Donnersberger Echo RHEINPFALZ Plus Artikel Was vom Straßennetz und von Corona übrig blieb – die Wochenendkolumne

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Hätten Sie’s gedacht? Oder anders gefragt: Hatten Sie nicht auch gehofft, dass es anders kommt? Bei der Lektüre der „Donnersberger Echo“-Kolumnen aus dem Spätjahr 2020 stellt man unweigerlich fest: Das Virus, die Pandemie, die Einschränkungen, das waren die Themen, die uns vor zwölf Monaten nahezu Woche für Woche umgetrieben haben. Und nun, ein Jahr später? Sind sie plötzlich wieder da, die Ängste, die Beklemmungen, die Fragezeichen. So als wäre nichts gewesen, als wäre 2021 einfach so dahingeflossen, ohne vorzeigbare Erfolge im Kampf gegen eine der größten Herausforderungen unserer Zeit.

Wieder hängen wir völlig in der Luft. Mit so vielen ungeklärten Fragen. Mit so vielen Unsicherheiten. Ob all die Pläne für die Weihnachtsmärkte tatsächlich so umgesetzt werden, wie sie in den Schubladen der Städte- und Gemeindeoberen liegen? Mit Sicherheit ist das nicht die vordringlichste Fragestellung des Winters, aber eben doch eine mit immensem Symbolcharakter.

Und jährlich grüßt das böse C-Wort

Ganz gewiss hat es sich niemand einfach gemacht. Ein glühweinseliger Markt offen für alle, mehr oder weniger starke Einschränkungen oder doch gleich eine Absage? So lange wie möglich haben die Verantwortlichen allüberall diese Entscheidung hinausgezögert – um dann in den Wochen vor Weihnachten, da muss man wahrlich kein Prophet sein, wohl doch von den rasanten Entwicklungen überholt zu werden.

Wir dürfen und müssen gespannt sein, wie es weitergeht. Und wir können alle gemeinsam darauf hoffen, dass in unserem samstäglichen „Donnersberger Echo“, in dem wir unsere privaten Gedankengänge mit unseren Lesern teilen, in der Vorweihnachtszeit 2022 womöglich das böse C-Wort gar keine Rolle mehr spielen wird. Mag sein. Und klingt erreichbar. Aber ganz ehrlich: Ich hätte vor einem Jahr nicht vermutet, dass ich im November 2021 nochmal darüber sinnieren muss, ob wir denn schon wieder einen getrübten Jahresausklang vor uns haben ...

Von der Karte gestrichen

Unabhängig davon, ob schon bald wieder in hohem Maße Homeoffice und Homeschooling angesagt sein werden, ist für die Menschen unserer Zeit Mobilität ein ganz großes Thema. Gerade auf dem Land wird da ganz genau hingeschaut. Denn dass das Angebot an Bus- und Bahnverbindungen in unserer Region nicht vergleichbar ist mit jenem in Ballungsräumen, das ist bekannt und auch nachvollziehbar. Allen Klimaschutzbemühungen und -erfordernissen zum Trotz: Das Auto wird auf dem Land noch eine ganze Weile von immenser Bedeutung sein. (Ob’s denn ein Verbrenner sein wird, steht auf einem ganz anderen Blatt.)

Und da darf sich der Donnersberger dann doch verwundert die Augen reiben, wenn innerhalb kürzester Zeit gleich mehrfach Verbindungsstraße zwischen Ortschaften das Aus erklärt wird. Zwischen Winnweiler und Wingertsweilerhof, zwischen Börrstadt und Sippersfeld sollen Kreisstraßen weichen. Zu Rad- und Wirtschaftswegen umfunktioniert werden und damit aus dem Straßenatlas (für die Jüngeren: Das ist der Vorgänger des Navis, grob gesprochen) verschwinden. Der Grund ist klar: Das Land will die Verbindungen nicht mehr finanzieren, der Kreis kann nicht.

Es steht zu befürchten, dass uns dieser Trend zur Straßenschließung in den kommenden Jahren begleiten wird. Wer sich die Kreisstraßen bei uns genau betrachtet, der weiß: Da tut so manch kostspielige Sanierung Not. Ungewiss, ob da einer ran will. Oder kann.

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