Donnersbergkreis Was vom Thielwoog übrig bleibt
Dass sich der Rückbau des Kirchheimbolander Thielwoog-Bades noch in eine einträgliche „Second-Hand“-Verkaufsaktion für die Verbandsgemeinde entwickelt, steht kaum zu erwarten. Bestenfalls Edelstahl (von den Becken) und andere Metallteile könnten sich noch versilbern lassen. Wie und in welchem Umfang, ist aber noch unklar, sagt Ulrich Kurz, Leiter der zuständigen VG-Werke. Das müsse sich im Zuge der noch ausstehenden Ausschreibungen ergeben.
Eilig hat man es nicht mit dem Abbau des Inventars im seit 2011 geschlossenen Freibad; manchem Besucher würde vielleicht noch nicht einmal auffallen, was da schon fehlt. Eine Mini-Kinderrutsche zum Beispiel. Ein Teil der Pumpen. Die Spinde der Umkleide. Mitarbeiter umliegender Bäder haben, was sie brauchten, abgeholt, besonders das Eisenberger Waldschwimmbad. Für das Drehkreuz vom Eingang haben die Rockenhauser Verwendung. Für die gelbe Breitrutsche interessiert sich Winnweiler. Die kleine Schwimmmeisterbrücke zieht um ins Kirchheimbolander Hallenbad. Mehr oder weniger hätten diese Dinge nur noch ideellen Wert, sagt Ulrich Kurz. Anders als die Steuerungsanlage für die Wasseraufbereitung, von der man sich über eine entsprechende kommunale Such-Seite im Internet einen Käufer verspricht. Die ebenfalls „werthaltige“ Entsorgung des Edelstahlbeckens soll Bestandteil der Ausschreibung werden, wenn es an den eigentlichen Rückbau des Bades geht. Im Vorfeld dessen habe man eine Schadstoffuntersuchung machen lassen, berichtet Kurz; deren detaillierten Ergebnisse stünden zwar noch aus, doch wisse man beispielsweise sicher von Asbestbelastungen am Dach des Betriebsgebäudes. Außerdem hätten Kernbohrungen bestätigt, dass das alte Betonbecken, das bei der Sanierung in den neunziger Jahren teilweise als Auflage für die Stahlwanne genutzt worden war, mit PCB-haltiger Farbe gestrichen ist. Diese Betonfundamente sollen nun mit beseitigt werden, ehe das Gelände verfüllt wird. Kostenschätzungen für den kompletten Rückbau, den die Verbandsgemeinde zu tragen hat, gibt es momentan noch nicht, sagt Ulrich Kurz. Bleiben aber, soviel ist sicher, wird kaum etwas, was an das frühere Bad erinnert, in dem die Stadt Kirchheimbolanden nach Übertragung des Areals durch die VG als Starterprojekt ihrer Spielleitplanung einen Wasserspielplatz einrichten möchte. Die Gebäude am Eingang, teils mit tiefen Rissen, sollen abgerissen, die Böschung davor muss gesichert werden. Bleiben werden natürlich auch die Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser. Und das Beachvolleyballfeld. Und der schützende Zaun. Die Stadt denkt an eine neue kleine Toilettenanlage. Ansonsten sind ihre Planungen für das Areal noch am Anfang. Das Starterprojekt an dieser Stelle hat noch der alte Stadtrat im Grundsatz beschlossen, durch einen weiteren Ratsbeschluss wäre abzusichern, ob auch der Generationenpark mit Fitnessgeräten dort oder anderswo etabliert wird. „Für mich wäre er im Thielwoog ideal untergebracht“, so die Meinung von Stadtbürgermeister Klaus Hartmüller. Herrscht Klarheit, soll im Herbst ein Planer mit dem Entwurf des Wasserspielplatzes beauftragt werden. Richtig loslegen mit der Anlage wird man dann aber erst 2015, wenn auch die finanzielle Unterstützung klar ist. Bis dahin dürfte die Verbandsgemeinde noch mit dem Rückbau beschäftigt sein, der laut Kurz aber noch 2014 beginnen soll. (bti)