Donnersbergkreis Vom Atlantik bis zum Balkan

Bekanntlich kann man in 80 Tagen um die Welt reisen. Dass einem aber auch in zwei Stunden ein – zumindest musikalischer – Streifzug durch Europa gelingt, das hat die Sängervereinigung Winnweiler am Samstagabend bei ihrem Chorkonzert im Winnweilerer Festhaus bewiesen. Dabei waren die Akteure eigentlich vier Monate zu spät dran.
Denn ursprünglich hätte diese „Europareise“ bereits im vergangenen November durchgeführt werden sollen. Doch dann musste das Konzert wegen einer Erkrankung der Chorleiterin kurzfristig abgesagt werden. Werner Lacmann, erster Vorsitzender der Sängervereinigung, brachte in seinen Begrüßungsworten denn auch seine Freude zum Ausdruck, dass die Dirigentin Petra Lieberich inzwischen wieder „an Bord“ sei und die Europareise nun stattfinden könne. Für einen stimmungsvollen Auftakt im voll besetzten Festhaus sorgte das Bläserensemble um Nicolas Geminn mit Charpentiers „Te deum“ – besser bekannt als Eurovisions-Hymne. Die Sängervereinigung präsentierte sich dem Publikum mit ihren drei Chören. Zu Beginn entführte der Männerchor (Leitung Jens Illichmann) die Gäste auf die Gipfel der Alpen mit „La Montanara“ und dem „Ave Maria der Berge“, ehe es mit dem gemischten Chor „Tonika“ in den hohen Norden nach Finnland und Schweden ging. „Als wohl größte verbindende Klammer zwischen den Nationen, Sprachen und Kulturen“ bezeichneten die „Reiseleiterinnen“ Ruth Schäfer und Helga Wacker die Musik. Beide führten die Zuhörer charmant mit Wissenswertem und Anekdoten zu den „bereisten“ Ländern und ihren Bewohnern durch das Programm. Mit Dudelsack-Klängen der Formation „Whisky, Coke und Selters“ ging es über „Scotland, the Brave“ und „Mull of Kintyre“ weiter nach England, vom Bläserensemble musikalisch mit „Amazing Grace“ präsentiert. Die kürzlich verstorbene Schlager-Legende Udo Jürgens war ebenfalls mit zwei Liedern („Ein ehrenswertes Haus“, „Mit 66 Jahren“) vertreten. „Erwärmen“ ließ sich das Publikum durch Musiktitel, die Europas südliche Gefilde darstellten. Bei „Eviva Espana“, dargeboten vom Männerchor, und dem vom Frauenchor vorgetragenen „Ich liebe das Leben“ der Griechin Vicky Leandros wurde im Festhaus kräftig mitgeklatscht und -gesungen. Insgesamt überzeugten die Chöre mit großer Bandbreite und Homogenität, das Bläserensemble sorgte für willkommene Abwechslung zu den Gesangsdarbietungen. „Es war ein unterhaltsamer Abend“, resümierte ein Besucher die gelungene Konzertreise vom Atlantik bis zum Balkan, vom Nordkap an die Costa del Sol. Lohn für die Akteure war am Ende lang anhaltender Applaus der begeisterten Zuhörerschar, darunter auch Sängerinnen und Sänger aus Chören benachbarter Ortschaften. Man kennt und schätzt sich eben in der großen Sängergemeinschaft. (wama)