Donnersbergkreis Strahlender Advent
KIRCHHEIMBOLANDEN. Eine gute Stunde festlicher, vorzüglich zur erwartungsfrohen Grundstimmung des dritten Advents passender Musik schenkte am Sonntagnachmittag das Adventskonzert der Bezirkskantorei Kirchheimbolanden-Winnweiler einer aufmerksam lauschenden Besucherschar. Das grundsolide Musizieren des Chores und der begleitenden Instrumentalisten, zumeist unter Leitung von Bezirkskantor Martin Reitzig, machte große Freude.
Orchestraler Partner in der Kirchheimbolander Peterskirche war das Collegium instrumentale Bingen, ein solide und sauber intoniert aufspielendes Kammerorchester, welches das Programm mit dem Konzert für zwei Trompeten und Streicher in C-Dur von Antonio Vivaldi eröffnete. Das ist eine unproblematische, strahlende Festmusik, die seinerzeit Maurice André populär gemacht hat, indem er – dem Tonband sei Dank! – auf einer Schallplatte gleich beide Trompetenpartien übernahm. Ungefähr in der damals üblichen Art, recht breit und deutlich, wurde das Konzert dargeboten; den Solisten Heinz-Günter Nuck und Björn Colditz gelangen die meisten Passagen mit klar leuchtender Strahlkraft vortrefflich. Im wie häufig bei Vivaldi sehr knapp gehaltenen Mittelsatz gefiel die schöne Intonation des Orchesters, welches, weil winterlich krankheitsgeschwächt, von der Suite für Streichorchester von Janatschek statt der angekündigten zwei Sätze nur einen spielte. Das war schade, denn dieses von Wolfgang Thiel dirigierte kurze Adagio war so fein, duftig und dynamisch differenziert ausgearbeitet, dass das Zuhören eine reine Freude war. Drittes Instrumentalstück waren zwei Sätze aus einer a-Moll-Sonatine für Fagott und Generalbass von Telemann, von Sebastian Spratte mit der Continuo-Gruppe sicher, flüssig, strukturstark und plastisch vorgetragen. Im schnellen Satz bewies der Fagottist beträchtliche Virtuosität: alles in allem ein elegant gespielter Genuss. Nur Gutes lässt sich auch von den beiden Vokalwerken sagen. Das war zunächst die Kantate „Siehe, ich verkündige euch große Freude“ von Philipp Heinrich Erlebach (1657-1714), seines Zeichens Schwarzburgscher Hofkapellmeister zu Rudolstadt in Thüringen. Hier entfaltete sich ein dichtes, klangstarkes Gewebe aus Instrumenten, Chor und Solisten. Antonietta Jana (Sopran) und Martin Steffan (Tenor) interpretierten ihre Soli klangschön und stilgemäß, die Trompeten leuchteten, die Bezirkskantorei Kirchheimbolanden-Winnweiler sang bemerkenswert sicher, klangschön und konturenreich. Heinrich Schütz war 1660 mit 75 Jahren eigentlich schon als Dresdner Hofkomponist im Ruhestand, als er von seinem Fürsten beauftragt wurde, als Ersatz einer älteren Komposition eine „Weihnachtshistorie“ in Musik zu setzen. Der Solotenor singt rezitativisch den aus den Weihnachtserzählungen bei Lukas und Matthäus kombinierten Schrifttext, der von zehn betrachtenden geistlichen Konzerten für Chor- und Solosänger gegliedert und umrahmt wird. Martin Steffan artikulierte die Schriftworte rein und klar, auch die Sopranistin wusste zu gefallen. Die kleinere Bass-Partie hatte Aaron Kauffmann aus dem Chor übernommen. Wieder hatte das Publikum Gelegenheit, sich über klanglich gediegenes, harmonisches Musizieren zu freuen, und lobte die von Reitzig plausibel dirigierte Aufführung mit herzlichem Applaus.