Tischtennis
„Wir hängen zur Zeit in der Luft“
„Im Juni hatten wir ein Hygienekonzept abgegeben und durften spielen. Kurz nach dem Schulbeginn wurde die Halle gesperrt“, erzählt Eugen Kuntz, der 1. Vorsitzende der TTF Rockenhausen. In Folge der Sperrung sei auf eine nicht ausreichende Belüftung der Räumlichkeiten in der Turnhalle der Realschule verwiesen worden. „Was heißt denn ausreichende Belüftung?“, fragt sich Kuntz, der immer wieder den Kontakt zum Bauamt sucht. Er bedauert insbesondere seine Nachwuchsspieler, die derzeit den Schläger beiseite legen müssen.
„Es heißt zur Zeit, dass es ohne Schulsport keinen Vereinssport gibt. Wir suchen mit der Kreisverwaltung eine Lösung und wollen zusammenarbeiten“, erzählt Kuntz weiter. Er habe jedoch die Befürchtung, sollten die Messungen negativ ausfallen, dass die Sporthalle bis auf Weiteres nicht mehr aufmacht und es möglicherweise gar bauliche Veränderungen zur Nutzung der Halle brauche. „Wir sind auch schon im Kontakt mit dem Pfälzischen Tischtennisverband und haben die Situation mitgeteilt“, fügt der TTF-Vorsitzende an. Jedoch befürchte er, dass man ohne Halle irgendwann in Terminnot kommt. Auch ein möglicher Heimrechttausch ist keine Allheillösung, dient jedoch vorerst dazu, Zeit zu gewinnen. „Vielleicht können wir zu Saisonbeginn in der Donnersberghalle spielen. Wir hängen zur Zeit in der Luft.“
Der TTC kann seit fast sechs Monaten nicht trainieren
Nicht besser ist die Lage beim TTC Winnweiler. „Es ist eine sehr schwierige Situation für uns“ erzählt Vorstand Gunter Franck. Im Wilhelm-Erb-Gymnasium herrscht eine noch schlechtere Ausgangslage vor, als diese bereits bei den Rockenhausenern der Fall ist. Die kleine Halle werde von Oberstufen-Schülerinnen und -schülern genutzt. „Da hatten wir sonst immer vier Tische aufstellen können“, erzählt Frank, der eine Buchhandlung betreibt. Die große Halle, in der bis zu ein Dutzend Platten aufgestellt werden können, ist vollständig gesperrt. „Die Fenster lassen sich zum Teil nicht öffnen. Das Problem ist aber schon seit Jahren bekannt.“
Die Folge ist, dass der TTC Winnweiler seit nunmehr fast sechs Monaten nicht in die Hallen kann und für seine Teams, die teils in der Ober- und Pfalzliga spielen, kein Training mehr anbieten kann. „Wir haben ein Hygienekonzept eingereicht. Das war vor zwei Monaten“, erzählt Franck, dass sein Klub durchaus nach Lösungen gesucht habe, jedoch ohne eine Antwort bekommen zu haben.
Selbstständig versuchte der TTC eine Lösung zu finden, klopfte wie auch die TTF Rockenhausen bei Nachbarvereinen an und wollte Unterschlupf finden. „Für die Vereine gehen die eigenen Spieler vor“, hat Franck Verständnis, der permanent das Gespräch mit der Kreisverwaltung sucht. Diese äußerte durch Pressesprecherin Gundula Nakfour: „Grundsätzlich ist die Nutzung von Sporthallen in Rheinland-Pfalz wieder zulässig, sie ist allerdings an die Einhaltung der aktuellen Hygieneregeln gebunden. Neben einem Hygienekonzept, das vom Nutzer, Schule oder Verein, vorzulegen ist, muss auch eine ausreichende Durchlüftung – wo möglich – durch Öffnen aller Fenster und Türen während des Sportbetriebs sichergestellt sein. Damit soll der Verbreitung infektionsfördernder Aerosole entgegengewirkt werden.“
Messgeräte sollten nun angeschafft werden, was die Tischtennisspieler aus Winnweiler, Rockenhausen und die Kreisverwaltung unisono bestätigten. „Die Messgeräte sollen permanent in der Halle bleiben mit einem Ampelsystem“, fügt Franck an. „Solche Geräte, die die Konzentration von Kohlendioxid in der Hallenluft messen, wurden vom Schulreferat der Kreisverwaltung für die Sporthallen in Kreisträgerschaft bestellt. Sie werden voraussichtlich in der 37. Kalenderwoche geliefert und sollen dann in den Hallen angebracht werden“, trägt Nakfour vor.
Die Raumluft wird probeweise kontrolliert
Seien die Messgeräte installiert, sei jeweils ein Probelauf in den Sporthallen vorgesehen. Testgruppen sollen Sport treiben. Die Raumluft wird dabei probeweise kontrolliert. „Zum Hygienekonzept gehört es außerdem, dass Sportgeräte nach jeder Nutzung mit einer fettfreien Lösung oder einem Desinfektionsmittel gereinigt werden; zudem gibt es Bestimmungen zur eingeschränkten Nutzung von Umkleide- und Waschräumen. Details dazu sind im Austausch mit dem Gesundheitsamt noch abzustimmen, bevor über die Öffnung der einzelnen Sporthallen entschieden werden kann“, meint Nakfour abschließend.