Donnersbergkreis Tänzerisch und mit melodischem Liebreiz
GONBACH. Ganz im irischen Flair und entsprechendem Ambiente präsentierte der Jugend- und Freizeittreff Gonbach am Freitag seinen überaus vielen Besuchern etwas ganz Besonderes im Zusammenspiel aus Kunst und Kulinarik. Der Jugend- und Freizeitclub platzte schier aus allen Nähten, als Sprachrohr Stefan Armbrüster zum Auftakt einen Dudelsackpfeifer sozusagen als Ass aus dem Ärmel zog und den Abend stimmungsvoll eröffnete.
Die Bedienung im Schottenrock und der Dudelsackspieler, dazu die passenden Getränke und Speisen vom Aperitif bis zum Whiskey: Gonbach gab sich am Freitag „very british.“ Wobei Michael Purpus aus Offenbach-Hundheim auf dem Dudelsack nicht nur die üblichen bordunartigen Haltetöne anstimmen kann, sein melodisches Spiel darüber hat künstlerisches Format und war die passende Einstimmung für die eigentliche Attraktion: Das Shamrock-Duo aus dem Großraum Köln, spezialisiert auf keltische Musik – auch Irish Folk genannt – stellte einen Querschnitt aus traditionellen irischen Liedern, Balladen und Tanzfolgen wie Jigs, Reels und Hornpipes vor, ergänzt durch eigene Kompositionen in Stil, Kolorit und Idiomatik der irischen Musik nachempfunden und basierend auf eigenen Texten. Hinter dem Shamrock-Duo steckt das seit 33 Jahren in diesem Genre beheimatete Künstler-Ehepaar Hilde und Jupp Fuhs, das schon parallel zum Studium musikalisch die folkloristischen Gefilde aus Irland, Schottland, Wales und der Bretagne entdeckte und hier auf originalen Instrumenten sich authentisch ihrem Tonfall annäherte – und doch auch zugleich in der Ausstrahlung mit rheinischer Frohnatur in launiger Moderation (Jupp) und Gesang (Hilde) einen eigenen Vortragsstil fand. Eigene Arrangements von solchen Traditionals ab dem 18. Jahrhundert und Neukompositionen aus eigener Feder zeigten, auf welch hohem Niveau sich die beiden hier bewegten; dabei avancierte die Veranstaltung auch zu einer klingenden Instrumentenkunde mit Raritäten und Kuriositäten, die auf dem „Kontinent“ Seltenheitswert haben: Jupps Tin Whistle (eine zur Schnabelflöte gehörende Längsflöte aus Metall), sein Streichpsalter und Bodhran (irische Rahmentrommel) bewirken allein schon bestrickende Klangreize. Und Alltagsgegenstände wie Löffel und sogar Rinderknochen erregen Staunen, wenn sie percussiv so meisterhaft für rhythmische Vielfalt genutzt werden und dabei an Kastagnetten erinnern. Assoziativ gehört die Harfe in zierliche Frauenhände, und Hilde Fuhs erwies sich bei der kleineren irischen Harfe mit Hebeln für Tonartumstellung als eine Virtuosin ersten Ranges, was allerdings – es sei an dieser Stelle unbedingt angemerkt – durch den stetig wachsenden Lärmpegel durch störende Unterhaltung nur im näheren Umfeld hörbar war. Schade, denn die rheinischen Gäste vermittelten melodischen Liebreiz ebenso überzeugend wie sie im pulsierenden Elan die unterschiedlichen tänzerisch beschwingten Taktarten wie 3- und 4-Viertel-Takt oder 6/8-Takt stilsicher und prononciert trafen. Eine gesunde Mischung ergab sich aber auch durch die klangliche Vielfalt des immens großen Instrumentariums, wobei mit dem Knopfakkordeon in Miniaturform – der sogenannten Concertina – und der Mandola (zu der Familie der Mandolinen gehörend) durch Hildes Vielseitigkeit weitere instrumentale Glanzlichter dazu kamen, die sich alle wunderbar und klanglich homogen zusammenfügten. Mit den dazu eingeblendeten Bildprojektionen mit Landschaftsimpressionen und typischem kleinstädtischen Flair war letztlich die Veranstaltung eine runde Sache, hätte allerdings mehr Aufmerksamkeit verdient.