Donnersbergkreis Wenn der Dom blinkt und singt
Mainz. In Mainz wackelt ja an Fasnacht bekanntlich der Dom, 2017 nun blinkt und singt er auch: Der ehrwürdige Dom ist nämlich das „Zugplakettche“ 2017.
In diesem Jahr gibt es ihn gleich in doppelter Ausführung: Die Sonderedition für 8,50 Euro spielt sogar den Fasnachtshit „Wir alle leben im Schatten des Doms“. Dann kann es ja los gehen: Am Freitag wird beim traditionellen Fasnachtsauftakt gefeiert. Zum 11.11. gibt es erstmals nun auch auf dem Mainzer Schillerplatz ein Glasverbot – und eine Party bis in den Abend hinein. Es dürfte einer Menge Menschen in diesen Tagen stark nach Ablenkung sein – angesichts der aktuellen Entwicklungen in der Welt . Die US-Wahl wird jedenfalls auch in der Fasnacht eine große Rolle spielen. Donald Trump wird mit Sicherheit auf einem Motivwagen am Rosenmontag durch die Straßen rollen, erfuhr diese Zeitung vorab. „Heute Nacht entscheidet sich, ob wir lachen oder weinen“, hieß es am Dienstag, vor dem Wahlergebnis, in Mainz. Weitere Themen dürften der sich zum Autokraten entwickelnde türkische Präsident Erdogan, die Baustellenmisere in Mainz, aber auch der geplatzte Verkauf des Flughafens Hahn sein. Doch auch die Mainzer Fasnacht ist kein Selbstläufer mehr: Selbst an den närrischen Tagen bleiben inzwischen Hotels in Mainz leer. Mit der frisch gegründeten IG Straßenfastnacht will sich die Fasnacht in Mainz künftig professionalisieren. „Wir wollen das Know-how heben, das in vielen Vereinen da ist“, sagte der scheidende Präsident des Gonsenheimer Carnevals Vereins, Horst Ernerth, im Interview mit der Internetzeitung Mainz&. Es gelte, die Straßenfasnacht stärker zur Marke zu machen und neue Angebote zu schaffen. Beim Mainzer Carnevals Verein (MCV) sorgt man sich unterdessen um galoppierende Kosten: 2016 überschritten die Ausgaben für die Sicherheit an Rosenmontag erstmals die 100.000 Euro-Marke. Und so sollen neue Fasnachts-Utensilien die Finanzierung des Rosenmontagszuges weiter ankurbeln: Das Fasnachtsmotto - in diesem Jahr „Der Dom, gehört zu Meenz am Rhoi, wie Fassenacht, Weck, Worscht und Woi“ – hat nun einen eigenen Pin, und auch die Meenzer Schwellköppe, Markenzeichen des Zuges, werden nun mit eigenen Pins gewürdigt: Jedes Jahr erscheinen künftig drei neue, 1111 Stück gibt es pro Edition nur, ein Fall für Sammler. Zudem gibt es nun endlich auch den offiziellen Meenzer Fasnachtswoi: Ein Weintrio aus Närrischer Weißheit, Rosé-Montag und Seccotärää, ein trockener Rivaner, ein halbtrockener Rosé und ein Secco vom Weingut Ebling in Schornsheim. Und so steigt die Vorfreude auf die Kampagne 2017, bei der die Narren nach dem ausgefallenen Rosenmontagszug 2016 endlich wieder vergnügt und unbehelligt durch die Straßen ziehen wollen. Der Vorverkauf für die Sitzungen laufe gut, die Nachfrage sei riesig, hieß es beim MCV. Der wählte in diesem Jahr übrigens einen neuen Präsidenten: Reinhard Urban, Leiter des Rechtsmedizin an der Mainzer Uni, ein gebürtiger Bayer, führt künftig die Geschicke des größten Mainzer Fasnachtsvereins. Am 11.11. wird er erstmals die Fasnacht verkünden, dann wird auch das Närrische Grundgesetz mit den „11 Regeln für Narren“ verlesen. Das darf in diesem Jahr gleich noch ein Neuling tun: Der GCV wählte jüngst den erst 38 Jahre jungen Martin Krawietz zum Präsidenten. Und so wird mit Sicherheit am Freitag auf dem Schillerplatz in Mainz wieder ausgelassen gefeiert werden. Angesagt haben sich unter anderem die Mainzer Hofsänger, die Spaßmacher Company, Pizzabäcker Ciro Visone, die Rheinmainzer und Pit Rösch. Die Moderation übernimmt an der Seite von Thomas Neger erstmals Popsternchen Lisa Bund. Erstmals gibt es ein Glasverbot auch am 11.11., und der MCV bittet, große Taschen zuhause zu lassen, der Sicherheit wegen. Dafür dürfen die Narren dieses Mal bis 22 Uhr.