Donnersbergkreis Volksnaher Partymacher
«KIRCHHEIMBOLANDEN.»Der Auftakt des Festwochenendes zum 650. Geburtstag der Stadt hielt am Freitag alles, was er versprochen hatte: Mit Max Giesinger und Lea standen zwei bekannte Gesichter der deutschen Popmusik-Szene auf der Bühne im Herrngarten. 5000 begeisterte Menschen feierten ausgelassen mit den Stars, die auch die eine oder andere Überraschung parat hatten.
Schwarze Jeans, weißes Shirt, verwuschelte Haare, Gitarre in der Hand. So stand der Star des Abends, Max Giesinger, auf der Bühne. Nachdem der große Vorhang gefallen war, startete der 29-Jährige das Konzert mit seiner Band direkt mit einem Hit: „Roulette“. Starker Bass, leicht raue Stimme – ein perfektes Zusammenspiel. Das Publikum sang mit, Mädchen saßen auf Papas Schultern und hielten Plakate nach oben. Zu diesem Zeitpunkt wusste noch keiner, wie nah man dem Star an diesem Abend noch kommen würde. Bevor Giesinger seinen großen Auftritt hatte, stand die Sängerin Lea mit ihrer Band auf der Bühne. Sie sang unter anderem ihre neue Single „Zu dir“ – übrigens ein Song aus der Feder vom aus Winnweiler stammenden Musikstar Mark Forster. Der wusste nichts davon, dass Lea nur wenige Kilometer entfernt von dessen Heimatort einen Auftritt hat. „Er hätte sonst bestimmt Grüße dagelassen“, sagte die Sängerin schmunzelnd nach dem Konzert im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Lea, das ist eine natürliche, auf dem Boden gebliebene junge Frau, die mit viel Gefühl in der Stimme bestach. Und da sie nicht davon ausging, dass das Publikum die Textzeilen ihres Liedes kennt, hielt sie zwischendrin auch mal ein selbstgeschriebenes Plakat in die Höhe. „Es hat total viel Spaß gemacht. Die Leute waren so dabei und waren so am Start“, freute sich die Sängerin. Gemeinsam mit Max Giesinger setzte sie später nochmal ihren Hit „Leiser“ in einer etwas anderen, emotionalen Version um. Eine wunderbare „Weltpremiere“! Max Giesinger selbst war an diesem Abend nah dran am Publikum – und das im Wortsinn. So dichtete er spontan sein Lied „Kalifornien“ um: „Und wenn du nicht mehr kannst, trag ich dich auf Händen und wir ziehen nach Kirchheimbolanden.“ Der mittlerweile in Hamburg lebende Künstler stammt eigentlich aus der Nähe von Karlsruhe und so begegnete er seinem überwiegend nordpfälzischem Publikum mit badischem Dialekt. Das schaffte nicht nur eine Nähe zu den Besuchern, sondern ließ einen auch immer wieder Schmunzeln: „Ich nehm noch einen Schluck von dem nordpfälzischen Wässerle“, plauderte er, bevor er weiter rockte. Giesinger begeisterte seine Zuschauer mit seiner ehrlichen, authentischen Art. Und er ließ sie ganz nah an sich ran. Schon beim zweiten Lied des Abends – „Kalifornien“ – gesellte er sich mitten ins Publikum. Und während er seine Zeilen sang, lief der Sänger wieder Richtung Bühne zurück. Ungläubige, vor allem weibliche, Schreie. Handys wurden gezückt. Der Moment musste natürlich festgehalten werden. Max Giesinger schaffte es, das Publikum mitzunehmen, mit ihm zusammen zu feiern. Sein Hit „Wenn sie tanzt“ wurde mit starkem Sound gespielt, der ganz Kibo zu füllen schien. Beim Publikum gab es kein Halten mehr. Alle tanzten, bewegten sich. Dazu die bunten Lichter von der großen Bühne. Wahnsinn! Neben seinen bekannten Songs spielte er auch unbekanntere Lieder und führte so das Publikum zurück zu seinen Wurzeln. Er zeigte zudem, dass er auch gut auf Englisch singen kann: Ein Kuschelrock-Medley überraschte und begeisterte das Publikum zugleich. „Es war uns ein Fest mit euch. Mit diesen Worten bedankte sich Giesinger bei dem begeisterten Publikum. Um eine Zugabe kam er natürlich nicht umhin. Und dort wurde noch einmal ein amtliches – musikalisches – Feuerwerk gezündet. Giesinger packte seinen bekanntesten Titel „80 Millionen“ aus – und das in einer extra ausgedehnten Version. Dabei durften zwischenzeitlich sogar drei junge Fans als Background-Chor auf die Bühne. Alles endete in einem Glitzerkonfetti-Regen. Dieser leuchtete fast so wundervoll wie die unzähligen Handylichter, die sich im Takt zur Musik bewegten. Ein Gänsehautmoment. Einer, der förmlich nach einer Wiederholung schreit. Nicht vergessen sollte man aber auch die Band, die das Open-Air-Festival eingeleitet hatte: „Elijah“. Auch diese legte einen klasse Auftritt hin und hatte das Publikum schon zu früher Stunde beachtlich im Griff. „Die Leute haben Spaß, wollen feiern. Das hat es uns einfach gemacht“, schwärmte Bassist Matthias Malinowski, der einzige Kirchheimbolander an diesem Abend auf der Bühne. Viel Applaus gab es auch noch nach dem Giesinger-Konzert für eine Lasershow, in der die „Kerchemer Wutz“ durch die Geschichte der Stadt spazierte. Kultur