Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Vereine warten nach SWFV-Beschluss weiter auf Saison-Fortsetzung

Ein erster Schritt ist geschafft.
Ein erster Schritt ist geschafft.

Entscheidung vertagt – der SWFV will Anfang April endgültig über die Saisonfortsetzung in den Amateurklassen entscheiden. Im Mai könnte es noch einmal weitergehen. Einige Trainer bleiben skeptisch und obwohl seit Montag wieder unter Auflagen trainiert werden kann, wagen noch längst nicht alle diesen Schritt.

Das Präsidium des Südwestdeutschen Fußballverbandes (SWFV) hat sich am Mittwochabend noch nicht festgelegt, ob die Saison im Amateurfußball fortgesetzt oder frühzeitig abgebrochen wird. Der Beschluss besagt, dass „eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs spätestens Anfang Mai erfolgen muss, um einen rechtzeitigen Abschluss der Runde mit Wertung zu erreichen.“ Könnte die Saison tatsächlich Anfang Mai wieder starten, wäre ein Abschluss der Hauptrunde noch möglich. Dies ist Voraussetzung dafür, dass die Saison sportlich gewertet werden kann.

Doch um im Mai wieder zu beginnen, muss laut SWFV spätestens Anfang April „ein uneingeschränktes Mannschaftstraining“ möglich sein, um den Mannschaften eine vierwöchige Vorbereitung zu gewähren. Bei einer landesweiten Inzidenz zwischen 50 und 100 (Rheinland-Pfalz liegt aktuell bei 49) wäre das frühestens ab 5. April wieder möglich. Bleiben die Inzidenzwerte in der Region weiter stabil unter 50 (aktuell: Donnersbergkreis 25), ist ein „uneingeschränktes Mannschaftstraining“ sogar ab 22. März möglich („4. Öffnungsschritt“).

Entscheidung fällt Anfang April

Die Not-Spielpläne sehen vor, dass bei einem Re-Start Anfang Mai alle verfügbaren Spieltermine genutzt werden müssen, um die Hauptrunde am 20. Juni abzuschließen. Die Spielordnung sieht nach jetzigem Stand vor, die Gruppen nach Beendigung der Hauptrunde zusammenzulegen, um die Auf- und Absteiger zu ermitteln. Es ist angedacht, die Spielordnung zu ändern, um die Saison sportlich fair zu beenden. Möglicherweise werden deshalb zusätzlich drei Termine für Entscheidungsspiele eingeplant. Über die Fortsetzung der Saison und das genaue Prozedere, das Auf- und Abstiege regelt, will das SWFV-Präsidium am 7. April entscheiden. Klappt der Einstiegstermin nicht, wird die Saison ohne Wertung abgebrochen.

Unterdessen darf seit Montag wieder im Freien trainiert werden, wenn auch nur in Gruppen von maximal zehn Personen und unter Einhaltung der Abstandsregeln. Timothy Hanauer, Trainer des TuS 07 Steinbach, begrüßt die Lockerungen. Ein Training auf dem heimischen Rasenplatz hat aber in dieser Woche noch nicht stattgefunden. „Irgendwie passt es, dass die Dinge gerade in dieser Woche gelockert worden sind. Wir stehen nämlich aktuell in unserer letzten Phase der Laufchallenges“, erzählt Hanauer. In den vergangenen Monaten haben sich die Spieler mit Laufwettkämpfen, die über eine App koordiniert werden, fit und bei Laune gehalten. „Aktuell machen wir die Aufgabe ,Schlag den Coach’“, erzählt Hanauer schmunzelnd. Ob die aktuelle Saison noch einmal fortgesetzt werden kann? „Es wäre schön, wenn das so kommen würde. Wir würden wirklich gerne die Saison mit einer Wertung zu Ende spielen. So wie es aussieht, ist der Südwestdeutsche Verband auch gewillt, die Saison fertig zu spielen. Zwar ohne Meisterrunde, aber immerhin.“ Gibt es einen Re-Start mit Aufsteigern, könnte sich der TuS noch Hoffnungen auf einen Aufstieg in die Verbandsliga machen. Die Steinbacher belegen den dritten Rang in der Nordstaffel der Landesliga.

Trainingsbetrieb wird langsam hochgefahren

Beim Bezirksligisten SV Kirchheimbolanden hat Coach Timo Riemer unter der Woche schon mit mehreren Gruppen angefangen, auf dem Platz zu trainieren. „Die Jungs wollten unbedingt. Wir haben dann langsam begonnen, aber natürlich kontaktlos“, erklärt der Trainer. „Wir hätten mit erster und zweiter Mannschaft 19 Mann, hoffen, wenn die Inzidenz im Kreis so niedrig bleibt, dass wir am 22. März wieder voll in die Vorbereitung einsteigen können.“ Riemer würde die Saison gerne irgendwie zu Ende spielen. „Aber nur, wenn es auch von den Zahlen machbar ist“, sagt der SVK-Trainer.

In der kommenden Woche kann sich Tim Gabelmann, der Coach der SG Rockenhausen/Dörnbach, vorstellen, dass das Training zumindest mit zehn Mann wieder beginnt. „Wir werden da in den nächsten Tagen planen, hoffen halt, dass die Inzidenz stabil bleibt.“ Beim B-Klassen-Vertreter TSG Zellertal will man unterdessen erst einmal noch abwarten. „Wir haben normalerweise 19 bis 25 Spieler im Training. Die Jungs sind derzeit ja unheimlich heiß darauf, dass sie wieder auf den Platz können“, erzählt Abteilungsleiter Thorsten Sprenger. Er sagt aber auch: „Es macht für uns gerade deshalb nicht so viel Sinn, weil wir uns aufteilen müssten, vielleicht könnten einige Spieler nicht kommen. Deshalb wollen wir erst einmal warten und schauen, ob die Zahlen weiter runtergehen oder ob sie wieder steigen. Der 22. März ist so ein Datum, an dem wir uns orientieren.“

Vielerorts noch Zurückhaltung

Auch die Spielerinnen des FC Marnheim haben sich in dieser Woche noch nicht zum Training getroffen. „Für die nächste Woche können wir einmal schauen“, sagt Trainer Sascha Jakobs. Er ist skeptisch in Sachen Fortsetzung der Saison. „Wir würden natürlich gerne spielen. Ob es aber Sinn hat, ist fraglich. Ich meine, in anderen Verbänden wurde die Saison abgebrochen und man will die nächste Spielzeit schon früher im Sommer beginnen. Das wäre auch eine Möglichkeit.“

C-Klassenvertreter TSG Kerzenheim wartet noch auf Grünes Licht der Verbandsgemeinde Eisenberg. „Unser Kunstrasen gehört ja der VG. Ich denke, in der nächsten Woche können wir da mit zehn Mann trainieren“, sagt der Vorsitzende Björn Wenz. Trainer und Spieler wissen Bescheid und hoffen, dass es bald losgehen kann. Gerne würden auch die „Eidechsen“ die Saison irgendwie noch zu Ende spielen. „Aber da müssen wir mal sehen, was der Verband dann letztlich entscheidet. Wir sind gespannt .“

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