Winnweiler Tag der jüdischen Kultur mit Themenführung
Der Gedenktag dient als Beitrag für besseres Verständnis des Judentums, für mehr Toleranz den Juden gegenüber und gegen Antisemitismus – beziehungsweise dazu, Aspekte jüdischer Traditionen, Bräuche und Geschichte und die Beiträge des Judentums zur Kultur in Europa zu vermitteln.
Am kommenden Sonntag, 4. September, bietet Werner Rasche, der Leiter des Jüdischen Museums der Nordpfalz, eine Führung auf den Spuren des einstigen jüdischen Lebens in Winnweiler an. Die Standorte von zwei Synagogen, einer jüdischen Schule und von mehreren Mikwaot (Ritualbädern), aber auch von jüdischen Wohn- und Geschäftshäusern werden gezeigt. Plätze an denen jüdische Familien am Laubhüttenfest (Sukkot) ihre Laubhütte (Sukka) aufstellten oder bestimmte Abschnitte am Lohnsbach, wo man am jüdischen Neujahrsfest (Rosch ha-Schana) die sogenannte Taschlich-Zeremonie ausführte, werden ebenfalls besucht.
Geschichten und Überlieferungen
Rasche kündigt zudem an, die eine oder andere Geschichte und so manche Überlieferung zum früheren jüdischen Leben in Winnweiler aufzugreifen. Dort, wo Objekte verschwunden sind, werden alte Fotos gezeigt, die einen Eindruck von ihnen vermitteln. Auch einige ehemalige jüdische Bürger Winnweilers werden den Rundgang in Form von Fotos begleiten. Treffpunkt ist um 10.45 Uhr am Schlossplatz in Winnweiler. Die Führung soll eineinhalb bis zwei Stunden dauern.
Am Nachmittag ist dann von 14.30 bis 17.30 Uhr das Jüdische Museum in der Schlossstraße 37 geöffnet, wo ebenfalls Programm angeboten wird. Unter anderem wird das heutige jüdische Leben in Deutschland und speziell in Rheinland-Pfalz angesprochen. Die Teilnahme an der Führung und der Eintritt ins Museum sind frei.
Führung über den jüdischen Friedhof
Als Ergänzung zu dem Rundgang bietet das Museum eine Führung auf dem mehr als 300 Jahre alten jüdischen Friedhof in Winnweiler an – aus Zeitgründen am Mittwoch, 21. September, ab 18 Uhr. Die Führung zu den rund 350 Grabmälern mit teils interessanter Symbolik und zu der erhaltenen einfachen Trauerhalle von 1856/57 findet an diesem Tag als Teil der Interkulturellen Woche im Donnersbergkreis statt. Treffpunkt ist am Friedhofseingang in der Schulstraße – in etwa gegenüber von Haus Nr. 34. Männer sollten beim Friedhofsbesuch eine Kopfbedeckung tragen.