Rockenhausen Warnstreik: Adient-Werk steht zwei Stunden still
Als Erfolg bewertete Betriebsratsvorsitzender Ulrich Böttcher die Aktion: „Das Werk hat still gestanden.“ Rund 200 Mitarbeiter nahmen zudem an einer Kundgebung auf dem Werksgelände teil. Neben Böttcher sprachen Jugendvertreterin Saskia Augenreich sowie Alexander Ulrich von der IG Metall Kaiserslautern. Sie bekräftigten die angestrebten Ziele: vier Prozent mehr Lohn – wo es in einem Betrieb schlecht läuft, auch in Form von Lohnausgleich bei einer abgesenkten Arbeitszeit –, einen „Zukunftsvertrag“ und eine Übernahmegarantie für Auszubildende. So sei es für ein Unternehmen wichtig, die selbst ausgebildeten Facharbeiter zu halten und ihnen eine unbefristete Perspektive zu geben.
„Können noch eine Schippe drauflegen“
Böttcher lobte im RHEINPFALZ-Gespräch das disziplinierte Verhalten der Teilnehmer: „Gut, dass wir in Corona-Zeiten eine solche Veranstaltung durchführen konnten.“ Dies sei zugleich ein Signal an die Arbeitgeber: „Ihr seht, wir können – aber wir können auch noch eine Schippe drauflegen.“ Er erinnerte zudem daran, dass die Adient-Mitarbeiter während der Corona-Krise keine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes erhalten haben. „Sie sind tatsächlich mit 60 oder 67 Prozent Lohn nach Hause gegangen. Bei uns läuft es wirtschaftlich wieder gut, deshalb hätten die Leute ein Stück vom Kuchen verdient.“
Bereits am Montag hatten Kirchheimbolander Mitarbeiter des Autozulieferers Borg Warner an einem Autokorso samt anschließendem Treffen auf dem Eisenberger Marktplatz teilgenommen. Daran mitgewirkt haben auch Beschäftigte der Firma Gienanth. Insgesamt waren rund 60 Personen mit ihren Fahrzeugen zusammengekommen, um die Gewerkschaftsforderungen zu unterstreichen.