EISENBERG RHEINPFALZ Plus Artikel „Viele sind wegen der Impfstoffe wieder verunsichert“

Der Corona-Impfbus des Landes vor der Eisenberger Grundschule.
Der Corona-Impfbus des Landes vor der Eisenberger Grundschule.

Die Pandemie ist nicht vorbei. Das zeigen die vielen Fälle, die die meisten gerade im Bekanntenkreis bezeugen können. Und so dreht auch der Impfbus des Landes Rheinland-Pfalz weiter fleißig seine Runden. Er war dieser Tage auch in Eisenberg. Denn: Der Herbst kommt bestimmt.

Nein, noch sind längst nicht alle, die geimpft werden könnten, auch geimpft. Nach aktuellen Informationen des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums haben in Rheinland-Pfalz 84,2 Prozent der Über-18-Jährigen eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Es gibt also noch Luft nach oben. Dieser Tage hat daher der Impfbus des Landes Rheinland-Pfalz, der unermüdlich seine Runden dreht, mal wieder in Eisenberg Station gemacht. Wie jeden Monat. Diesmal: auf dem Parkplatz an der Pestalozzi-Grundschule. Aber: „Die Nachfrage nach Impfungen hat deutlich nachgelassen“, sagt Siggi Nurmuhamed vom Deutschen Roten Kreuz, der den Impfbus im Auftrag des Ministeriums betreut.

Nurmuhamed kommt aus Winnweiler, kennt die Region rings um den Donnersberg bestens und ist seit den Anfängen des Impfbus-Projekts mit an Board. Die Situation sei deutlich entspannter als das, was er noch vor neun Monaten erlebte, sagt er. Damals war der Impfstoff knapp und die Nachfrage nach einer Covid-19-Schutzimpfung sei unglaublich groß gewesen. Eine eingeschränkte Verfügbarkeit des Impfstoffes, logistische Probleme, ein riesiger Aufwand bei der Datenerfassung – das waren einige Gründe, weshalb viele Menschen – auch in Grünstadt beispielsweise – bei Impftagen oftmals stundenlang im Freien warten mussten.

Seit einigen Wochen Ruhe eingekehrt

Irgendwann, so Nurmuhamed, wurden dann auch die Kommunen aktiv, öffneten Räumlichkeiten und vielerorts gab es auch noch personelle Unterstützung obendrauf. Im Dezember und Januar wurden in Eisenberg sogar eigene Impftage ins Leben gerufen und auch viele Ärzte setzten die Spritze an.

Seit einigen Wochen scheint aber irgendwie Ruhe eingekehrt zu sein bei diesem Thema. Die Landesregierung setzte in Spitzenzeiten zwölf Impfbusse ein, heute sind es gerade mal sechs, wobei einer noch als Reserve bereitsteht. Vom Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Rheinland-Pfalz war zu erfahren, dass im zweiten Quartal des Jahres die Impfzahlen geringer geworden sind. Seit Juli könne man aber wieder einen Anstieg der Zahlen erkennen. Im Donnersbergkreis habe man eine recht konstante Nachfrage nach dem Impfbus. Konkrete Zahlen zu nennen, das sei aber schwierig.

Die meisten boostern

In Eisenberg gab am Montag 47 Impfungen. Davon waren eine Erstimpfung und eine Zweitimpfung, der Rest waren Booster. „Das sieht in anderen Orten seit Wochen ähnlich aus“, sagt Nurmuhamed. Um die 60 seien es meist. Kurz vor den Ferien wurde das Impfteam in Kaiserslautern bei einem Termin überrascht, erzählt er. „Dort kamen über 200 Impfwillige, mit denen wir nicht gerechnet hatten. Wahrscheinlich wollten viele noch vor dem Urlaub die Impfung auffrischen lassen“, sagt der DRK-Mann. Recht große Nachfrage habe es auch in der Zeit gegeben, als nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine viele Flüchtlinge in der Region Zuflucht fanden. „Viele hatten zwar eine Impfung, aber mit Impfstoffen, die bei uns keine Zulassung hatten und somit nicht anerkannt wurden. Erst nach und nach war klar, wann nachgeimpft werden musste und in welchen Fällen der injizierte Impfschutz nach unserer Auffassung ausreichte“, so Nurmuhamed.

Momentan, so sein Eindruck, sind viele Menschen wieder einmal total verunsichert wegen der Diskussion über die neuen Impfstoffe, die im Herbst kommen sollen. Einige informierten sich am Impfbus zu diesem Thema. „Manchmal wird dann eine angedachte Impfung nicht durchgeführt und die Leute warten bis in den Herbst“, so Nurmuhamed. Die meisten der aktuell Impfwilligen führen aber gar keine lange Diskussionen mehr. Erfreulich sei, dass es immer wieder Erstimpfwillige gibt, die sich nach sehr langer Zeit dann doch für die Impfung entscheiden. Das bestätigt auch ein Sprecher der Kreisverwaltung Donnersbergkreis. In deren Impfzentrum kommen zwei bis drei Personen pro Impftag zur Erstimmunisierung. Im Durchschnitt werden an den Impftagen 20 Impfungen vorgenommen.

Zusätzlich werden auch vom Donnersbergkreis aus gesteuerte Kinderimpftage angeboten. Das Team des Impfzentrums besucht überdies aktiv Einrichtungen wie etwa Altenpflegeheime.

INFO

Außer den Impfbussen des Landes, die auch zukünftig im Donnersbergkreis unterwegs sein werden, ist beispielsweise auch ein Besuch im Impfzentrum in einem ehemaligen Autohaus gegenüber des Gesundheitsamtes in der Morschheimer Straße 8 in Kirchheimbolanden möglich. Öffnungszeiten: Jeweils dienstags und freitags von 10-13 Uhr.

Siggi Nurmuhamed
Siggi Nurmuhamed
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