Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Tourismuskonzept für den Kreis: Entspannt aktiv sein

Der leicht mit Schnee betupfte Donnersberg im Januar.
Der leicht mit Schnee betupfte Donnersberg im Januar.

Einem solchen Projekt würde man günstigere Zeiten wünschen: Während die Pandemie etwa für Reisen lange kaum Spielraum ließ, tüftelten Fachleute, Akteure, Büros an einem Tourismuskonzept für den Donnersbergkreis. Was dabei herausgekommen ist, soll am 9. Februar vorgestellt werden.

Alles wollte DTV-Chef Simon Lauchner im Gespräch mit der RHEINPFALZ noch nicht preisgeben, aber einige Grundlinien ließ er sich im Gespräch entlocken. Vorgestellt wird das Konzept im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Donnersberg Touristik Verbandes, die danach auch über das Konzept einen Beschluss fassen soll, wie Lauchner vorausblickt.

Eigentlich sollte es schon viel früher soweit sein. 2020 war der Prozess gestartet worden, ein Jahr sei dafür veranschlagt gewesen. Die Pandemie hat aber ihre eigenen Gesetze. So musste manche Zusammenkunft verschoben, neu angesetzt oder ins Internet verlagert werden, was die Entwicklung verzögert hat. Eine Präsentation des Konzeptes war schon terminiert für Anfang Dezember, musste dann aber wegen der steigenden Inzidenzzahlen wieder abgesagt werden.

Zuvor nur touristisches Leitbild

„Es gab vorher kein Tourismuskonzept für den Donnersbergkreis. Was es gab, war das touristische Leitbild für den Bereich Donnersbergkreis und Lautrer Land“, beleuchtet Lauchner die Ausgangslage und den Grund, ein solches Konzept als strategische Grundlage für die nachhaltige Weiterentwicklung des Fremdenverkehrs im Kreis anzugehen. Das touristische Leitbild hatte den Begriff „Zeitreise“ im Fokus, was eine inhaltliche Ausrichtung gab. Das Tourismuskonzept gehe darüber hinaus. Es sei Richtschnur, Orientierungsleitfaden für die Akteure und enthalte auch ein Maßnahmenkonzept, das sich an definierten Handlungsfeldern ausrichte.

Für den Prozess wurde auch externer Sachverstand ins Boot geholt: Engagiert wurde das in Berlin ansässige Fachbüro BTE. Erste Schritte waren laut Lauchner eine Online-Umfrage zum Status quo und Expertengespräche. Daran schlossen sich Workshops an. Eine Zukunftswerkstatt musste online veranstaltet werden. Die Maßnahmenwerkstatt sei dann eine der wenigen Veranstaltungen im Prozess gewesen, die in Präsenz habe stattfinden können. 30 bis 40 Leute hätten jeweils teilgenommen – Behördenvertreter, Fachleute, touristische Akteure, aber auch allgemein Interessierte.

Entschleunigung und Entspannung

„Wie sehen wir uns als Region?“ Diese Frage rückt in den Mittelpunkt, wenn es um das Kernthema geht, ein touristisches Profil zu entwickeln, der Region als möglichem Reiseziel Konturen zu geben. Da gehe es nicht einfach um Radfahren oder Wandern, „das kann man anderswo auch“, so Lauchner. Aus den Diskussionen um Charakteristika des Kreises seien Themen wie Entschleunigung, Entspannung, Wohlfühlregion, Genuss in den Vordergrund getreten.

Das schlägt sich nieder in drei Profilierungsthemen, auf die man sich verständigt habe. Das erste lautet „Land erleben in der Wohlfühlregion Donnersberger Land“ – also Entspannung wird zentral, „nicht Highlife, sondern Zurücklehnen“, so Lauchner. Das zweite laut: „Entspannt aktiv im Einklang mit der Natur“. Da stecken Aktivthemen drin wie Radeln und Wandern – aber entspannt. Und letztlich: „Kultur und Geschichten zum Anfassen“, da klingt das alte Leitbild wieder an. „Das sind die Profilierungsthemen, die gesetzt sind und mit denen wir weiterarbeiten wollen“, so Lauchner, der auch von zwei Zielgruppen bei den Übernachtungsgästen spricht. „Aktive Naturgenießer“, was oft Paare mittleren Alters seien, sowie die „vielseitig Aktiven“, worunter jüngere Familien fielen, die gerne draußen seien und sich Familienerlebnisse wünschten.

„Wir sind vernetzt“

Von Handlungsfeldern war bereits die Rede. Da gehe es um Infrastruktur, Angebote und Produkte, Qualität und Gästeservice. Dafür liege ein Maßnahmenkatalog vor. Ein Beispiel dafür sei etwa das „Überprüfen, Optimieren und Inwertsetzen" des Freizeitwegenetzes. Für Radwege sei da schon einiges in Arbeit, doch gehe es ebenso um Spazier- und Wanderwege. Natürlich sei der Donnersberg selbst da ein großes Thema. „Da gab es Ideen und Vorschläge“, sagt Lauchner noch eher vage.

Dass Konzepte auch auf anderen Ebenen entwickelt werden, werde berücksichtigt und führe auch nicht zu Konflikten. „Wir sind vernetzt“, so Lauchner. Was etwa in der Alte-Welt-Initiative kreisübergreifend entwickelt werde, „passt super“, sieht Lauchner die Initiativen im Gleichschritt. Auch die Tourismus-Entwicklung auf Pfalzebene sei eingebunden, der Geschäftsführer der Pfalztouristik sei bei den Treffen der Lenkungsgruppe, die überwiegend aus dem Vorstand des DTV bestehe, dabei gewesen. Das Konzept werde zudem helfen, manche Fördermittel zu bekommen. Mitunter sei dafür das Vorliegen eines Konzeptes Voraussetzung.

Zum Stand der Tourismusentwicklung im Kreis sieht Lauchner im übrigen Erholungstendenzen. Die aktuellen Übernachtungszahlen für das zweite Halbjahr ließen einen Zuwachs um zehn Prozent erkennen – wobei das Vorjahr natürlich zum Teil katastrophal verlaufen sei. Aber nachdem im ersten Halbjahr 2020 fast gar nichts möglich gewesen sei, habe das zweite Halbjahr deutlich über dem Stand vor der Pandemie gelegen – da hätten sich der Nachholbedarf, aber auch der Trend zum Urlaub im eigenen Land erheblich bemerkbar gemacht.

Kurz-Info

Der Donnersberg-Touristik-Verband stellt die Ergebnisse der Entwicklung eines Tourismuskonzeptes am 9. Februar um 18 Uhr in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung vor. Die Veranstaltung findet in Form einer Videokonferenz statt. Eine Anmeldung ist kurzfristig noch unter touristik@donnersberg.de möglich.

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