Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel „Trio Smaragd“ macht seinem Namen Ehre

Familiär verbunden und mit gleichem musikalischem Esprit: das „Trio Smaragd“. Foto: Stepan
Familiär verbunden und mit gleichem musikalischem Esprit: das »Trio Smaragd«.

Seit fünf Jahren gastieren sie mit sommerlichen Serenadenabenden in der Weierhöfer Mennonitenkirche: das international auftretende amerikanische Streicher-Ehepaar Susan Doering (Violine) und Dieter Wulfhorst (Cello). Im „Trio Smaragd“ musizierten sie am Freitag wieder mit der Querflötistin Gesa Wulfhorst, Dozentin an der Musikschule Coesfeld-Billerbeck-Rosendahl, einer Cousine des Cellisten.

Sie sind allerdings nicht nur familiär miteinander verbunden, sondern Verwandte im gleichen musikalischen Esprit. Wobei der Name „Smaragd“ hohe Ansprüche stellt: feingeschliffen, brillant, leuchtend, hochkarätig. Einmal mehr wurde das Trio hochgesteckten Erwartungen gerecht.

Das von Dieter Wulfhorst locker und unprätentiös moderierte Programm präsentierte einen bunten Blumenstrauß quer durch Stile und Stimmungen, Bekanntes und Neues.

Fulminanter Einstieg, sprühend im Geist der Wiener Klassik, war das dreisätzige „Terzetto primo in G-Dur“ von Johann Matthias Sperger (1750-1812). Dem temperamentvollen „Allegro“ folgte ein feinsinniges, in schönen Klangfarben schwelgendes „Andante“, der schnelle Finalsatz riss mit seinem Übermut mit. Virtuos, in perlenden Läufen „zwitschernd“, spielte die Flöte Themen ein und wurde von Geige und Cello leuchtend warm und sonor unterstrichen. Beide Streicher haben das gleiche unaufdringlich-schöne Vibrato. Überspringende Spielfreude, ausgefeilt bis ins Detail, Vitalität und Perfektion waren eins.

Schärfer können Kontraste kaum sein: Die vier Kanons op. 113 von Johannes Brahms (1833-1897), hier arrangiert für Flöte und zwei Streicher, sind, von eins bis drei, Vertonungen von Goethe-, Eichendorff, und Rückert-Versen. Es geht darin um verschmähte Liebe und Einsamkeit, trauernd und hoffnungslos düster getönt. Selbstquälerisch. Hier hatte insbesondere die Cellostimme tief anrührende Passagen. Aufgelöst wurde diese Tristesse vom vierten Kanon, der konzertanten Version des Kinderlieds „Schlaf, Kindlein, schlaf“.

Im häufig aufgeführten „Andantino“ aus Gabriel Faurés (1845-1924) „Sicilienne“ op.78 sang die Flöte die einschmeichelnde Melodie: betörend sinnlich und hochromantisch, feinfühlig untermalt von der Violine und Cello-Pizzicati. Ein wirkungsvolles Salonstück, ursprünglich für Klavier komponiert, ist Michail Glinkas (1804-1857) „Trot de Cavalerie“ Nr. 1. Das Trio durchritt ihn mit Bravour, Verve und dem nötigen Schmiss. Der Amerikaner Rick Sowash (*1950) schrieb 1999 die bereits weltweit gespielte „Convivial Suite“ – für das Streicher-Duo ein mit Feuer und Lust gefiedelter Spaß: der „March“ eingängig, rhythmisch straff, das „Adagio“ hochdramatisch und voller Schmerz, der Walzer so schwerblütig wie lustvoll. Beide Stimmen beflügelten einander auf den Saiten, im Klang fast schon orchestral. Ein Selbstläufer war danach ihr melodiöser Wechselgesang „Dream with me“ (aus Peter Pan) von Leonard Bernstein (1918-1990).

Zurück zum Trio und zum Beginn des Abends. Franz Anton Hoffmeister (1754-1812), Organist und erfolgreicher Verleger in Wien, kam mit einem glitzernden Juwel zu Gehör, seinem Trio in D-Dur, op.31 in drei Sätzen. Es ist ein Divertimento, angeregte höfische Unterhaltung. Leichtfüßig tänzelnd in gefälligem Rokoko. Hübsch. Geflötetes, filigranes Kaskadengeplätscher im Kopfsatz, das „Adagio“ elegisch klagend, und der triumphierende Finalsatz (pfiffige Flöte!) hatte sogar Gassenhauer-Qualität.

Zum Rausschmeißer bestimmt war Friedgund Göttsche-Niessners (*1954) „Go On!“, ein Potpourri verschiedener Tänze aus aller Welt voller Schwung und Pep zwischen Folklore und Walzer, mit Anklängen von Blues und Swing. Großer Schlussbeifall wurde mit einem kammermusikalischen Kleinod aus dem italienischen Frühbarock bedankt, der „Aria sopra Bergamasca“ von Marco Uccellini.

Pastorin Heike Geist dankte dem Trio für dieses „Feuerwerk von Musik“, und nach dem Abendsegen war man zum geselligen Ausklang ins Gemeindehaus eingeladen.

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