Göllheim
Waldbrandvorsorge: Mehr Material, mehr Schlagkraft, mehr Sicherheit
Wenn im Hochsommer die Wälder so trocken sind, dass schon kleinste Funken ausreichen, um Büsche und Bäume in Brand zu setzen, zählt jede Minute. Für die Feuerwehren bedeutet das höchste Einsatzbereitschaft. Sie müssen nicht nur so schnell wie möglich vor Ort sein, sie brauchen auch die bestmögliche Ausrüstung, um einen Waldbrand bekämpfen zu können. Damit ihre Wehrleute diese Aufgabe künftig noch besser meistern können, investiert die Verbandsgemeinde Göllheim jetzt gezielt.
Diese Maßnahme fällt der VG umso leichter, als es dafür Geld vom Land gibt, denn die VG ist eine von drei im Kreis, die am Regionalen Zukunftsprogramm Rheinland-Pfalz teilnimmt. Aus diesem Programm fließen insgesamt 1,9 Millionen Euro ins Göllheimer Rathaus, und rund 100.000 davon sind fest für die Waldbrandvorsorge eingeplant. Grundlage ist der Feuerwehr-Bedarfsplan, der im Februar 2025 erstellt wurde und der genau auflistet, was die Wehren in den Ortsgemeinden brauchen.
Rollwagen als mobile Einsatzbasis
Die Wunschliste enthält kleinere und größere Gegenstände, von Gürteln und Flaschenhaltern bis hin zu zwei Rollwagen für je 25.000 Euro, die mit diversen Ausrüstungsgegenständen wie beispielsweise Tauchpumpen, Löschrucksäcken oder robusten Hacken beladen werden können. Zwei Faltbehälter, die je 5000 Liter fassen können und pro Stück 5000 Euro kosten, sollen dafür sorgen, dass an schwer zugänglichen Übergabepunkten genügend Löschwasser vorhanden ist, auch bei geneigtem Untergrund. Sie sind außerdem zur Wasseraufnahme durch Hubschrauber geeignet.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Anschaffung von vier Düsenschläuchen für insgesamt etwa 10.000 Euro. Diese Schläuche geben über ihre gesamte Länge Wasser durch kleine Düsen ab und können so eine Wasserwand erzeugen, die bis zu 15 Meter hoch werden kann. Im Ernstfall kann diese Wand wie ein schützender Riegel oder Vorhang wirken, den Flammen den Weg abschneiden und so verhindern, dass ein Waldbrand sich ausbreitet. Ein solcher Schlauch hat den Vorteil, dass er schnell und einfach installiert und taktisch flexibel im Gelände eingesetzt werden kann. Zudem kann er vorbeugend die Vegetation nasshalten.
Mehr Schläuche, mehr Sicherheit
Auch das sonstige Schlauchmaterial wird aufgestockt. Beschafft werden 20 Waldbrandschläuche der Größe D für insgesamt rund 4500 Euro, 15 Strahlrohre gleicher Größe für 3000 Euro sowie fünf Verteiler. Dazu kommen fünf Schlauchtragekörbe für je 1000 Euro, sodass die Einsatzkräfte nicht nur mehr Material, sondern auch bessere Transportmöglichkeiten haben.
An die Sicherheit der Feuerwehrleute ist ebenfalls gedacht. Deshalb werden 170 neue Gerätegürtel angeschafft. Daran lassen sich Funkgeräte, Schutzmasken oder Brillen befestigen, sodass im Ernstfall alles griffbereit ist. Passend dazu gibt es 170 Flaschentaschen, in denen Trinkwasser oder andere Flüssigkeiten transportiert werden können. Beide Posten schlagen jeweils mit rund 7000 Euro zu Buche. Damit setzt die Verbandsgemeinde gezielt auf eine Stärkung der technischen und logistischen Möglichkeiten ihrer Feuerwehr, um bei Wald- und Vegetationsbränden schneller, effizienter und sicherer agieren zu können.