Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Verbandsliga: Rüssingen bremst Euphorie – Steinbach muss Reaktion zeigen

Kunstvoll und mit viel Gefühl im Fuß, vor allem auch bei Freistößen: Geri Hasa. Er erzielte für Rüssingen die 2:1-Führung gegen
Kunstvoll und mit viel Gefühl im Fuß, vor allem auch bei Freistößen: Geri Hasa. Er erzielte für Rüssingen die 2:1-Führung gegen den FKP II.

Drei Ligaspiele und ein Pokalspiel am Stück hat der TuS Rüssingen in den vergangenen Wochen gewonnen und ist seit Anfang September in der Verbandsliga von Platz 15 auf Platz acht geklettert. Jetzt gibt es die Chance, den kommenden Gegner, SV Steinwenden, zu überholen. Der TuS Steinbach sinnt seinerseits auf Wiedergutmachung.

Sollte Rüssingen am Sonntag um 15 Uhr im Heimspiel gegen den SV Steinwenden ein weiterer Erfolg gelingen, würde das Team von Ediz Sari den Gegner in der Tabelle überholen. Der TuS-Trainer sieht einen eindeutigen Grund für den überzeugenden 4:1-Erfolg beim FK Pirmasens II. „Geri Hasa hat den Unterschied gemacht“, sagt er. Für ihn ist Hasa einer der besten, wenn nicht sogar der beste, Freistoßschütze in der Verbandsliga. Und das hat er auch in der Schuhstadt bewiesen, traf mit zwei Freistößen den Pfosten und erzielte, natürlich per Freistoß, den 2:1-Führungstreffer.

Aber Hasa war es dann doch nicht allein, der dem TuS schon den dritten Auswärtssieg dieser Saison bescherte. „Wir konnten uns auch in Pirmasens wieder auf eine stabile Defensive verlassen. Zudem hat man vom Anpfiff weg gemerkt, dass wir den Sieg unbedingt wollten. Wir sind direkt gut ins Spiel gekommen, dann wurde vieles leichter“, ergänzt der Trainer.

Abwehr muss umgestellt werden

Die gelobte Abwehrformation wird allerdings im Spiel gegen den Tabellensechsten aus Steinwenden so nicht auflaufen können. Der während der schon laufenden Saison dazugekommene und seither tadellos agierende Tolga Karlidag wird am Sonntag fehlen. „Für ihn wird Mike Nikoy eine Chance bekommen. Er hat sich den Einsatz verdient“, erklärt Sari seinen Plan. Doch er versucht die aufkommende Euphorie etwas zu bremsen. „Es ist schön, dass wir momentan unsere Spiele gewinnen, aber es ist natürlich noch nicht alles super. Genau wie vorher nicht alles schlecht war. Man merkt jetzt aber schon, dass die Rädchen besser ineinandergreifen. Zur Qualitätsverbesserung haben da auch die drei kurzfristigen Neuverpflichtungen beigetragen, obwohl Blendoar (Kryeziu) bisher verletzungsbedingt kaum gespielt hat.“

Für die Partie gegen Steinwenden erwartet er „ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem wir die Freude aus den letzten Partien mitnehmen wollen“. Trotz des komfortabel aussehenden achten Tabellenplatzes gibt es für ihn keinen Grund nachzulassen. „Wir müssen punkten, punkten, punkten. Bei möglichen fünf Absteigern müssen wir weiter vorlegen, um auch bei einer möglichen schwächeren Phase nicht gleich wieder hinten reinzurutschen.“ Auch da gibt ihm die Tabelle recht, denn der Vorsprung auf den ersten potenziellen Abstiegsplatz beträgt gerade einmal drei Punkte. Den belegt gerade Basara Mainz. „Für mich unverständlich, die gehören normalerweise weiter oben hin“, sagt Sari dazu und unterstreicht damit noch einmal die engen Verhältnisse in der Tabelle.

Verletztenliste wird noch länger

Der TuS Steinbach kam am vergangenen Wochenende bei der TuS Marienborn mächtig unter die Räder. 1:9 hieß es am Ende aus Sicht des Aufsteigers. „Wir waren einfach nicht auf dem Platz“, sagt der Steinbacher Coach Christoph Heinrich, der weiter betont: „Wir haben das im Trainerteam und in der Mannschaft alles ganz offen angesprochen. Die Einstellung im Team hat einfach nicht gestimmt. Ich erwarte nun am Sonntag eine entsprechende Reaktion von den Spielern.“

Die Steinbacher empfangen dann um 15.30 Uhr den ASV Fußgönheim. Beide Teams stehen derzeit in der Abstiegszone. Heinrich hofft, dass seine Mannschaft auf Augenhöhe mit den Vorderpfälzern sein kann. „Personell gehen wir halt immer noch auf dem Zahnfleisch“, sagt der TuS-Trainer. Mit Defensivspezialist Nils Frey, Mittelfeldmann Lukas Krautschneider und Armen Hayrapetyan fallen drei Leistungsträger verletzt aus. Ob Angreifer Jonas Krautschneider am Sonntag dabei sein kann, ist zweifelhaft. „Er hat sich auch verletzt“, sagt Heinrich.

Fußgönheim im Aufwind

Der ASV Fußgönheim hatte einen schwachen Start in die Saison. „Das lag vor allem daran, dass wir doch viele Neuzugänge hatten. Und das sind vor allem junge Spieler. Bis das alles harmoniert, braucht es seine Zeit“, sagt Giuseppe Vitale, der Abteilungsleiter Fußball des ASV. Doch die Fußgönheimer scheinen nun ins Rollen zu kommen. Die vergangenen drei Pflichtspiele, inklusive der Pokalpartie gegen den FC Speyer (2:1), plus ein Testspiel gegen die TSG Jockrim haben die Fußgönheimer gewonnen. Mit einem 3:1-Heimerfolg über Hassia Bingen am Mittwoch überholte der ASV die Steinbacher in der Tabelle und rückte auf den drittletzten Platz vor. Fußgönheim hat aber auch nur einen Punkt Vorsprung auf die Donnersberger. „Steinbach spielt sehr körperbetont, sie haben gegen Marienborn hoch verloren, aber jeder hat mal einen schlechten Tag. Wir fahren jetzt nicht nach Steinbach und denken, die schießen wir ab“, betont Vitale.

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