Winnweiler WEG feiert virtuell Abitur – 17-Jähriger mit Schnitt von 1,0
Eigentlich ist alles wie immer: Die 37 diesjährigen Abiturienten des Wilhelm-Erb-Gymnasiums erhalten Mitte März ihre Reifezeugnisse. Und doch unterscheidet sich die Feier elementar von ihren Vorgängern. Das sonst proppenvolle Festhaus in Winnweiler ist ungewöhnlich leer, denn die Familienmitglieder sowie die meisten Lehrkräfte sitzen zu Hause vor ihren Bildschirmen und verfolgen die Feier online per Livestream auf Youtube.
Die ungewöhnliche Feier reihte sich in eine lange Abfolge von Widrigkeiten ein, mit denen die Oberstufenschüler im vergangenen Jahr zu kämpfen hatten. Schulleiter Ralf Schäfer benannte einige: Lehrerwechsel kurz vor den Prüfungen, Videokonferenzen über unterschiedliche Plattformen, ständiges Lüften auch bei Temperaturen unter Null, besondere Corona-Wegführungen und Maskentragepflicht. Und dann musste zwischen E-Schooling, Wechselunterricht und Homeschooling auch noch das schriftliche Abitur absolviert werden.
Schulleiter Schäfer ist stolz auf diesen Jahrgang
Entsprechend stolz zeigte sich der Schulleiter auf den Jahrgang. Besonders lobte er die Schülerschaft für ihre Mitarbeit vor den Bildschirmen zu Hause. Die Absolventen hätten sich nicht aus der Bahn werfen lassen, das Selbststudium erfolgreich bewältigt und seien im Umgang mit digitalen Medien wesentlich versierter geworden. Dennoch hätten die beiden Lockdowns gezeigt, dass Präsenzunterricht trotz allem nicht zu ersetzen sei.
„Euch hat diese Corona-Krise gebeutelt wie keinen Jahrgang vor und hoffentlich auch nicht nach euch“, bestätigte auch MSS-Leiter Peter Ramroth. Um so mehr lobte er die Leistung: „Es kommt sehr selten vor, dass in einem Jahrgang ausnahmslos alle bestehen, die zur Prüfung antreten.“ Zuletzt sei dies 2015 der Fall gewesen.
Bei der Zeugnisübergabe wurde Finn Himmer großes Lob zuteil. Der ehemalige Schulsprecher und langjährige Darsteller der Theater-AG erzielte mit 1,0 nicht nur das beste Abitur seines Jahrgangs, sondern ist auch der jüngste Abiturient aller Zeiten am WEG. Himmer hatte in der Grundschule eine Klasse übersprungen. Schulleiter Schäfer lobte nicht nur seine überragenden Leistungen, sondern auch seine „beispielhafte Einsatzbereitschaft für die Schule“.
Kategorie „Ging halt nicht wegen Corona“
Himmer selbst bemerkte in seiner Schülerrede, dass sich die diesjährige Abiturfeier wohl in die Kategorie „ging halt nicht wegen Corona“ einreihen werde. Im Namen seiner Jahrgangskameraden bedankte er sich für die Zeremonie im kleinen Kreis, die immerhin möglich gemacht worden sei. Leider seien auch die traditionelle Abschlussfahrt der zwölften Klasse, die Mottowoche mit Kostümierungen und der Abistreich der Pandemie zum Opfer gefallen. So sei die Abizeitung wohl das Einzige, das in Normalität entstanden sei. Immerhin, der ehemalige Schulsprecher konnte der schwierigen Situation auch Positives abgewinnen: „Das Coronavirus hat uns als Stufe ironischerweise beeindruckend zusammengeschweißt!“
Großes Lob gab es für MSS-Leiter Ramroth: „Er ist ein Mann, der uns immer zur Seite stand, auch in seiner Freizeit, der uns stets verteidigte und half, wo er konnte, und im Zuge dessen sogar mehrmals in Konflikt mit der restlichen Schulleitung geriet. Ein beispielloses Organisationstalent, ein Diplomat und schlicht und einfach ein guter Lehrer“, so Himmer.
Mathe- und Physiklehrer Sascha Spohr, der die Lehrerrede hielt, sinnierte humorvoll über das Abimotto „Ralf reichts“ – eine Anspielung auf den gleichnamigen Disney-Film und Schulleiter Ralf Schäfer – und fragte, wo denn das „Abi“ im Motto stecke. Gerade dieses Jahr hätte sich doch ein Spruch wie „Coronabi – mit Abstand die Besten“ geradezu aufgedrängt. Dennoch lobte auch er die Abiturienten, von denen 13 – also gut ein Drittel – eine 2,0 oder besser erzielt haben. Dies ergibt einen überragenden Durchschnitt von 2,3.
Für die musische Untermalung des Programms sorgten Paula Junk, Lea Sos (Klavier) und Marthe Freyer (Geige).
Die Preisträger:
- Beste Abiturnote: Finn Himmer (bester Schnitt), Elena Ritzmann (Leistungen und Schulpräsentation), Marie Kreischer, Luisa Theilmann, Marthe Freyer, Leopold Dietz.
- Schulisches, soziales und ökologisches Engagement: Finn Himmer (besonderer Einsatz in der Schule; Schülersprecher), Lara Abdullah (für ehrenamtliches Engagement im sozialen oder ökologischen Bereich), Angela Petri (besondere schulische Leistungen; stellvertretende Schülersprecherin).
- Besondere Leistungen in einzelnen Fächern: Marthe Freyer (evangelische Religion, Englisch), Lara Abdullah (katholische Religion, Musik), Maja Brill (katholische Religion, Deutsch), Pia Sandhäger, Anna Steffens (beide katholische Religion), Finn Himmer (Ethik), Elena Hartmann (Sport), Felix Krehbiel (Deutsch), Marie Kreischer (Englisch), Dominik Karch (Geschichte), Luisa Theilmann, Dominik Karch, Jan Gerhardt (alle in Physik), Tim Andreas (Mathematik), Elena Ritzmann (Biologie), Lara-Sophie Geib, Finn Himmer, Marie Kreischer (Chemie).
- Außerunterrichtliche Leistungen: Maja Brill, Finn Himmer, Pia Sandhäger (alle Theater AG), Angela Petri (Schulsanitätsdienst).
- Preise externen Organisationen: Finn Himmer, Elena Ritzmann, Marie Kreischer, Leopold Dietz, Elena Hartmann, Dominik Karch, Lara Abdullah (alle e-follows.net).
Die Abiturienten: