Donnersbergkreis „Wir brauchen noch Zeit“

Ausfallende Busverbindungen, schlechte Arbeitsbedingungen für die Fahrer – das Busunternehmen Südwest Mobil steht in der Kritik. Bernhard Ehmann, der für die Südwest Mobil zuständige Geschäftsführer der Deutschen Bahn, hat dazu nun Stellung bezogen: Spätestens im ersten Quartal 2016 soll alles rund laufen.
„Das ist ein ganz komplexes Thema“, unterstreicht Ehmann, Leiter der Region Südwest bei der DB Regio Bus und Geschäftsführer der Südwest-Mobil-Mutter ORN. Er räumt ein, dass das, was mehrere Busfahrer im Gespräch mit der RHEINPFALZ kritisierten, so zutrifft (wir berichteten). Ehmann beginnt seine Ausführungen mit der Ausschreibung für den Busverkehr im Landkreis Kusel, an der man bewusst nicht mit der Saar-Pfalz-Bus teilgenommen habe: „Mit dem Lohnniveau wäre das sinnlos gewesen, da hätten wir verloren.“ Also habe man sich mit einer neuen Firma, Südwest Mobil, beworben – deren Lohnniveau sich an privaten Busanbietern orientiere. Nachdem mit Südwest Mobil die Ausschreibung gewonnen wurde (Ehmann: „Da geht’s um Centbeträge pro gefahrenem Kilometer“), habe man den Saar-Pfalz-Bus-Fahrern ein Übernahmeangebot gemacht, das 59 von 62 Fahrern angenommen hätten. „Wichtig ist: Das ist eine neue Firma mit neuem Arbeitsvertrag für die Fahrer“, betont er. Auch sonst habe man sich strengstens an die Vorschriften zum Betriebsübergang gehalten. Ehmann: „Bei Südwest Mobil ist alles neu; der Chef, die Aufenthaltsräume, die Busse, die Abstellplätze, die Betriebsmittel und die Tankstelle.“ Damit soll ausgeschlossen werden, „dass die Mitarbeiter sagen, da hat sich nix geändert außer den Etiketten“. Dadurch erkläre sich, dass die Südwest Mobil beispielsweise den Betriebshof der Saar-Pfalz-Bus am Kuseler Bahnhof nicht mehr nutzen dürfe, wie Busfahrer gegenüber der RHEINPFALZ bemängelten. Dass die Busse derzeit auf dem Kuseler Windhof abgestellt sind, sei der kurzen Vorbereitungszeit geschuldet, sagt Ehmann. Weiterer Kritikpunkt der Fahrer an Südwest Mobil waren die neuen Fahr- und Dienstpläne. Statt die ausgereiften Saar-Pfalz-Bus-Pläne zu nutzen, mussten neue erstellt werden – „wegen den Betriebsübergangvorschriften“, ergänzt Ehmann. Mit dem Winterfahrplanwechsel sollen in zwei Wochen Fahrplanänderungen vorgenommen werden. Ehmann: „Das war nicht optimal, wir arbeiten nach.“ Immerhin würden derzeit keine Busse mehr ausfallen. Wenn im ersten Quartal 2016 die Suche nach weiteren Busfahrern abgeschlossen sei, könne man auch Krankheitsfälle besser abfedern. Ehmann: „Wir sind derzeit auf der Suche nach zehn Voll- und Teilzeitkräften.“ Man sei gerade dabei, in der Westpfalz nachhaltige Strukturen aufzubauen, schließlich laufe der Vertrag für den Busverkehr zehn Jahre. Auf die vorhandenen Saar-Pfalz-Bus-Strukturen könne man dabei nicht bauen. Anfang Januar sollen neue Busse im Landkreis Kusel unterwegs sein, die gerade umgerüstet und betriebsfertig gemacht würden. Ehmann: „In fünf Monaten kriegen sie keine neuen Busse.“ Er appelliert an die Kunden: „Wir brauchen noch ein bisschen Zeit, alle Baustellen zu beheben.“ (bgi/Foto: Hoffmann)