Donnersbergkreis Sorgt Mast für Riss in der Mauer?
DIELKIRCHEN. Ein schlechter Anfang findet selten ein gutes Ende – der Strommast vor dem Haus von Adelheid Breier in Dielkirchen ist für die 87-Jährige ein Beispiel hierfür. Der Ärger ging mit ihm bereits bei seiner Aufstellung vor etwa 40 Jahren los. Dass der Mast der 87-Jährigen aber einmal solche Sorgen bereiten würde, hätte sie damals wohl nicht für möglich gehalten.
Adelheid Breier erinnert sich ganz genau an den Tag, an dem der Strommast etwa fünf Meter vor ihrem Haus von den Pfalzwerken aufgestellt wurde, um von ihm aus den Friedhof mit Strom zu versorgen. Das Teilgrundstück, auf dem er errichtet wurde, gehörte der Familie damals noch nicht. 1979 erwarb sie dann das kleine Stück, auf dem der Mast steht, um die Lücke zwischen ihrem Haus und der Straße zu schließen. Trotz des holprigen Anfangs arrangierte sich Breier mit dem Mast – bis vor drei Monaten. Denn da bemerkte die 87-Jährige, dass die knapp zehn Meter lange Betonmauer vor ihrem Haus an einer Stelle von einem dicken Riss durchtrennt ist. Und zwar genau dort, wo nur knapp einen Meter hinter der Mauer der alte Strommast steht. Unverzüglich nahm die Witwe Kontakt mit den Pfalzwerken auf, die ihn 1972 gestellt hatten. Kurze Zeit darauf gab es ein Treffen, wo sich sowohl die Vertreter der Pfalzwerke als auch der Bürgermeister die Problematik näher anschauten. Bei dem Treffen, so erzählt Breier, seien die Anwesenden zu einem Kompromiss gekommen: die Pfalzwerke versprachen ihr, sich um die Reparatur der Mauer sowie der Stabilisierung des Masts zu kümmern. Das sei die kostengünstigste Alternative gewesen, denn eine Versetzung des Strommasts hätte rund 40.000 Euro gekostet. Auch sie war mit der Lösung einverstanden. Schließlich stört sie nicht der Strommast, sondern ihre gerissene Mauer. Nach Auffassung von Breier wollen die Pfalzwerke von dieser Einigung allerdings heute nichts mehr wissen, denn trotz mehrerer Anrufe ihrerseits habe sich an dem Mast oder ihrer Mauer nichts getan. Sie vermutet nun, dass das Unternehmen seine Marschrichtung geändert hat und will, dass die 87-Jährige die Mauer selbst reparieren lässt. Diese befürchtet jetzt, dass der Strommast, der höher als ihr Haus ist, sich gelockert und deshalb die Mauer hinaus gedrückt hat. Womöglich könnte er, so vermutet sie, durch den vielen Regen Richtung Mauer gewandert sein. Vor allem der Gedanke, dass der Mast irgendwann auf ihr Haus oder die Straße fallen könnte, bereitet ihr Sorgen. „Ich verlange doch nichts Unmögliches“ beklagt sie. Etwas anders stellt sich der Sachverhalt aus Sicht der Pfalzwerke da, wie Pressereferentin Susanne Becker auf Nachfrage der RHEINPFALZ informiert. „Wir haben einen unserer Gutachter damit betraut, zu ermitteln, ob der Mast sicher steht und die an der Gartenmauer entstanden Schäden von unserem Strommast ausgehen können“, so Becker. Seit 20. Juli stehe das Ergebnis der Untersuchung fest: „Aus unserer Sicht gehen von unserem Strommast keinerlei Kräfte aus, die zu den Schäden an der Mauer geführt haben.“ Das sei Adelheid Breier auch so mitgeteilt worden. Als Kompromiss sei mit ihr vereinbart worden, dass beobachtet werden soll, ob sich der Riss verbreitert. Beim letzten Telefonat habe Breier allerdings die Verbindung unterbrochen, so die Vertreterin der Pfalzwerke. (fisi/jös)