schlummern. Auch Schuldirektorin Edith Knötzsch erwähnte abschließend, dass die Truppe nun natürlich sehr gefragt sei und auf Tournee gehe.
Die selbstgemachten Schokoladenspezialitäten waren in der ersten Pause allerdings bereits ausverkauft. Das Festhaus war sehr gut besucht – nicht nur von Eltern der Akteure. Sonja Walther hatte zusammen mit ihrer Mutter Isolde Walther und mit Eva Wolff dieses Stück ausgewählt, um das Schulchorjubiläum (zehn Jahre) in diesem Jahr gebührend zu feiern. Wer Rumpelstilzchen kennt, der wunderte sich vielleicht über eine komplett andere Version der Schüler der Maria-Montessori-Grundschule in Winnweiler. Die Zuschauer aber waren wohl gerade deshalb so begeistert von der Geschichte. Der Schokoladenlieferant (Aylin Conã Schielmann) fungierte vor und nach der eigentlichen Handlung als Erzähler. Wie alle Akteure an diesem frühen Abend, gab Aylin ihrer Figur soviel Leben, als ob sie nie etwas anderes getan hätte. Die drei Mäuse der Chocolaterie, Pinky (Gamze Sarica), Flinky (Maria Abdullah) und Stinky (Eljesa Spahiu), sorgten zwischendurch immer wieder für reichlich Schabernack. Maurice (Janosch Essen), der Enkel Chillottas (Selina Kilic), besang sein Heldentum gleich zu Anfang mit den Worten „Ich bin Mooricee. Und ich genieße.“ Locker und stimmlich sicher sang er von seiner Liebe zur Schokolade und was er doch für ein unglaublicher Schokoladenheld sei. Jeden Tag erschien der König (Fynn Schmitt) zu Chillottas Chocolaterie, um seine Chilischokolade mit den geliebten Glückserbsen zu bekommen. Und wie an jedem Tag bat er Maurice wieder um das Rezept der Glückserbsen: „Hach, hach, hach, verratet es mir doch.“ Mit einer satten Bass-Stimme überzeugte Fynn Schmitt als König und trug so seine Bitte vor. Als die Mäuse des Nachts die Schokoladenkrümel stibitzen wollten, waren sie total enttäuscht: Der Laden war wie geleckt. Und plötzlich hörte man die Großmutter schluchzen, da die geheime Zutat, der Goldstaub, aufgebraucht war. Der Laden müsse nun wohl geschlossen werden. Das hörte Maurice und verkündete heldenhaft, wie er nun mal ist, dass er sich um Nachschub kümmern werde. Dazu musste er in den Munkelwald gehen und den Goldstaub von Rumpelstilzchen stibitzen. Spätestens jetzt sollte man Pummelchen (Alexandra Maximov) erwähnen. Die gute Fee der Chocolaterie begleitete immer stumm, aber fidel die Bewohner der Chocolaterie. Sie ging mit Maurice zum Wald. Musikalisch untermalte der Chor dies mit dem passenden Refrain: „Wääh, brrr, wie dunkel.“ Sie hatte aber dann doch zu viel Angst, so dass Maurice sie nach Hause schickte. Rumpelstilzchen schwelgte in Erinnerungen und hoffte darauf, dass ein Menschenkind sich im Wald verirren möge. Anna Gaedtke spielte das schrullige, unhöfliche Rumpelstilzchen sehr überzeugend – und ließ dem Zuschauer doch keine andere Wahl, als diesen Charakter ins Herz schließen zu wollen. Da erschien, welch ein Glücksfall, Maurice, und Rumpelstilzchen ließ ihn mit einem Zauberspruch sofort erstarren. Nun hatte Maurice aber doch „Schiss“ und fühlte sich nun nicht mehr ganz so heldenhaft. Wie schön ist es aber, dass Rumpelstilzchen einen kleinen Hausdrachen hält Namens Schnuff – Johannes Wolken war mit seiner unschuldigen und entzückenden Art die treffende Besetzung und sorgte schon mit seinem bloßen Erscheinen für Mitgefühl. Da Rumpelstilzchen die Chilischokolade und die Glückserbsen auch so lecker fand, nutzte Maurice einen günstigen Moment, um einige Schlaftropfen in die Schokolade einzuträufeln. Als die dann ihre Wirkung entfaltete, flüchtete Maurice mit Schnuff nach Hause – natürlich nicht ohne den dringend benötigten Goldstaub. Da Rumpelstilzchen aber nicht locker ließ, schoben die Bewohner der Chocolaterie Wache. Dummerweise erschien der König, um das Rezept zu suchen, wurde aber von Maurice, Großmutter und Schnuff auf den Kopf geschlagen. „Wir haben den König verprügelt!“, schrie Großmutter entsetzt auf. Da erschien Rumpelstilzchen wie aus dem Nichts und forderte Maurice und Schnuff für sich. Maurice schlug einen Handel vor. Rumpelstilzchen soll die beiden verschonen, ihnen auch noch den Goldstaub überlassen. Dafür erhielt er lebenslang seine Schokolade gratis. Perfekt! Alle waren damit zufrieden, und die Chocolaterie hieß nun „Rumpelstilzchens Glück“. |gom