Fussball
Volker Kremer: Mit Leidenschaft Jugendtrainer
Volker Kremer bläst in seine Trillerpfeife, und die Mannschaft versammelt sich um ihn. Ein Bild, das allen bekannt sein dürfte, die in den vergangenen Jahrzehnten den Sportplatz in Göllheim besucht haben.
Doch der Reihe nach: Im Alter von 17 Jahren stieß Kremer zur aktiven Mannschaft des TuS Göllheim und feierte direkt den Aufstieg in die zweite Amateurliga. „Damals gab es allerdings weniger Ligen, vom Niveau her ist das vergleichbar mit der heutigen Landesliga“, gibt er sich selbst bescheiden. Seine fußballerische Heimat verließ er nie, blieb seinem Verein immer treu. Bei einer Jubiläumsfeier wurde er gar von Karl-Heinz Hollatz als „einer der besten Fußballer, die es beim TuS je gab“ bezeichnet.
Väter und Söhne trainiert
Doch Kremer kickte nicht nur selbst. Bereits im Alter von 20 Jahren übernahm er seine erste Jugendmannschaft, um sein eigenes Können und Wissen weiterzugeben. Mit Jörg Neu war damals ein Spieler an Bord, dessen beide Söhne Julius und Philipp in Kremers aktuellem A-Junioren-Team des FJFV Donnersberg aktiv sind. Der Fußball-Jugend-Förderverein ist ein Zusammenschluss des TuS Göllheim, SV Orbis, SV Kirchheimbolanden und des TuS Bolanden.
Zum alten Eisen gehört der Fußballfachmann deshalb noch lange nicht. Sein Training ist modern und ansprechend, macht seinen Spielern Spaß. „Ich will mit meinen Mannschaften technisch ansprechenden, offensiven Fußball spielen. Die notwendige körperliche Fitness holen wir uns über Spielformen“, erinnert er von seiner Philosophie eher an Julian Nagelsmann als an Felix „Quälix“ Magath. Besondere Freude mache es ihm, die Entwicklung seiner Spieler zu beobachten. „Am liebsten sind mir Spieler, die alles geben und das versuchen umzusetzen, was ich ihnen vorgebe.“
Taktisch variabel und ein echtes Schlitzohr
Als vorbildliche Spieler haben aus seiner Anfangszeit Jörg Neu, Eckard Lander und Kai Ghoul Eindruck hinterlassen. Christoph Hartmüller und Philipp Hornung waren ebenfalls solche Schützlinge, „die sich jeder Trainer nur wünschen kann“. Im selben Atemzug mit diesen Namen, die allesamt in Fußballerkreisen bestens bekannt sind, nennt er auch die Spieler Maximilian Selz, Felix Ullrich und Jonas Jacob aus seinem aktuellen Team.
Damals wie heute, Kremer geht mit dem Puls der Zeit. Er klingt schon fast wie ein noch junger, aufstrebender Trainer, wenn er über seine taktische Marschroute spricht: „Je nach Gegner stellen wir von Viererkette auf Dreierkette um. Das kommt natürlich auch immer darauf an, ob der gegnerische Trainer mit einem oder zwei Stürmern spielt.“
Besonders beeindruckend ist es, wie der Mittsechziger intuitiv seit gefühlten Ewigkeiten das umsetzt, was bei der heutigen Trainerausbildung des Südwestdeutschen Fußballverbandes von angehenden Trainern gefordert wird: spielnahes Training, um die Spieler optimal auf den Wettkampf vorzubereiten. Der pensionierte Personalratsvorsitzende der Kreisverwaltung in Kirchheimbolanden erzählt begeistert von einem Beispiel, bei dem ein einstudierter Spielzug aus dem Training perfekt im Spiel funktionierte und zum Torerfolg führte: „Das sind die schönen Momente, in denen man Bestätigung für das erfährt, was man aus Leidenschaft tut. Natürlich braucht man dafür auch Spieler, die an die eigene Idee glauben und mitziehen.“
Spezialität: Ecken und Freistöße
Ein weiteres Beispiel für die moderne Arbeit Kremers ist seine Kreativität in Sachen Standards. Wohl kaum ein anderer Trainer im Kreis besitzt ein solch großes Repertoire an Eckball- und Freistoßvarianten wie er. Volker Kremer ist in der Jugendarbeit des TuS Göllheim/FJFV Donnersberg nicht wegzudenken. Einerseits sein Fußballsachverstand, andererseits die Fähigkeit, die jungen Spieler zu verstehen, die im Grunde einer ganz anderen Generation angehören. Maximilian Selz, der bald in die erste Mannschaft des TuS Göllheim aufrücken wird, geht den Weg mit Kremer bereits seit acht Jahren und erzählt wertschätzend: „Er schafft es immer wieder, erfolgreichen Fußball spielen zu lassen. Aber nicht nur das, er setzt sich unglaublich dafür ein, auch den Zusammenhalt in der Mannschaft zu stärken und jeden persönlich weiterzuentwickeln.“ Ein Lob, das seinen Trainer wohl für all die Jahrzehnte des Aufwands entschädigen dürfte …
Die Serie: Gesichter des Sports
Sie sind unverzichtbar für einen jeden Verein und schwer zu finden. Menschen, die sich mit Herzblut einbringen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Wir stellen in unserer Serie diejenigen vor, die sich in besonderem Maße ehrenamtlich engagieren und lassen sie zu Wort kommen. Kennen Sie auch so einen Arbeiter in der zweiten Reihe ihres Sportvereins, einen Macher, der sich in den Dienst der Mannschaft stellt und ohne den viele Projekte nicht möglich wären? Dann schreiben Sie uns an reddonn@rheinpfalz.de.
