Donnersbergkreis Sturm lässt Kerweumzug platzen

„Wir haben den Kerweumzug wegen des Wetters abgesagt“, verkündete Ortsvorsteher Ulrich Schmitt am Sonntag unmittelbar nach dem Mittagstisch. „Der Regen und der starke Wind bringt uns keine Gäste an den Straßenrand“, fügte er an und verwies auf die Witterungsverhältnisse. Zu diesem Zeitpunkt war der bisherige Nieselregen stärker geworden und lockte tatsächlich keine Menschen auf die Straße. Dafür war das Bürgerhaus bis zum letzten Platz gefüllt.
Kleine Gemeinden können auch zünftig Kerwe feiern. Dies bewies an diesem Wochenende Potzbach, ein Ortsteil von Winnweiler. Vier Tage lang dauerte das Geschehen von den Leithöfen bis in den Ortskern. Dass die Leithöfe zu Potzbach gehören, wird alljährlich an der Kerwe deutlich. Denn dort beginnt im Gasthaus Günther das viertägige Fest. Nach dem Gottesdienst am Samstag im Bürgerhaus – aus der Kirchweihe ist ja bekanntlich die Kerwe geworden – gab es Tanz- und Stimmungsmusik mit der Band „Sergeant“. Mit einem Frühschoppen wurde die Kerb am Sonntag im Bürgerhaus fortgesetzt. Auch ohne Umzug war es dann ein gelungener Nachmittag: Die Leiter wurde kurzfristig in den Saal verfrachtet, und schon waren die besten Voraussetzungen für die Kerweredd geschaffen. Mit Simone Welker hatte sich Kerwerednerin Mag Kissel einen weiblichen Mundschenk zur Seite gestellt. Dem Ortsvorsteher von Potzbach, der aus gesundheitlichen Gründen regelmäßig auf das Fahrrad steigt, wurde nach etlichen Stürzen ein Fahrrad mit Stützrädchen empfohlen. Als Opfer darf sich ein Zeitgenosse sehen, der nach einer Bagatelle die Unfallstelle verlassen hat und nun seinen Führerschein los ist. Die Dorfgemeinschaft hat seine Hilfsbedürftigkeit erkannt und ihm einen Chauffeur zur Seite gestellt, der die notwendigen Fahrten übernimmt. In Potzbach gibt es einen Autoverrückten, den noch niemand je hat zu Fuß gehen sehen. Zu dieser Verrücktheit kommt noch ein Putzfimmel hinzu. In jeder freien Minute ist er mit Wischeln an seinem fahrbaren Untersatz beschäftigt – er soll sogar eine Waschbox in einer benachbarten Gemeinde ganz für sich allein gemietet haben. In einer Kerwerede kann auch mal ein Lob ausgesprochen werden – dieses ging an Neubürger, die mit viel Aufwand den Dorfweiher in der Ortsmitte gesäubert haben und somit einen Beitrag zur Ortsverschönerung leisteten. Der Rede schloss sich ein gemütliches Beisammensein mit Unterhaltungsmusik von Fred Weber an. Die für den Nachwuchs vorgesehene Hüpfburg wurde aus Sicherheitsgründen nicht mehr aufgebaut. Dagegen hatte aber der Süßwarenstand geöffnet. Am gestrigen Dienstag wurde nochmals ausgiebig gefeiert.