Donnersbergkreis
Wartenberg-Rohrbach: Sträucherrückschnitt vom Fachmann kundig erklärt
Wartenberg-Rohrbach. Nichts geht über ein gemeinsames Witterungserlebnis in strömendem Regen und Sturm. Das dachten sich wohl auch die rund 25 Teilnehmer am Samstagmittag an der Mühle am Schlossberg. Der Kreis-Landfrauenverband hatte zum Anschauungsunterricht über den Zuschnitt von Zier- und Beerensträuchern mit dem Gartenbauingenieur Udo Krebs aus Obermoschel eingeladen.
Die Schirme mit den Händen fest umklammernd, Windböen und Regenschauern trotzend, lassen sich die Teilnehmer nicht beirren. Alle folgen Udo Krebs den matschig glitschigen Anstieg zur Übungsfläche hinauf. Das Restaurant der Mühle am Schlossberg betreibt hier einen hauseigenen, großflächig angelegten Kräutergarten.
„Herbsttragende Himbeeren immer ganz unten abschneiden“. Udo Krebs demonstriert mittels einer Gartenschere, wie den ausgedienten Zweigen zu Leibe zu rücken ist. „Das mache ich Zuhause auch immer so“, sagt Monika Kasserra, die Vorsitzende des Landfrauen-Ortsvereins Winnweiler, zu ihrer Begleitung. „Grundsätzlich wird Zuwachs benötigt. Wir müssen Anreize zum Wachsen geben“, führt Krebs aus. Nicht alleine über Nährstoffe und Wasser, sondern „auch über das Abschneiden alter Triebe“, sei dies möglich. Der Leitspruch: „Je stärker der Rückschnitt, umso stärker der Austrieb“, gelte auch hier.
„Immer unten nachschneiden“
Anschaulich demonstriert der Inhaber der Moschelland Baumschulen, wie alte Triebe der Johannisbeere durch das Gewicht der Früchte nach außen umfallen werden. Dann lasse die Wuchskraft nach. „Immer unten nachschneiden, denn von da sollen sie austreiben“. Die kleinen Triebe aus dem unteren Bereich sollten immer stehengelassen werden.
Die Teilnehmer stellen viele interessierte Fragen. Sie wollen wissen, wann die beste Zeit für den Schnitt sei? „Auf jeden Fall während der frostfreien Periode“, so die allgemeingültige Antwort. Auf einem Trieb entdeckt der Dozent die Rotpustelkrankheit. Dieser Pilz sei „ein Zeichen, dass es dem Strauch oder Ast nicht gut geht“, erklärt Krebs. Der Trieb werde absterben und sollte ganz weggeschnitten werden. Lore Riedel aus Winnweiler stellt fest, dass bereits nach wenigen Eingriffen ein deutlicher Unterschied zwischen einem gepflegten Rückschnitt und dem verwilderten Wuchs zu sehen sei.
Die halbkletternde Brombeere brauche ein Gerüst, wird an der nächsten Station erläutert. Nach spätestens drei Jahren müssten tote Äste herausgeschnitten werden. In der Regel stürben sie bereits nach zwei Jahren ab. Der Unterschied zwischen bedornten und unbedornten Sorten? „Blutige oder nicht blutige Finger nach dem Rückschnitt“, antwortet Udo Krebs schmunzelnd. Er demonstriert, wie in die entnommenen Äste Löcher gebohrt und diese als Nisthilfen für Insekten verwendet werden können. „Das sieht doch jetzt schön ordentlich aus“, meint eine Teilnehmerin beim Blick auf den gebändigten Wildwuchs. Einige Besucher fotografieren. „Dann kann ich mich Zuhause besser daran erinnern“, meinen sie. Eine Exkursion zu verschiedenen Rosenarten darf zudem nicht fehlen.
Petrus zeigt nur kurz Erbarmen
Für kurze Zeit hat Petrus Erbarmen mit den Kursteilnehmern. Doch bereits nach wenigen Minuten regnet und stürmt es erneut. Noch lassen sich die Gartenfreunde nicht entmutigen. Weiter geht es zum Lavendel. „Er altert sehr schnell. Alle zwei Jahre sollte Lavendel in der frostfreien Zeit des Frühjahrs ganz heruntergeschnitten werden“. Gleiches gelte für Rosmarin. Dichte Büsche schmücken den Kräutergarten. „Der Rosmarin ist so kompakt und grün bis unten hin, weil er regelmäßig abgeschnitten und für die Küche genutzt wird“, weiß Krebs.
Der Landfrauenverband Donnersbergkreis mit seiner Vorsitzenden Jutta Mohr ist der Ausrichter der Exkursion. Aus der Umgebung haben sich die Landfrauen Elke Ecker aus Kerzenheim und Ute Krauß aus Göllheim trotz der schlechten Wetterprognose auf den Weg gemacht. „Das interessiert uns sehr. Wir haben ja alle einen großen Garten“. Gegen Ende sind die Teilnehmer um viel Wissen über den richtigen Schnitt ihrer Zier- und Beerensträucher reicher und um manchen Regenschirm ärmer. Der böige Wind forderte seinen Tribut.