Donnersberger Echo
Von schönen Erinnerungen, guten Verbindungen und erfreulichen Absichten
Resifest: Erinnerungen statt Erlebnisse
Fast fühlt es sich an wie Normalität, die Masken werden immer seltener gebraucht – immer öfter auch mal vergessen. Fast fühlt es sich an, als wäre das Leben zurückgekehrt. Doch es gibt sie noch, die Tage, an denen doch schmerzlich bewusst wird, was fehlt. Gerade an diesem Wochenende, an dem es sich die Menschen in Kirchheimbolanden mit ihren zum Teil weit angereist Gästen in Höfen und unter Zelten bei den „Drei Sommertagen in der kleinen Residenz“ gut gehen lassen sollten. Als kleines Trostpflaster haben wir für Sie eine Bilderseite vorbereitet, die dabei helfen wird, in schönen Erinnerungen zu schwelgen. Ein Ersatz für Kulturnacht, Feuerwerk, Pfälzer Weine und „Alte Freunde treffen“ kann es nicht sein. Aber vielleicht ein kleines Zeitverkürzen bis zum nächsten Jahr.
Heimat shoppen: An einem Strang
Dass das Motto „wir bleiben daheim“ auch einen positiven Beigeschmack haben kann, zeigt die Aktion „Heimat shoppen“, der sich der Kreis im September anschließen wird. Das Einkaufen bei den Geschäften vor Ort zu einem Erlebnis zu machen, ist das Ziel dabei. Musikgruppen, Chöre, Anbieter von regionalen Produkten oder Künstler aus der Region – wer mitmachen möchte, ist willkommen. Und natürlich haben dabei die Geschäfte geöffnet. Die Idee, die Geschäftswelt im Kreis mit dieser Aktion zu vernetzen, ist aus der (Corona-)Not entstanden und könnte sich als wichtige Strategie erweisen, um dem lokalen Einzelhandel den Rücken zu stärken . Denn im Kampf gegen die mächtigen Internetriesen können Einzelhändler nur bestehen, wenn sie ihre Kämpfe nicht alleine führen müssen, wie David gegen Goliath. Ein kreisweites Konzept könnte dem örtliche Einzelhandel in diesem Kräftemessen einiges an Schlagkraft liefern.
Spendenaktionen: Zielgerichtet und schnell
So kennt man sie, die Menschen aus dem Donnersbergkreis. Wenn Not herrscht, dann sind sie zur Stelle. Das war bei dem Moschelhochwasser 2014 so – damals kamen 1,2 Millionen Euro zusammen –, und das ist jetzt bei der Hochwasserkatastrophe in der Eifelregion wieder so. Die Hilfsbereitschaft ist groß, zahlreiche kleine und größere Sammelaktionen laufen, Kontakte wurden geknüpft, und im Hintergrund entstehen bereits Listen mit dem, was in der Katastrophenregion gebraucht wird.
Zielgerichtet soll die Hilfe sein, die mit dem Spendengeld geleistet wird, das bei der Donnersberger Initiative in Not, bei der Feuerwehr der VG Kirchheimbolanden und beim Lions Club Winnweiler geleistet wird. Die Menschen erfahren, was mit ihren Spenden geschieht, nichts soll in einem „Bürokratie-Wasserkopf“ hängen bleiben oder auch nur ausgebremst werden. Die Wehrleute um Sascha Angst haben bei ihren Einsätzen bereits Kontakte geknüpft, Jamill Sabbagh und Claus-Jürgen Baaden werden als Vertreter der Donnersberger Initiative voraussichtlich in den kommenden Tagen in die Katastrophenregion fahren, um zu schauen, wo ihre Hilfe am nötigsten ist. Dass diese Vorgehensweise bei vielen Bürgern Anklang findet, zeigen die Kontostände.
Impfaktionen: Der Berg kommt
Es ist ebenso seltsam wie immer wieder wahr: Je rarer eine Sache ist, desto wertvoller scheint sie. Während zu Beginn der Impfkampagne noch vielfach mit Engelszungen _ auch auf Menschen in exponierten Berufen wie im Gesundheitsbereich – eingeredet werden musste, dass sie sich doch die immunisierende Spritze verpassen lassen, kam sofort Bewegung in die Angelegenheit, als es plötzlich hieß: Der Impfstoff ist knapp.
Heute dagegen, wo man sich bei Impfaktionen gar das passende Serum aussuchen kann, wird das Ganze wieder deutlich uninteressanter, und die Impfbereitschaft nimmt ab. Umso besser, dass man jetzt nach der Devise, „dann muss halt der Berg zum Propheten kommen“, in die Ortschaften geht, um es den Unentschlossenen so bequem wie möglich zu machen. Und es hat Erfolg. An die 100 Personen kamen jeweils zu den vier Kreisaktionen in Kirchheimbolanden, Winnweiler und Eisenberg, wie viele zum Impfbus nach Göllheim kamen, ist noch nicht erfasst. Ein Grund zum Schulterklopfen, denn während bundesweit etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung vollständig geimpft ist (rund 54 Prozent), sind es im Kreis bereits an die 72 Prozent, rund 11.890 bei den Hausärzten und rund 42.900 im Impfzentrum.