Donnersbergkreis Wenn schon Sanierung, dann richtig
Das etwas in die Jahre gekommene Freibad in Winnweiler soll generalsaniert werden. Das hat der Verbandsgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstag mehrheitlich (bei einer Enthaltung aus der CDU-Fraktion) beschlossen. Ganz billig wird das nicht, der Rat hat sich für eine Variante entschieden, für die Nettokosten in Höhe von vier Millionen Euro kalkuliert werden.
Dass das Freibad grundsätzlich saniert werden soll, ist längst schon beschlossene Sache. Beschlossen ist auch, dass das Bad attraktiver werden soll und dass beide Becken, sowohl das Schwimmer- als auch das Nichtschwimmerbecken, erhalten bleiben. Ebenfalls außer Frage steht, dass das neue Bad barrierefrei sein soll. Diese Vorgaben verengten den Entscheidungsspielraum des Rates erheblich, im Grunde fielen damit nämlich alle ausgearbeiteten Varianten bis auf eine aus dem Raster. Im Raum gestanden hatten ursprünglich einmal folgende Möglichkeiten. Erstens: Überhaupt keine Sanierung. Dann müsste das Bad in ein paar Jahren geschlossen und der Rückbau eingeleitet werden. Diese Variante war aber bereits im Vorfeld von allen Beteiligten kategorisch ausgeschlossen worden. Zweitens: Eine Sanierung im Bestand. In diesem Fall würden lediglich die Becken und anderen Bauwerke saniert und die marode Technik ersetzt. Mit 2,9 Millionen Euro netto wäre dies die preiswerteste Variante gewesen. Allerdings würde hier weder die Attraktivität des Bades gesteigert, noch würde Barrierefreiheit geschaffen. Ratsmitglied Reiner Merz (Grüne) kritisierte denn auch, dass es diese Variante, die er als „völlig unsinnig“ bezeichnete und die sich durch die fehlende Barrierefreiheit schon selbst ausschließe, überhaupt auf die Beschlussvorlage geschafft habe. Die Erklärung von Bürgermeister Rudolf Jacob, dass sie nur berechnet worden sei, um die zum Verständnis der anderen Vorschläge nötigen Vergleichszahlen zu liefern, akzeptierte Merz nicht. Da eine früher einmal diskutierte Variante, die ein Kombibecken vorsah, es nicht einmal mehr auf die Beschlussvorlage geschafft hatte, blieb im Grunde nur die letzte und teuerste Variante, nämlich die Generalsanierung mit geschätzten Nettokosten von vier Millionen Euro übrig. (Alle vorher im Raum stehenden Berechnungen, die auch in der RHEINPFALZ mehrfach genannt worden waren, waren von Bruttokosten ausgegangen. Da das Freibad aber vorsteuerabzugsberechtigt ist, fallen nur Nettokosten an.) Die Variante Generalsanierung, für die sich der Rat dann auch ausgesprochen hat, sieht ein komplett neugestaltetes Freibad mit moderner Technik und einer Rutsche vor. Weitere Attraktionen könnten theoretisch noch dazukommen, soweit sie den Kostenrahmen nicht sprengen würden. Den Planungsauftrag vergab der Rat an das Ingenieurbüro Obermeyer aus Kaiserslautern. Damit hat der Rat die weitere Vorgehensweise aber nur grob bestimmt. Die Detailplanung steht noch bevor. Wie Bürgermeister Jacob betonte, soll die Bevölkerung auf jeden Fall in der Planungsphase eingebunden werden. Die Finanzierung des Großprojektes soll vollständig über Darlehen abgewickelt werden. Zum Glück seien die Zinsen ja sehr niedrig, sagte Jacob. Zwar will man auch einen Antrag auf Zuschuss vom Land stellen, rechnet sich aber keine allzu großen Chancen aus. Nachdem das Land bereits die Bäder in Rockenhausen und Kirchheimbolanden bezuschusst habe, sei es unwahrscheinlich, dass es noch einmal Geld für ein Schwimmbad in einer dritten VG im selben Landkreis geben werde, so die allgemeine Auffassung. Die Vier-Millionen-Investition wird auch Folgen für die Haushalte der Ortsgemeinden haben: Jacob machte klar, dass sich die niedrige Verbandsgemeinde-Umlage von derzeit 49 Punkten nicht mehr halten lassen werde. Relativierend erinnerte er aber auch daran, dass sie 2008, bei seinem Amtsantritt, 56 Punkte betragen habe. Prognosen über die künftige Höhe machte Jacob noch nicht. Immerhin stünden den hohen Ausgaben künftig höhere Einnahmen im Bad selbst durch höhere Eintrittspreise und Einsparmöglichkeiten beim Energieaufwand dank neuer Technik entgegen, hob Jacob hervor. Trotz mancher Bauchschmerzen im einzelnen waren sich die Mitglieder aller Fraktionen einig, dass an der Generalsanierung kein Weg vorbei führe – lediglich Elsbeth Schmitz (CDU) enthielt sich bei der Abstimmung. Sie habe ein Problem damit, sich für eine Sache hoch zu verschulden, die man nur wenige Tage im Jahr nutzen könne, sagte sie. Weiterer Ratsbericht folgt