Donnersbergkreis „Wie feiern Sie den Jahreswechsel?“
«KIRCHHEIMBOLANDEN.» „Wie feiern Sie den Jahreswechsel?“ – Diese Frage hat Joerg Schifferstein in Kirchheimbolanden während der langen Einkaufsnacht Passanten und Einkäufern gestellt. Die Antworten sind unterschiedlich ausgefallen. Echte Silvestertraditionen pflegen nur die wenigsten Befragten, auch wenn sich die Abläufe bei einigen wiederholen. Auch die Einstellung zum Feuerwerk, um das neue Jahr zu begrüßen, fiel bei der Befragung recht unterschiedlich aus.
aus Münsterappel lässt es zu Hause gemütlich angehen. „Wir feiern mit meinen Eltern und mit meinem Sohn“, erzählt sie. Der zwölfjährige Junior würde am liebsten schon um 20 Uhr mit dem Böllern beginnen und dann bis Mitternacht durchmachen. Abgebrannt wird bei Familie Breier Batterie-Feuerwerk. „Das ist effektiv, ich muss nur einmal anzünden und kann dann lange dem schönen Feuerwerk zusehen“, sagt die 36-Jährige. Was es an diesem Abend zu essen geben wird, das werde sie wohl spontan entscheiden, vielleicht Raclette. Für ihren Mann und Sohn müssen Knoblauch-Würstchen auf den Tisch: „Das ist wohl unumgänglich“, ist Breier sicher. Anja Sandrowsky aus Kirchheimbolanden hingegen hat für Silvester noch keinerlei Pläne gemacht. „Wir fahren morgen nach Guben in Brandenburg, das liegt zwischen Cottbus und Frankfurt an der Oder“, sagt sie. Ihr Mann sei schon aufgebrochen, sie selbst und Tochter Jenny fahren mit dem Zug. Von Böllern hält die junge Mutter weniger: „Das läuft dann wieder darauf raus, das ich unserem Hund die Ohren zuhalten und ihn beruhigen muss.“ Beim Essen will sie sich überraschen lassen: „Ich weiß nicht, ob es bei der Familie im Osten feste Traditionen zu Silvester gibt. Ich bin da flexibel.“ „Mit Freunden ganz in Ruhe“, sagt Kirchheimbolandens Bierkönig Helmut Obenauer auf die Frage, wo er feiert. „Nach drei Wochen Trubel beim Weihnachtszauber ist es jetzt angesagt, das alles ein bisschen ruhiger angehen zu lassen.“ Früher sei er zu Silvester gerne ins Allgäu gereist, dieses Mal werde aber zu Hause gefeiert. „Mit dem Schießen in der Silvesternacht hab’ ich es nicht so, nur meine Frau bekommt eine Packung Knallerbsen“, sagt er. Zusehen beim Feuerwerk sei ihm ohnehin lieber, da bekomme man schließlich viel mehr mit. Essenstechnisch werde wohl Raclette geboten, ein Würstchen um Mitternacht müsse auch sein. „Erstmals will ich eine Feuerzangenbowle ausprobieren“, verrät der Bierkönig noch. Noch unklar darüber, wie der Silvesterabend ablaufen wird, ist es bei Karl-Heinz Wichert aus Kirchheimbolanden. „Wir haben noch nichts geplant, wahrscheinlich werden wird zu Hause feiern, sagt der 63-Jährige. Böllern interessiere ihn nicht: „Dafür ist mir das Geld zu schade, das gebe ich lieber aus, um gut essen zu gehen.“ Was das Silvestermenü angeht, werde er sich von seiner Frau überraschen lassen. „Voraussichtlich in Dreisen“, wird Lara Beck aus Steinborn feiern. Die 20-Jährige wird in der ehemaligen Discothek „Baccara“ an einer privat organisierten Fete teilnehmen. „Das sind Freunde, die das auf die Beine gestellt haben, etwa 50 Personen werden da wohl teilnehmen“, erzählt Beck. Die Getränke seien in der Kostenbeteiligung enthalten, zu Essen gebe es wohl nichts, vermutet die junge Frau. „Ja, böllern ist in Dreisen üblich auf der Kaiserstraße. Danach geht es zu einer Runde von Haus zu Haus, das gehört im Ort irgendwie dazu“, weiß Beck, die in Dreisen aufgewachsen ist. Beim Böllern setzt sie auf Raketen und auch auf ein Batteriefeuerwerk. „Wir machen das wie jedes Jahr: Wir gehen zum Griechen essen, danach ins Silvesterkonzert in der Paulskirche. Etwa gegen 23 Uhr werden wir dann zu Hause eintreffen“, blickt Ursula Herbst aus Kirchheimbolanden auf das Jahresende voraus. Die 67-Jährige hat vom heimischen Grundstück aus einen guten Blick über die Stadt und kann das Feuerwerk, das die Mitbürger abbrennen beobachten. „In manchen Jahren sind wir auch schon auf den Schillerhain gelaufen, haben das Feuerwerk von dort aus angesehen“, erinnert sie sich. Böllern, das sei Sache ihres Mannes. „Er schießt einige Raketen in den Himmel.“