Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Spiel der Woche: Besondere Fair-Play-Geste führt Winnweiler auf Siegerstraße

Maurice Mayer und Leonard Avdylaj waren mit dem ASV Winnweiler und TuS Göllheim häufig gleich auf. Am Ende drehte Winnweiler noc
Maurice Mayer und Leonard Avdylaj waren mit dem ASV Winnweiler und TuS Göllheim häufig gleich auf. Am Ende drehte Winnweiler noch das Spiel.

Der ASV Winnweiler siegte in einem dramatischen Spitzenspiel in der A-Klasse Kaiserslautern-Donnersberg nach einer Aufholjagd gegen einen aufopferungsvoll kämpfenden TuS Göllheim mit 5:3. Eine beachtliche Fair-Play-Aktion des Gästetorhüters leitete die Wende im Spiel ein.

Der eigentliche Held des Spiels war weder der dreifache ASV-Torschütze und Spielertrainer Waldemar Schneider noch Ricki Schander, der mit seinem wuchtigen Kopfball zum 4:3 getroffen hatte, sondern der junge Gästetorhüter David Jung. In der entscheidenden Phase des Spiels gab er auf Rückfrage des Schiedsrichters zu, den Ball berührt zu haben und ermöglichte dadurch dem ASV Winnweiler eine Ecke, die den Treffer bringen sollte, der die Wende im Spitzenspiel der A-Klasse einleitete. Zuvor hatte sein Team dem Spitzenreiter einen beeindruckenden Kampf geliefert und bis zur 60. Minute mit 3:1 in Führung gelegen.

„Auch wenn wir am Schluss verdient gewonnen haben, hat Göllheim gezeigt, dass sie eine richtig gute Truppe haben, die uns heute das Leben richtig schwer gemacht hat“, zollte ASV-Trainer Waldemar Schneider dem Gegner Respekt. Mehr Spitzenspiel als in dieser Partie geht für ein A-Klasse-Spiel wohl nicht: Acht Tore, eine dramatische Aufholjagd und packende Szenen von der ersten Minute bis zum Schluss waren die Zutaten in einem hochklassigen Spiel.

Blitzstart für Göllheim

Kaum war diese Partie angepfiffen, ermöglichte ein gravierender Abwehrfehler des ASV den Blitzstart für Göllheim. Sascha Oberländer erkämpfte sich den Ball, passte auf Maximilian Philipp Selz, der zum frühen 0:1 vollstreckte. Winnweiler agierte ungewohnt hektisch und kam erst nach dem Ausgleichstreffer durch Schneider in der 20. Minute ins Spiel zurück. Doch es folgte der nächste Nackenschlag: In der 25. Minute setzte sich TuS-Spielertrainer Daniel Ghoul nach einem erneuten Patzer in der ASV-Abwehr durch und traf zum 2:1 für Göllheim. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Winnweiler war optisch überlegen und scheiterte mit seinen Offensivaktionen mehrfach am Gästetorhüter Jung. Die Göllheimer kämpften aufopferungsvoll in der Defensive, setzten bei Kontern immer wieder gefährliche Nadelstiche und führten verdient zur Pause.

„Wir hatten am Anfang Probleme ins Spiel zu kommen und waren nicht bissig genug, machen dem Gegner zwei Geschenke und waren verdient in Rückstand“, lautete das Halbzeitfazit von ASV-Trainer Schneider. Nach der Pause entwickelte sich ein richtiges Kampfspiel. Winnweiler drückte, wollte den Ausgleich, brachte sich aber durch einen weiteren Fehler erneut ins Hintertreffen. Joshua Lai Hipp konnte ungehindert flanken und Sascha Oberländer köpfte aus kurzer Distanz zum 3:1 ein. Doch Winnweiler blieb weiter am Drücker. Nach einer präzisen Flanke des eingewechselten Nick Pfannenstein erzielte Srdjan Savic mit einem wuchtigen Kopfball in der 60. Minute den 2:3-Anschlusstreffer.

„In der Situation für mich selbstverständlich“

Ein Standard brachte dann den Ausgleich für den Tabellenführer. Waldemar Schneider traf in der 72. Minute nach einer Ecke zum vielumjubelten 3:3. Doch dann folgte die spielentscheidende Szene: Nach einem Angriff entschied Schiedsrichter Thomas Kuntz auf Abstoß für Göllheim. Obwohl das hochdramatische Spiel gerade auf der Kippe stand, gab Göllheims Torhüter Jung auf Rückfrage zu, den Ball noch berührt zu haben. Eine beachtliche Fair-Play-Aktion. Die daraus resultierende Ecke verwandelte Ricki Schander zum 4:3.

„Es ist im Nachhinein extrem bitter, aber in der Situation war es für mich selbstverständlich,“ kommentierte Jung sein Handeln. Es war die Wende im Spiel. Winnweiler spielte danach stark auf. Die Gäste verteidigten weiter mit viel Einsatz, mussten aber noch Schneiders Treffer zum 5:3-Endstand in der Nachspielzeit hinnehmen. „Winnweiler hatte die deutlich bessere Spielanlage und war über weite Teile des Spiels überlegen. Wir waren zu naiv und kassieren vier Mal nach Diagonalbällen Tore. Wir haben heute gesehen, dass wir Fußball spielen und gegen so einen Gegner dagegengehalten können. Man hat aber auch deutlich gesehen, dass es uns noch an Abgezocktheit mangelt, um in so einem Spiel dann zu punkten“, sagte TuS-Trainer Ghoul.

So spielten sie

ASV Winnweiler: Krehbiehl - Scharfenberger, Sevinc, Hühn - Mayer, Herbert - Steigerwald (57. Pfannenstein), Schneider, Heimsoeth (65. Mayer) - Savic (90. Böcher), Schander

TuS Göllheim: Jung - Theis, Oestreicher, Fattler (90. Özhan), Özkan - Ulrich - Ghoul, Selz - Avdylaj (25. Güder), Lai Hipp - Oberländer

Tore: 0:1 Selz (2.), 1:1 Schneider (20.), 1:2 Ghoul (25.), 1:3 Oberländer (55.), 2:3 Savic (60.), 3:3 Schneider (72.), 4:3 Schander (76.), 5:3 Schneider (90.+3) - Gelbe Karten: Sevinc, Mayer - Oberländer, Theis, Ghoul, Oestreicher - Beste Spieler: Herbert, Schneider, Schander - Jung, Oestreicher, Theis - Zuschauer: 120 - Schiedsrichter: Kunz (Bockenau).

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