Donnersberger Echo RHEINPFALZ Plus Artikel Was Sportler und Gastronomen in der Corona-Krise gemeinsam haben

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Sporthelden: Über Schuhe und Ball hinausgeblickt

Es erscheint auf den ersten Blick paradox: Wohl noch nie haben (wie überall in der Republik) die Donnersberger Sportler weniger trainiert und vor allem Wettkämpfe bestritten als in den vergangenen 13 Monaten – und noch nie ist trotzdem (oder gerade deshalb) die Bedeutung der zugehörigen Vereine so offensichtlich geworden.

Zum einen mit Blick auf die Aktivitäten selbst: Es ist hinlänglich erörtert worden, wie wichtig für uns alle, aber besonders unsere Kinder Bewegung in der in jeglicher Hinsicht lähmenden Corona-Krise ist. Und da haben sich die Nordpfälzer sooo viel einfallen lassen: klar, in erster Linie die über alle möglichen Plattformen angebotenen Online-Übungsstunden, in Variationen per DVD, Videos, Podcast oder vereinsinterne „Challenges“ (Wettbewerbe) und zum Teil auch unter Einbeziehung von Geschwistern und Eltern. Aber zeitweise – solange von den Infektionszahlen her möglich – auch „live“, mit ausgeklügelten Hygienekonzepten. Und wenn der neu eingerichtete Geräteraum Covid-19-bedingt nicht genutzt werden durfte, dann hat man das Fitnesstraining eben kurzerhand ins Freie gelegt. Der gesundheitliche Faktor in dieser von Home-Schooling und -Office geprägten Zeit kann nicht hoch genug eingeschätzt werden!

Als kreativ haben sich die Verantwortlichen jedoch nicht allein beim Ausüben ihrer Sportart gezeigt. Viele haben über den Fußball, den Boxhandschuh oder den Laufschuh hinausgeblickt und überlegt, was sie der Gesellschaft im Allgemeinen, ihren Mitgliedern im Speziellen Gutes tun können. Und das war beziehungsweise ist eine ganze Menge!

So sind etwa eine Online-Tombola und eine Spendensammlung für erkrankte Kinder, ein coronakonformes Kotelett-Essen oder virtuelle Spieleabende, Weihnachtsfeiern und Adventskalender organisiert worden. Und Fußballer – die gemeinhin nicht gerade den Ruf als feinfühligste Mitmenschen genießen – haben sogar einen Shuttle-Service für ältere Menschen zum Impfzentrum ins Leben gerufen. Dies sind nur einige von etlichen weiteren Beispielen, wie sich Donnersberger Sportler in diesen schwierigen Monaten positiv eingebracht haben. Allen Beteiligten gebührt dafür ein tosender Applaus, den sie normalerweise für Siege und Bestzeiten einheimsen.

Da ist es nur konsequent, dass die RHEINPFALZ zusammen mit dem Donnersbergkreis in diesem Jahr nicht die sportlichen, sondern die gesellschaftlichen Leistungen der Akteure in der Corona-Krise belohnen will. Die zehn Kandidaten haben wir in den vergangenen zwei Wochen vorgestellt, eine Zusammenfassung samt Coupon zur Teilnahme an der Wahl finden Sie heute auf der Lokalseite 6. Eines steht fest: Egal, wer am Ende auf dem Treppchen steht – „Sporthelden“ sind alle Nominierten bereits jetzt!

Gastronomen: Ein Marathon ohne Distanz und Ziel

Als „Sporthelden“ könnte man gewissermaßen auch die Gastronomen in unserer Region bezeichnen. Denn ihr Willen, allen Widrigkeiten zu trotzen und selbst bei nach wie vor fehlender vernünftiger Perspektive nicht aufzugeben, erinnert an einen Marathonlauf. Allerdings an einen, bei dem die Distanz nicht festgelegt und das Ziel stets ein Stückchen weiter nach hinten geschoben wird. Angesichts der verzweifelten Lage, in der sich viele Restaurant- und Hotelbesitzer befinden, ist es jedenfalls bewundernswert, dass sie der Krise mit immer neuen Ansätzen begegnen. Es ist eine tolle Sache, dass sich mehrere Donnersberger Betreiber an dem bundesweit praktizierten Konzept beteiligen, Gästen das Essen (samt Geschirr) an ihr vor dem Lokal parkendes Wohnmobil zu liefern.

Nun besitzt natürlich nicht jeder ein Wohnmobil – und der Leser fragt sich, ob das Angebot vielleicht noch zu erweitern wäre: Mit dem Auto anreisen, die Camping-Möbel auspacken und das Essen im (Infektions-ungefährlicheren) Freien genießen? Oder gar zu Fuß kommen, die Picknickdecke ausbreiten und sich dort ein Menü mit einem guten Glas Wein servieren lassen? Schnell keimen aber Zweifel auf: Bestimmt würde damit gegen eine Vorschrift verstoßen: Alkoholverbot unter freiem Himmel, das Blockieren von Parkplätzen, irgendwann vielleicht sogar gegen ein andernorts schon geltendes Verweilverbot ...

Um nicht missverstanden zu werden: Viele Schutzmaßnahmen sind meiner Meinung nach richtig und notwendig, gerade momentan muss alles getan werden, um die Überlastung der Intensivstation zu verhindern. Aber besonders in der Gastronomie, wo mit viele Mühe funktionierende Hygienekonzepte erstellt wurden, drängte sich in den vergangenen 13 Monaten wiederholt das Gefühl auf, dass dort mit Kanonen auf Spatzen geschossen wurde.

Wie auch immer: Vorerst bleibt den Hoteliers und Wirtsleuten nix anderes übrig, als sich mit kreativen Ideen so gut es geht über Wasser zu halten – das ihnen schon bis zum Hals steht. Bei der Google-Reise quer durch die Republik findet man weitere pfiffige Vorschläge: das Verschicken von Menü-Paketen, eine durch die Gegend rollende Cocktail-Bar, Köche beziehungsweise Köchinnen, die man für zuhause mieten kann (natürlich jeweils nur eine Person) oder Online-Kochkurse und -events. Letztere sogar speziell für Singles – also eine Kontaktbörse in kontaktarmer Zeit inklusive.

Vielleicht ist ja etwas dabei, was Nordpfälzer Lokal-Betreiber auf ihrem Corona-Marathon verwenden können. Ihnen sowie allen Lesern ein schönes Wochenende, passen Sie auf sich und andere auf – und halten Sie durch!

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