Donnersbergkreis Trotz Zweifel weitere „Wildwarner“

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Das vor einigen Jahren begonnene, mittlerweile nicht mehr ganz unumstrittene Anbringen von blauen Wildwarn-Reflektoren an Straßen-Leitpfosten war eines der Themen bei der Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Donnersberg im Landesjagdverband (LJV). Bei dieser hat nicht zuletzt Landrat Winfried Werner lobende Worte für die Donnersberger Jäger gefunden.

Der rheinland-pfälzische Jagdverband sei ein anerkannter Naturschutzverband, und die Jäger würden auf diesem Gebiet Beachtliches leisten – das ist die Botschaft der Zusammenkunft vom vorigen Samstag in der Kirchheimbolander Jahnturnhalle. Neben seiner Anerkennung für die Arbeit der Jäger bot Kreischef Werner diesen auch die Zusammenarbeit in den verschiedenen Bereichen des Umwelt- und Naturschutzes an. Diesen stellte er in einen größeren Zusammenhang, indem er beispielsweise auf Klimaschutzkonzepte im Energiesektor verwies, an denen alle Bevölkerungskreise mitwirken könnten. So werde rechnerisch der gesamte Stromverbrauch im Kreis von hier betriebenen Windrädern gedeckt. Zwei Leistungen der Jäger, die auch der Allgemeinheit zugute kämen, hob Werner besonders hervor. Zum einen dankte er für deren Bemühungen, die erhöhte Schwarzwildpopulation wieder auf eine tragbare Basis zurückzuführen. Dies sei eine schwierige Aufgabe, zumal an der Seuchengefahr, die von überhöhten Wildschweinbeständen ausgehe, Schicksale hingen. Eine Schweinepestepidemie könne für viele Landwirte existenzbedrohende Folgen haben, so Werner. Zum anderen trügen die Donnersberger Jäger durch die genannten Reflektoren zu mehr Sicherheit auf den Straßen unserer Region bei. Die Fortsetzung dieser Aktion fördere der Kreis nun mit 6000 Euro, für die weitere 2213 Reflektoren angeschafft werden sollen. Geplant sei, alle Straßen im Kreis mit den blauen Wildwarnern auszustatten und nicht nur – wie ursprünglich vorgesehen – die Strecken mit Unfallschwerpunkten. Kreisgruppenvorsitzender Torsten Windecker räumte allerdings ein, dass beim Installieren der Reflektoren in manchen Revieren Fehler gemacht worden seien. Anhand von Fotos demonstrierte er, wie sie korrekt zu befestigen seien. Kreisjagdmeister Klaus Weber verschwieg auch nicht, dass die Wirksamkeit der blauen Warnleuchten mittlerweile verschiedentlich angezweifelt werde (wir berichteten zuletzt am 25. März auf unserer Seite Südwestdeutsche Zeitung). Solange aber hierzu keine verlässlichen Zahlen vorlägen, könne man dies nicht abschließend beurteilen. Vorsitzender Windecker erläuterte den Anwesenden die Erhöhung des Jahresbeitrags beim Landesjagdverband von 85 auf 108 Euro. Alleine die Preissteigerungsraten der vergangenen zehn Jahre, in denen der Beitrag stabil geblieben sei, rechtfertigten den Aufschlag. In seinem Jahresbericht teilte Windecker unter anderem mit, dass 29 Jäger bei einer Schulung durch das Kreisveterinäramt die Befähigung zur selbstständigen Entnahme von Trichinenproben erworben haben. Auch wolle die Kreisgruppe wieder einmal selbst Jungjäger ausbilden, bislang hätten sich sechs Kandidaten angemeldet. Geplant sei ferner, über Wildschutzprogramme, bei denen Lebensräume für Wildtiere zur Erhaltung der Artenvielfalt entstehen sollen, die Zusammenarbeit von Landwirten und Jägern zu fördern. Derartige Maßnahmen könnten über das Umweltministerium durch die Jagdabgabe finanziert werden. Windecker wies schließlich auf mehrere Konzerte der Jagdhornbläser und des Donnersberger Jägerchors hin, beispielsweise am kommenden Samstag in Ramsen. Kreisjagdmeister Weber informierte, dass im Kreis 580 Jäger registriert seien – darunter auch 51 Jägerinnen, von denen 43 einen Jagdschein gelöst hätten. Weber appellierte an alle Jäger, die Schießstände zu nutzen, ihre Schießfertigkeiten zu überprüfen und zu trainieren. Ein Schießnachweis werde derzeit zwar lediglich bei den Landesforsten gefordert, aber nur ein geübter Schütze gewährleiste, das Wild möglichst sicher und tierschutzgerecht zu erlegen. „Das sind wir auch im Hinblick auf die Lebensmittelhygiene und die Qualität des Wildbrets schuldig“, fügt Weber an. In seinem Überblick über die Wildstrecken für 2016/17 wies Weber auf 2337 erlegte Sauen hin, was nahezu übereinstimme mit der Anzahl des Vorjahres. Von 3181 gemeldeten Rehen seien 414 dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen. 115 Hasen stünden 1383 Füchse gegenüber, was als krasses Missverhältnis zu werten sei. Kritisch äußerte sich Windecker zu der Tatsache, dass Weber nach seiner Wiederwahl zum Kreisjagdmeister im April 2016 – trotz der Wahlanfechtung durch seinen unterlegenen Konkurrenten – vom Landrat in seinem Amt bestätigt worden sei. Nach Ansicht des Kreisgruppenvorsitzenden sei Webers Tätigkeit als Sachbearbeiter bei der unteren Jagdbehörde mit seiner Funktion als Kreisjagdmeister – der als Mittler zwischen Behörde und Jägern agieren solle – unvereinbar. Grüße der Stadt überbrachte erster Beigeordneter Peter Stumpfhäuser. Er zeigte sich erfreut, dass auf diese Weise die Jahnturnhalle, „die gute alte Stube Kirchheimbolandens“, trotz ihrer veralteten Technik einmal mehr zur Geltung komme. Eindrucksvoll musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von den Jagdhornbläsergruppen Rockenhausen und Rosenthal sowie dem Donnersberger Jägerchor. Ein Höhepunkte des Tages: die Ehrung langjähriger Mitglieder des LJV und der Jagdhornbläser. Ehrungen —60 Jahre Mitgliedschaft im LJV: Walter Schäfer, Rüssingen; 50 Jahre: Friedrich Krauss, Bernd Willig, Kurt Brauer, Klaus Schreiber, Emil Stricker; 40 Jahre: Gerlinde Teuber Krause, Jochen Schlitt, Gerd Janson, Mathias Klag, Wolfgang Maurer, Detlof Graf von Borries, Wolfgang Rieck, Rainer Willig, Hans Csiacsek, Jakob Seifert; 25 Jahre: Matthias Bastian, Thomas Pfeiffer, Bernd Leonhard Reineke-Franck, Dirk Friedrich Buschei, Harald Schwab, Adolf Klein, Dieter Pommeranz, Markus Bumb, Klaus Weber. —Treuenadel in Gold für 40 Jahre Jagdhornblasen und Pflege des jagdlichen Brauchtums: Paul Siebers, Eisenberg; Treuenadel in Silber für langjähriges Mitwirken bei den Jagdhornbläsern: Reinholde Streffler, Alexandra Willrich, Karl Degen, Armin Forsch.

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