Donnersbergkreis Wenn Kreativität auf die schiefe Bahn kommt
Nach überschaubarem Beginn vor fünf Jahren und immer größer werdender Teilnehmerzahl veranstaltete Borg Warner Turbo Systems seinen diesjährigen Wettbewerb „Turbo macht Schule“ wieder in der Stadthalle Kibo. Aus vier Schulen versammelten sich 78 Teilnehmer in 26 Gruppen mit ihren Konstruktionen rund um die vier aufgebauten Teststrecken. Nach fast sieben Stunden war die Entscheidung gefallen, und das Sieger-Quartett vom Nordpfalzgymnasium erhielt von Werkleiter Arno Schwarz insgesamt 1000 Euro als Startprämie für den Führerschein.
Aufgabe beim Wettbewerb war die Konstruktion eines Fahrzeugs, in dem Teile bis 50 Euro Kosten verbaut werden dürfen, das maximal 500 Gramm wiegen und möglichst wenig Energie verlieren darf. Von einer Rampe aus gestartet, muss es eine definierte Strecke zurücklegen, einmal schnell und einmal langsam, wobei die Zeit mit Lichtschranke sehr exakt gemessen wird. Heraus kamen die sonderbarsten Konstruktionen aus Legotechnik, Holz, Metall, wobei einige CDs als leicht laufende Räder einbauten. Im theoretischen Teil galt es, in sieben Minuten Konzept, Kosten und Verbesserungsmöglichkeiten ohne finanzielle Limitierung zu präsentieren. Für die Bewertung zählten Präsentation, schnellster und langsamster Lauf zu je einem Drittel. Durch perfekte Organisation liefen die Fahrzeugtests gleichzeitig an vier Rampen, in zwei abgetrennten Räumen wurden die Präsentationen bewertet, wobei auch Werkleiter Arno Schwarz als Juror fungierte. Vom Wilhelm-Erb-Gymnasium Winnweiler traten Christina Ruppel, Sarah Hartmann, Lara Rössner und Michelle Spieß, alle 11. Jahrgangsstufe, mit ihrer Metallkonstruktion an. Nach ihrem 3. Platz im letzten Wettbewerb waren sie motiviert, wollten diesmal mehr erreichen, was leider nicht gelang. Dennoch zeigten sie sich stolz auf ihre Leistung. „Wir haben alles selbst geplant und ausgeführt. Gesägt, gebohrt, gefeilt und uns überlegt, wie wir durch ein Magnetfeld das Fahrzeug für die zweite Runde verlangsamen können.“ Bodo Eckert, ihr AG-Lehrer, betonte, dass er nur eine unterstützende Funktion bei technischen Problemen und physikalischen Grundlagen ausübe. Die Präsentationen würden seine Gruppen zuhause in ihrer Freizeit erstellen. Physiklehrer Markus Hochstetter vom NPG war gleich mit neun Gruppen am Start, auch er hob deren große Selbstständigkeit hervor. Schöner Nebeneffekt für die Schule: Sie kann sich im Gegenzug für ihre Unterstützung über mehr Teilnehmer am Leistungskurs Physik freuen. Seine Schüler Oliver Domehl, Luca Wiegner und Lukas Stricker wirkten vor der Präsentation schon ein wenig aufgeregt, hatten erst am Tag zuvor ihrem Modell den letzten Schliff verpasst und wollten Erfahrungen sammeln. Ihr Erfolgskonzept erklärten sie mit leichtem Pappelholz, Achsen- und Kugellager und Gummidichtungen auf den Rädern, dazu haben sie vorne kleine und hinten größere Räder verbaut. Zu den jüngsten Teilnehmern gehörten die Neuntklässler Jörg Schmeiser, Otto Dransfeld und Martin Wagner vom Gymnasium Weierhof. Jörg bedauerte, dass die Bodenkonstruktion in der Stadthalle ganz anders beschaffen sei als in der Schule, man hätte eigentlich noch umkonstruieren müssen. Ihr Physiklehrer Benjamin Klein habe nur Tipps und Verbesserungsvorschläge gegeben, die Präsentation sei ohne Hilfe entstanden. Etwas ungerecht fand die Gruppe, dass ein Fahrzeug entgegen der Ausschreibung mit geladenem Energiespeicher angetreten war. Nach längerer Diskussion sei aber mit der Jury eine Regelung getroffen worden. Ihr Ärger wandelte sich bei der Bekanntgabe der Platzierungen aber in große Freude um, denn auf Anhieb erreichten sie den 4. Platz. Zur Motivation, einen solchen Wettbewerb zu veranstalten, äußerte sich Ausbildungsleiter Wolfgang Beerheide: „Wir wollen das Fach Physik anders darstellen und die Theorie in der Schule mit der Praxis verknüpfen, gleichzeitig sollen sich die Schüler für die Firma interessieren.“ Die steigende Resonanz belege die Richtigkeit des Konzepts, denn nach zwölf Gruppen im Vorjahr hätten sich diesmal 26 angemeldet, die immer bessere und ausgereiftere Ideen mitbrächten. Stolz betont er, dass die Auszubildenden bei der Vorbereitung und Durchführung inzwischen den Hauptpart übernommen hätten. Bei der zeitverzögerten Siegerehrung wurden alle 26 Gruppen geehrt, jeder Teilnehmer bekam eine Urkunde, und es wurde ein Foto mit dem Werkleiter geschossen. Ergebnisse: —Sonderpreise: Geschenke erhielten die Gruppe 14 der IGS Rok für ihr ausgefallenes Design und Gruppe 10 vom Gymnasium Weierhof für ihr Recycling-Fahrzeug. —Schulplatzierung: 1.Nordpfalzgymnasium Kibo; 2. Gymnasium Weierhof; 3. Wilhelm-Erb-Gymnasium; 4. IGS Rockenhausen. Für alle gab es Geldpräsente. —Siegergruppen: 1. Preis mit je 250 Euro Startprämie für den Führerschein: Stefan Boschmann, Alexander Dinges, Michael Aleksandrov und Daniel Kling vom NPG. 2. Preis je 125 Euro: Mona Rieger, Lara Bornheim, Maggie Qui und Lydia Zhang vom Weierhof. 3. Preis: Tiemo Esser und Maximilian Bihl vom Weierhof je 75 Euro.