Donnersbergkreis Sternstunde bei den TuS-Mädels

Bolanden. Frank Bohlander hat ein Flaggschiff geformt. Eines für die Gemeinde Bolanden, eines für seinen Heimatverein – aber auch eines für den ganzen Fußballkreis: Der TuS Bolanden ist in der Sektion Mädchenfußball Pionier. Und das seit Jahren. Bohlanders D-Juniorinnen belohnten die harte Arbeit ihres Klubs: Sie holten das Double, die Kombination aus Meisterschale und Pott. Optimum. Ihre Dominanz im Bezirk Westpfalz war beeindruckend.
Frank Bohlander erinnert sich. Da war mal was, eine kuriose Randnotiz. Ein Jugendspiel, vor wenigen Wochen erst. Zugegeben: Die E-Junioren standen auf dem Platz. Jungs gegen Jungs, wie jeden Samstag. Mit Mädchenfußball hatte das – auf den ersten Blick – nichts am Hut. Bohlander, der Macher in der Mädchenabteilung des TuS, wuselte die Linie entlang. Er coachte, aushilfsweise. Und er experimentierte. Drei Mädels aus seiner Riege beorderte er flugs in die Buben-Formation. Erfolgreich. Der TuS gewann sicher 3:0, an sich nichts ungewöhnliches. Bis beim Studieren des Spielbogens auffällt: Alle Tore schossen – klar, das muss jetzt kommen – Bohlanders Mädels. Dickes Ausrufezeichen. „Körperlich sind sie natürlich im Nachteil. Aber über die Disziplin gleichen sie das aus. Ich muss das denen einmal erklären, und sofort setzen sie es um“, schildert Bohlander den Unterschied zwischen den Geschlechtern. „Viele der Mädels profitieren davon, dass sie bei den Bambini schon mit den Jungs gespielt haben.“ Das kleine Beispiel des 3:0-Sieges belegt: Der Mädchenfußball hat in Bolanden Fuß gefasst, er muss sich nicht verstecken. Dass Mädels nur mit der Pike ans Leder treten und in einem Rudel der Kugel hinterherhetzen, ist ein veraltetes Klischee. Sie halten mit den Burschen mit, setzen dort Glanzlichter. „Mittlerweile sagen die meisten: Mit denen kann man ja guten Fußball spielen“, muss Bohlander schmunzeln. Seine D-Juniorinnen stehen für den Wandel wie kein zweites Team. Das „Double“ sackten sie in der abgelaufenen Saison ein, Bezirksliga-Meisterschaft und Pokal. Souverän noch dazu. 40 Punkte in 14 Spielen, 98:10-Tore, keine Schlappe – der TuS setzte neue Maßstäbe. 15 Zähler rangierte er schließlich vor den Verfolgern SC Siegelbach, einem renommierten Frauen-Klub, und SG Münchweiler/Alsenz. Die Krönung letzten Donnerstag: Den Donnersberger Rivalen bezwang der TuS im Pokalfinale 5:2 auf dessen Rasen. „Mittlerweile haben wir auch schon Zuwachs bekommen. Das spricht sich herum“, betont Bohlander. „Die Saison war eine grandiose Energie-Leistung. Nachdem wir zweimal „Vize“ geworden sind und im Pokalfinale standen, wollten wir wieder vorne mitspielen.“ Beide Cups zum Saisonende, gibt er aber zu, das sei schon der Hammer. Der TuS zog die Saison resolut durch. Obwohl er in der Winterpause – nach traumhafter Vorrunde – bittere Schocks verdauen musste: Eva Kiefer und Anastasia Laptev schmissen hin, dazu auch Leila Peipelmann – ein „großes Talent“, wie Bohlander bedauert. 13 Tore hatte sie in zehn Spielen gemacht. Nur noch acht Kräfte hatte der Trainer plötzlich. „Zum Glück konnte ich auf die E-Mädchen zurückgreifen. Wir haben einen starken Unterbau. Sie waren auch ein Garant dafür, unsere Ziele zu erreichen“, meint Bohlander. Natürlich stützte sich seine Equipe auf tragende Säulen. Eileen Schildhorn machte 28 Buden, traf durchschnittlich 1,6 Mal pro 60 Minuten. Laura Kohl schoss 23 Tore. Ab der Pause, bilanziert der Coach, zeichnete sich dann ab: Das könnte eine Sternstunde werden. Meisterschaft, Titeltraum. Trotz der Schwächungen hielt der TuS durch – eine Punkteteilung in Kottweiler-Schwanden war der „Tiefpunkt“. „Ich bin mega stolz“, schwärmt Bohlander heute. Und weitere Pläne, die hat er auch schon geschmiedet Der Double-Kader TuS Bolanden, D-Juniorinnen: Nora Abel (14 Meisterschaftseinsätze/4 Pokaleinsätze/1 Tor), Kim Opaska (13/4/2), Eileen Opaska (13/4/2), Anna Mühlberger (3/0/0), Jacqueline Maier (9/3/17), Laura Kohl (14/4/23), Eileen Schildhorn (14/4/28), India Wörth (12/4/7), Marion Hinkel (13/4/4), Anastasia Laptev (7/2/3), Eva Kiefer (6/2/2), Leila Peipelmann (8/2/13), Emma Sittel (8/4/7), Paula Sittel (4/1/0), Marie Abel (6/2/0), Sina Bohlander (7/2/0), Jasmin Meininger (4/0/0).