Winnweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Wer designt das kreativste Bierglas?

Schüler aus der elften Klasse des WEG beim Besuch der Brauerei Bischoff in Winnweiler. Hier wurde der Sieger des Wettbewerbs gek
Schüler aus der elften Klasse des WEG beim Besuch der Brauerei Bischoff in Winnweiler. Hier wurde der Sieger des Wettbewerbs gekürt.

Was hat Mathematik mit Bier zu tun? Auf den ersten Blick vielleicht nicht viel, aber am Wilhelm-Erb-Gymnasium (WEG) in Winnweiler hat die elfte Klasse einen kreativen Weg gefunden, diese beiden Dinge miteinander zu kombinieren.

Denn die Schüler haben in ihrem Matheunterricht moderne und ausgefallene Biergläser mithilfe eines Computerprogramms designt. Ausgeschrieben war der Wettbewerb von der Brauerei Bischoff in Winnweiler. Die einzigen Vorgaben waren: In das Glas müssen 0,4 Liter Bier passen, und eine Eichmarke muss angezeichnet sein.

Natürlich trinken längst nicht alle der 16- bis 18-jährigen Schüler aus dem Mathekurs Bier. Viel Spaß hat ihnen die Aufgabe trotzdem gemacht. Und dabei sind viele kreative Ideen herausgekommen. Zum Beispiel ein eher klassischer Bierkrug mit weichen, geschwungenen Kanten, von dem sich Frauen angesprochen fühlen sollen. Oder ein langgezogenes Glas, das eher einer Vase gleicht. Ein Bierglas erinnert gar an die Form einer Hantel – damit beim Biertrinken das Gefühl entsteht, Sport zu machen. Und ein anderer Entwurf ist ein Glas, dass man von beiden Seiten benutzen kann.

Und gewonnen hat ...

Um die Gläser zu konstruieren, haben die Schüler das Programm Geogebra benutzt. Mit diesem kann man aus mathematischen Funktionen Rotationskörper erstellen – und so eben zum Beispiel Gläser designen. Solch eine Funktion selbst zu berechnen dauert viel Zeit, sagt Keßler. Das Programm hingegen kann in Sekundenschnelle Anpassungen vornehmen. Da das WEG eine Mint-Schule (Schwerpunkt auf Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ist, war die Arbeit mit Geogebra kein Problem.

Zur Preisverleihung stand ein Besuch der Bischoff-Brauerei an. Dort gab es zu allen Gläsern eine ausführliche Rückmeldung. Manche seien gar nicht offiziell zugelassen, andere wären einfach zu schwer zu reinigen. Gewonnen hat am Ende das „Bierglas mit Bierflasche“. Yannik Hecht aus der Siegergruppe erklärt: „Wir haben uns überlegt, dass zum Beispiel auf dem Sportplatz viele Leute eher zur Bierflasche greifen. Deswegen haben wir unser Glas in einem schlichten Design konstruiert, aber im Glas steht umgedreht eine Bierflasche.“ Durch die doppelte Glaswand bleibe das Bier außerdem schön kühl.

Mathematik zum Anfassen

Für Lehrer Simon Keßler war vor allem wichtig, seinen Schülern zu zeigen, dass Mathe gar nicht langweilig sein muss. Eine häufig gestellte Fragen sei nämlich, wofür man Mathematik denn eigentlich später brauche. „Dabei ist Mathe da, um viele Probleme im Alltag zu lösen, und kann auch richtig Spaß machen“, sagt Keßler. „Normalerweise ist Mathe sehr theoretisch, aber jetzt können wir was damit anfangen“, bestätigt Lena Willenbacher nach diesem Projekt. Und auch die anderen reden von einer schönen Idee zum Jahresabschluss.

Ihr eventuelles Gewinnerbierchen kann die dreiköpfige Sieger-Gruppe übrigens erstmal nicht aus ihrem eigenen besonderen Glas trinken. In Produktion gehen die ausgefallenen Gläser nämlich (noch) nicht. Zumindest will Keßler aber von allen Entwürfen noch einen 3D-Druck erstellen. Dann haben die Schüler wirklich einmal Mathematik zum Anfassen.

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