TENNIS RHEINPFALZ Plus Artikel Spielverbot in der Halle sorgt für Frust

Was bei Sonnenschein viel Spaß macht, ist im Herbst nicht mehr so angenehm: Tennis im Freien spielen. Für die Sportler bleibt im
Was bei Sonnenschein viel Spaß macht, ist im Herbst nicht mehr so angenehm: Tennis im Freien spielen. Für die Sportler bleibt im Moment aber gar keine andere Wahl.

Eigentlich darf im Moment Tennis gespielt werden – aber nur im Freien. Das sorgt bei tristem Herbstwetter für wenig Freude und ist bei vielen Vereinen auch gar nicht mehr möglich, weil die Plätze schon geschlossen sind. Aber die Hallen dürfen momentan nicht geöffnet werden. Genau das trifft bei den Tennisspielern im Donnersbergkreis nicht nur auf Verständnis.

Die 12. Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes hatte zuerst mal gute Nachrichten für die Tennis-Spieler, die zu den wenigen gehören, die ihre Sportart auch während des Teil-Lockdowns noch ausüben dürfen. Denn in der Verordnung gibt es folgenden Passus: „Die sportliche Betätigung im Amateur- und Freizeitsport in Einzelsportarten auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen ist nur im Freien und nur alleine, zu zweit oder mit Personen, die dem eigenen Hausstand angehören, zulässig.“

Was sich gut anhört für die Freunde des gelben Filzballs, spannt die Saiten des Tennis-Rackets bis zum großen Knall. Denn in Rheinland-Pfalz scheitert die Ausübung des Tennissports derzeit daran, dass er aufgrund von Jahreszeit und Wetter auf der Strecke bleibt. Die Freiplätze sind in großen Teilen bereits oder noch geschlossen. Und als Hallensport darf die Distanzsportart Tennis im Moment nicht ausgeübt werden. Das stößt bei den Akteuren des weißen Sports nicht nur auf Verständnis.

Hoher Verlust für die Vereine

Das Visier war eingestellt, die Mannschaft des TC Rockenhausen zielte auf eine Hallensaison ab. „Die Hallenbetreiber kämpfen ums Überleben, um kostendeckend zu arbeiten“, sagt Marvin Bruch, Vorsitzender des TC Rockenhausen. Das sei unabhängig von der Corona-Pandemie. Er sehe schwere Zeiten anbrechen, wenn entweder die Halle seines Klubs oder eben die in Eisenberg wegbricht. „Wir kämpfen hier um die Mitglieder.“

Dennoch ist in Rockenhausen nicht alles so düster, wie es aus sieht. „Zum Glück sind wir nicht in finanziellen Nöten. Dass wir jetzt nicht spielen können, bringt uns nicht in finanzielle Schwierigkeiten – wenn es nicht den ganzen Winter so weiter geht“, sagt der Student des Bauingenieurwesens. Dennoch stellen sich für die Rockenhausener die Zahlen doch drastisch dar. Ein Monat ohne Hallentennis bringt nach den Worten von Bruch 2800 Euro weniger Einnahmen. „Uns gehen durch die fehlenden Einnahmen aber auch Fördermittel verloren. Insgesamt fehlt uns ein Investitionsvolumen von 13.000 Euro“, fügt der Vorsitzende an.

Noch ein Platz geöffnet

Die fehlenden Einnahmen konnten im Frühjahr noch abgefedert werden. „Im März und April haben viele Spieler auf die Rückzahlung ihrer Tennis-Abos verzichtet, obwohl wir zu den Rückzahlungen verpflichtet sind. Dafür sind wir sehr dankbar“, so Bruch.

Da es jedoch viele Abonnenten gebe, die als Fremdspieler die beiden Hallenplätze nutzen, erwarte man beim TCR nicht, dass es neuerlich ohne Gegenleistung in Form der Platznutzung in der Vereinskasse klingelt. „Das kann ich den Leuten nicht verdenken“, sagt Bruch. Von den fünf Freiplätzen des TCR ist zur Zeit noch ein Platz geöffnet. „Wenn der Bodenfrost kommt, dann müssen wir den aber auch schließen.“

Verständnis, aber auch Bedenken

Dass nun in der Halle nach den geltenden Verordnungen kein Tennis gespielt werden darf, spaltet Bruchs Meinungsbild. „Auf der einen Seite sind wir ein gemeinnütziger Verein, wir müssen auch an die Gesellschaft denken. Auf der anderen Seite erscheint es mir doch unverhältnismäßig, wenn zu viele Freizeitangebote eingeschränkt werden“, meint Bruch. Er stellt auch dar, dass für vier Personen in der Tennishalle 1240 Quadratmeter vorgesehen sind – schlichtweg genug, um sich aus dem Weg zu gehen.

Der TC Winnweiler schwingt ebenfalls in der Rockenhausener Tennishalle den Schläger. „Unsere Sandplätze sind seit Oktober zu. Bei dem kalten Wetter hat ohnehin kaum jemand Lust, draußen zu spielen“, sagt Sportwart Tobias Oester. Das die Plätze im Frühjahr vorzeitig öffnen, glaubt Oester nicht. „Die Plätze werden bis April hergerichtet, im März werden wir das noch nicht hinbekommen.“

Auch in Winnweiler gibt es ein Einverständnis mit den Landesregeln. „Das Verständnis ist sehr groß. Wir haben Mitglieder, die Risikopatienten zu Hause haben oder selbst welche sind“, sagt der TCW-Sportwart abschließend und hofft, dass es im Dezember wieder mit dem Tennissport losgeht.

„Zu viele Ausnahmen sind nicht gut“

Manuel Schembs, Sportwart des TC Blau-Weiß Zellertal, blickt auf ein Wintertraining in der Eisenberger Tennishalle in Kurzform zurück. „Wir waren genau einmal in der Halle im Training. Das war es dann“, sagt Schembs, der als Lehrer arbeitet. Auch die Winter-Hallenrunde, an der die Zellertaler teilnehmen wollten, wurde laut Schembs eingestampft.

„Es ist großes Verständnis da. Corona ist da. Wir sind als Verein einverstanden, dass nicht gespielt wird“, sagt Schembs, der auch eine Ausnahmeregelung für den Tennissport nicht gutheißen würde. „Es war schön und toll, dass wir im Frühjahr eine Ausnahme hatten. Zu viele Ausnahmen sind nicht gut.“ Bei den Blau-Weißen ist derweil noch einer der drei Freiplätze geöffnet. „Unsere Hoffnung ist, dass die Zahlen zurückgehen, damit die Jugendlichen vielleicht in Kleingruppen wieder spielen können.“

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