Donnersbergkreis Turbulenzen in der Schlussphase

Schwer zu stoppen: Winnweilers Mark Kilian läuft mit dem Ball am Fuß Felix Packheiser davon.
Schwer zu stoppen: Winnweilers Mark Kilian läuft mit dem Ball am Fuß Felix Packheiser davon.

«WINNWEILER.» Der ASV Winnweiler bleibt im Rennen um die Meisterschaft in der A-Junioren-Landesliga Nahe/Westpfalz. Am Freitagabend ging die Mannschaft des Trainerduos Klaus-Dieter Schäfer und Ingo Weis im Duell mit dem JFV Nord-West-Pfalz als glücklicher 2:1 (0:0)- Sieger vom Feld. Der eingewechselte Lars Mandel avancierte vor rund 100 Zuschauern durch seinen entscheidenden Treffer in der 87. Minute zum Derby-Matchwinner. Danach kochten die Emotionen auf und neben dem Kunstrasenplatz über.

180 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit nahm Mandel die Freistoßflanke von Außenverteidiger Tim Pfeiffer einmal mit und schloss eiskalt ins lange Eck zum 2:1 ab. Sein 14. Saisontreffer drehte das Spiel. Der anschließende Jubellauf der ASV-Junioren – erst in Richtung eigener Anhänger, dann am Gästetrainer Mladen Celar vorbei – war der Auslöser einer mehrminütigen Unterbrechung. Celar lag plötzlich am Boden. Spieler und Zuschauer beider Lager beschimpften sich gegenseitig wild mit Worten. Die Platzordnung der Gastgeber musste die Rudelbildung mehrmals schlichten. Doch was war passiert? Celar soll ASV-Abwehr-Ass Nick Pfannenstein aus naher Distanz ins Gesicht gespuckt haben, woraufhin Torhüter Nasuh Canalp dem Gäste-Coach einen Schubser verpasste. „Hier hat er mich erwischt“, zeigte Pfannenstein mit dem Finger unter sein rechtes Auge. Gästecoach Celar dementierte im Gespräch mit der RHEINPFALZ eine Spuckattacke: „Das habe ich nicht gemacht.“ Der junge Schiedsrichter Max Müller hatte die Szenen übrigens nicht gesehen, notierte er doch gerade Torschütze und Spielminute auf seinem Block. Als sich die Gemüter wieder beruhigt hatten, blies der Jugendförderverein zur Schlussoffensive – und das in Unterzahl, da Kapitän Janik Ulrich („Ich weiß nicht, was ich gemacht haben soll“) in Minute 71 von Müller wegen Beleidigung des Feldes verwiesen worden war. Der Ausgleichstreffer lag in der Luft, doch Canalp lenkte einen letzten Versuch der Nord-West-Pfälzer an die Latte und sicherte somit den ASV-Sieg. Zufrieden mit dem Ergebnis, aber nicht ganz einverstanden mit der Leistung seiner Schützlinge war das ASV-Trainer-Duo Schäfer/Weis. Dennoch vermerkten sie: „Wenn du solche Spiele gewinnst, kannst du Meister werden.“ Mit der Einwechslung Mandels bewiesen die beiden ein glückliches Händchen. Insgesamt war die Partie geprägt von vielen Zweikämpfen und Nickligkeiten. Höhepunkt in Halbzeit eins: ein von JFV-Keeper Eric Hemmer gehaltener Elfmeter. ASV-Kapitän Julian Merz schoss allerdings weder platziert noch fest. Herrgen hatte den Strafstoß clever gegen Ulrich herausgeholt. Für Akzente in der Offensive sorgte bei den Gästen meist Luis Koch, der jüngere Sohn der FCK-Kultfigur Harry Koch. Aus kurzer Distanz brachte Luis Koch nach einer Freistoßflanke seine Farben in Führung (53.). Beim ASV setzten sich Mark Kilian, der auch schon Einsätze bei den Verbandsliga-Herren zu verbuchen hat, und die großgewachsene Sturmspitze Ricki Schander einige Male gut in Szene. Letzterer nutzte ein cleveres Zuspiel von Julian Herrgen zum 1:1-Ausgleich (59.). Herrgen musste wenig später wegen einer Handverletzung ausgewechselt und mit dem Krankenwagen abgeholt werden. Gegenüber dem Referee sparte Mladen Celar kurz vor der Heimreise nicht mit Kritik: „Das war weder Elfmeter, noch eine Rote Karte für unseren Kapitän. Und das 2:1 von Winnweiler war zwei Meter Abseits. Jeder macht Fehler, aber ich hatte das Gefühl, dass der Schiedsrichter jede Aktion gegen uns gepfiffen hat. Am Ende wurde es unnötig hektisch. Da waren Emotionen dabei. Das kommt vor im Fußball.“ JFV-Akteur Nico Florian sprach dagegen von einer „verdienten Niederlage. Die Rote Karte war ausschlaggebend und laut Regelwerk korrekt. Das müssen wir akzeptieren.“ Durch den 16. Saisonsieg im 20. Spiel teilt sich der ASV bei einer Partie mehr mit TSG Trippstadt die Tabellenführung. Der JFV Nord-West-Pfalz, 21 Zähler, rutscht auf Rang acht ab. So spielten sie ASV Winnweiler: Canalp - Günther, Pfannenstein, Metzger, Pfeiffer - Solak, Herrgen - Kilian, Merz (67. Alzeed), Schattauer (53. Mandel) - Schander JFV Nord-West-Pfalz: Hemmer - Hardt (83. Bajrami), Lokai, Ulrich, Packheiser - Cerimi, Rexhepi, Florian - Koch Pisalski, Rexhaj (64. Reichel) Tore: 0:1 Koch (53.), 1:1 Schander (59), 2:1 Mandel (87.) - Beste Spieler: Pfannenstein, Kilian, Schander - Koch, Lokai - Gelbe Karten: Schander - Hardt, Pisalski - Rote Karte: Ulrich (71., Beleidigung) - Zuschauer: 100 - Schiedsrichter: Müller (Kaiserslautern).

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