Donnersbergkreis Trotz starkem Auftritt unglückliche Niederlage
WALDALGESHEIM. Viel bitterer kann man nicht verlieren. „Der Gegner war besser“, gab SVA-Trainer André Weingärtner nach dem 4:3-Erfolg des Meisterschaftsanwärters gegen den ASV Winnweiler unumwunden zu. „Es ist tragisch, wenn man dann mit leeren Händen heimfahren muss.“ In der Schlussphase hatte die Alemannia eine dramatische Auftaktpartie in der Fußball-Verbandsliga gedreht, aus einem 1:3-Rückstand einen Sieg gemacht (DIE RHEINPFALZ berichtete).
Dass sich die Gemüter auf beiden Seiten erhitzten, war zur Halbzeit nicht abzusehen. Bis dahin bestimmte die Alemannia die Partie, konnte der ASV mit seinem einzigen Torschuss aber die Führung erzielen. Marco Petrusch ließ Pasquale Patria nach Flanke von Yannic Orschiedt aus acht Metern keine Chance, netzte gegen die Laufrichtung des Torwarts ein (17.). Der SVA, der vor dem Treffer Pech hatte, als Schiedsrichter Matthias Fuchs ein klares Handspiel von Alexander Matinski im Strafraum nicht mit Elfmeter ahndete, antwortete umgehend. Marcel Heeg fasste sich aus 24 Metern ein Herz, der tückische Aufsetzer landete hinter Robin Assel zum Ausgleich im Netz. Soweit lief das Drehbuch normal. Mit einem perfekten Konter erzielte der starke Fabian Schmitt mit Winnweilers zweitem Abschluss erneut die Führung. Waldemar Schneider war an Patria gescheitert, Schmitt machte es im zweiten Versuch besser (49.). Im Gegenzug kam es zu der Situation, die alles verändern sollte: SVA-Mittelfeldspieler Nils Balder brach sich bei der unglücklichen Landung nach einem Kopfballduell den rechten Unterarm und musste behandelt werden. Das Spiel wurde für 42 Minuten unterbrochen. Bei Wiederanpfiff waren die Hausherren sichtlich geschockt, der ASV immer besser im Spiel. Christian Vollmer verzog noch knapp (67.), dann machte es Alexander Matinski besser, traf nach Zuspiel von Waldemar Schneider zum 1:3 (72.). Die gleiche Situation hätte 120 Sekunden später fast zum 1:4 geführt, diesmal geriet Matinskis Abschluss genau auf Patria. Ein dubioser Freistoß brachte die Hausherren heran. Patrick Walther ließ sich die Chance aus 18 Metern nicht entgehen (78.). Danach schwächte sich der ASV selbst: Orschiedt sah nach Ballwegschlagen zurecht die Ampelkarte (83.). Auf Flanke von Heeg besorgte Timo Riemer per Kopf den Ausgleich (89.). Der SVA warf nun alles nach vorne. Nach einer Ecke von Walther rettete Christoph Scharfenberger – aus der Sicht des Schiedsrichters – mit der Hand auf der Linie, Fuchs stellte jedoch fälschlich Schmitt mit Gelb-Rot vom Platz. Den fälligen Elfmeter nutzte Konstantin Sawin zur Entscheidung (90.+4). „Wir haben in der zweiten Halbzeit bis zum Anschlusstreffer überragend gespielt“, sah Schmitt in dem Freistoßpfiff von Fuchs den Knackpunkt. „Außerdem, mein Mitspieler hat den Ball nicht mit der Hand sondern mit dem Bauch gestoppt. Ich stand direkt nebendran“, betonte Schmitt. „Am Schluss stehen wir leider mit leeren Händen da. Aber wir wissen, dass wir jeden schlagen können, wenn wir 90 Minuten lang kompakt stehen.“ ASV-Trainer Jürgen Giehl blieb der Pressekonferenz nach der hektischen Schlussphase fern. So spielten sie Alemannia Waldalgesheim: Patria - Kirdorf, Fennel, Schunck, Weingärtner - Bilotta, Walther - Heeg, Sawin (90.+5 Schmidt), Balder (52. Teodonno) - Riemer ASV Winnweiler: Assel - Geissler, Dreger, Scharfenberger, Orschiedt - Giehl (70. Steigerwaldt), Schneider, Matinski - Vollmer, Schmitt, Petrusch.