Stetten / Kirchheimbolanden Staatsphilharmonie auf Tour durch die West- und Nordpfalz

„Musik im Anflug“, heißt die Tournee, die drei Ensembles der in Ludwigshafen ansässigen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz von 6. bis 8. Mai durch die Pfalz führt. Stationen in der Westpfalz sind am Freitag, 6. Mai, Stetten und Landstuhl sowie am 8. Mai Kirchheimbolanden. Ziel der Tour sei es, „die Musik sehr nahe zu den Menschen zu bringen“, sagt Staatsphilharmonie-Intendant Beat Fehlmann. Es gehe darum, Orte zu besuchen, die für das große Orchester nicht zugänglich sind. „Mit einer solch konzentrierten Aktion möchten wir den Auftrag eines Landesorchesters sympathisch und innovativ ergänzen.“
In Landstuhl – am 6. Mai ab 19 Uhr in der protestantischen Kirche – und in Kirchheimbolanden – am 8. Mai um 18 Uhr im Autohaus Euler – tritt dabei das gleiche Blechbläserensemble an. Es wird geleitet von Ian Bousfield. Der Dirigent blickt auf eine über 35-jährige Orchesterlaufbahn als Solo-Posaunist in Spitzenorchestern wie den Wiener Philharmonikern und dem London Symphony Orchestra zurück. Seit mehreren Jahren ist er nun solistisch, als Dirigent und Pädagoge tätig. Unter seiner Leitung spielt das Blechbläserensemble der Staatsphilharmonie zwei Brahms-Intermezzi sowie ausgefallene Werke des 20. Jahrhunderts. Neben dem Stück „Street Song For Symphonic Brass“ des noch lebenden Komponisten Michael Tilson Thomas, das klanglich zwischen der Welt des Mittelalters und der Gegenwart changiert, erklingt an diesem Abend Musik aus den späten 1960er Jahren.
Japanischer Gartenregen
Samuel Barber schrieb 1968 seine „Mutations from Bach“, die auf Martin Luthers Hymnus „Christe, du Lamm Gottes“ Bezug nehmen. Avantgardistisch mutetet dagegen Toru Takemitsus „Garden Rain“ an. Der japanische Komponist lebte von 1930 bis 1996 und zeichnet sich durch eine unkonventionelle Kompositionsweise aus, die sich einerseits der Wiener Schule aber auch den Techniken des Impressionismus bedient. Abgerundet wird das Programm durch Henri Tomasis „Fanfares Liturgiques“ die 1947 entstanden. Der Franzose bezeichnete sich selbst als Melodiker, obgleich er zuweilen eine individuelle Zwölftontechnik zum Komponieren verwendete. In seinen Werken nimmt er daneben auch auf Volksweisen aus Korsika, der Provence aber auch Kambodscha und Tahiti Bezug.
In Stetten gastiert am Freitag, 6. Mai, 18 Uhr Violinist Kolja Blacher, ehemaliger Konzertmeister der Berliner Philharmoniker und regelmäßiger Gast bei der Staatsphilharmonie. Er wird die Konzerte des Streicherensembles nicht nur dirigieren, sondern auch als Solist das Violinkonzert von Mendelssohn spielen. Auf dem Programm steht zudem „Prayers für Streichorchester“ von Noam Sherrif und Richard Strauss’ Metamorphosen für 23 Streicher.
Der Eintritt liegt jeweils bei 20 Euro bei den Konzerten im Donnersbergkreis.