Donnersbergkreis Winnweiler: Standortwechsel für geplante Kita
Ausführlich diskutiert wurde in der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderats der Standort für den Bau einer kommunalen Kindertagesstätte in Winnweiler. Der Plan selbst ist nicht neu, die ganze Zeit war aber ein Grundstück am Ortsrand gegenüber dem ASV-Sportgelände im Gespräch gewesen. Davon ist man jetzt abgekommen. Stattdessen soll nun mitten im Ort gebaut werden.
Weil in der Gemeinde grundsätzlich Kindergartenplätze fehlen, ist der Beschluss für einen Neubau für 25 bis 35 Kinder längst gefasst (die RHEINPFALZ berichtete). Als Standort war ursprünglich ein Grundstück in der Gemarkung „Vorderer Kohlhübel“ gegenüber dem ASV-Sportplatz ins Auge gefasst worden. Wie Verbandsbürgermeister Rudolf Jacob dem Rat in der Sitzung am vergangenen Donnerstag mitteilte, hat sich nun aber kurzfristig die Möglichkeit ergeben, stattdessen ein Grundstück mitten im Ort zu bekommen. Bei dem Grundstück handelt es sich um das Anwesen Jakobstraße 45. Derzeit befindet sich ein ehemals gewerblich genutztes Gebäude darauf, bei Einheimischen auch als „die alte Fabrik“ bekannt, das laut Jacob aber teilweise eingestürzt ist und abgerissen werden muss. Das Grundstück besteht aus zwei Teilen: 3700 Quadratmeter sind erschlossen, dazu kommen 6300 Quadratmeter hinter dem Lohnsbach, die nicht erschlossen sind. Obwohl allein der Abriss des Gebäudes samt Entsorgung des Abbruchmaterials und Rodung des Geländes mit 70.000 Euro kalkuliert wird, rechne die Verwaltung damit, dass „die Kosten für diesen Standort zwischen 100.000 und 130.000 Euro unter den Kosten für den Erwerb eines 3000 Quadratmeter großen Bauplatzes am Vorderen Kohlhübel liegen werden“, sagte Jacob. Zudem erscheine ein Baubeginn bereits im Herbst realistisch. Bei dem anderen Grundstück müsste zunächst ein Bebauungsplan aufgestellt werden, somit könne in diesem Jahr dort nicht mehr gebaut werden. Auch der Schulträgerausschuss der VG habe sich für das Grundstück in der Jakobstraße ausgesprochen. In der anschließenden Diskussion im Rat wollte Thomas Wiemer-Scheidel (Grüne) wissen, ob es noch andere Gründe gebe, weswegen man sich von dem ursprünglich ins Auge gefassten Bauplatz abgewandt habe. „Mir erscheinen die Gründe für dieses neue Grundstück nicht sehr positiv, ich würde das oben beim ASV bevorzugen“, sagte er. Er habe auch Bedenken wegen der Tankstelle davor und wolle wissen, ob es Sicherheiten gebe, dass das Grundstück nicht belastet sei. Auf den ersten Teil seiner Frage sagte Jacob, das Grundstück in der Jakobstraße sei größer und günstiger. Es habe in den Überlegungen nur deshalb bisher keine Rolle gespielt, weil nicht bekannt gewesen sei, dass es zum Verkauf stehe, schließlich sei es schon um die 15 Jahre in diesem Zustand. Für die Jakobstraße spreche außerdem, dass die Kita in diesem Fall viel zentraler gelegen sei, Eltern könnten die Kinder dann auch zu Fuß bringen, zum Rauhen Weg müssten sie fahren. Außerdem werde es dann möglich sein, mit dem Auto auf das Kita-Gelände zu fahren. Auch befinde sich dieser Standort in der Nähe des Schwimmbades, sodass man den Kindern Schwimmunterricht anbieten könne. Sein Fazit: „Es sprechen keine Gründe gegen das Gelände beim ASV, aber es sprechen viele Gründe für das Gelände in der Jakobstraße.“ Auf Wiemer-Scheidels ergänzende Frage, wie mit dem durch das Grundstück führenden Bachlauf umgegangen werde, sagte Jacob, dass das Ufer abgeflacht werde, sodass die Kinder dort spielen könnten. Natürlich nur unter Aufsicht, weswegen der Zugang auch gesichert werden müsse. Der Standort Jakobstraße sage ihr sehr viel mehr zu als der andere, sagte Heidi Schulz (SPD), stellte aber die Frage nach möglichen Altlasten aus der Zeit der gewerblichen Nutzung und wollte wissen, ob die Bodenqualität schon untersucht worden sei. Darauf antwortete Jacob, dass es für das Grundstück keine Altlastenkartierung gebe, man also nicht von einer Belastung ausgehe, dass eine solche aber auch nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen werden könne. Derzeit könne das Gelände nicht untersucht werden, da es noch voller Schutt sei. Sören Damnitz (SPD) merkte an, dass er den Standort Kohlhübel schon immer kritisch gesehen habe: Er sei weit vom Schuss, und es sei dort immer windig. Die Jakobstraße mit dem Schwimmbad und dem Park in der Nähe sei die bessere Alternative. Auch sei es für Eltern einfacher, ihre Kinder auf dem Weg zur Arbeit dort abzuliefern. Dem schloss sich auch Jürgen Berberich (CDU) an. Auch er sagte, alle vorgebrachten Gründe sprächen für den Standort in der Jakobstraße. Bei der Abstimmung sprachen sich dann auch fast alle Ratsmitglieder für den Standort Jakobstraße 45 aus. Wiemer-Scheidel und Reiner Merz (Grüne) enthielten sich der Stimme.