Donnersbergkreis „So etwas hat mit Respekt zu tun“

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Rockenhausen. Seit knapp zwei Monaten ist Elmar May nun der neue Leiter des Polizeipräsidiums Westpfalz. Der 54-Jährige war in dieser Zeit viel unterwegs, wie er bei einem Besuch in der RHEINPFALZ-Redaktion in Rockenhausen erzählte. Der Donnersbergkreis hat es dem Mainzer übrigens angetan. „Die Landschaft hier ist wirklich super schön“, sagt er. Flüchtlinge, die Zunahme von Einbrüchen und die gesunkene Hemmschwelle gegenüber Polizisten waren weitere Themen des Gesprächs. Ein Überblick.

Gewalt gegen Polizisten

Im Februar hatte die Polizeiinspektion in Rockenhausen mitgeteilt, dass sich Attacken auf Polizisten häufen und immer schlimmer werden. Wenige Tage zuvor hatte am Rosenmontag ein 22 Jahre alter Mann in Rockenhausen einen 60 Jahre alten Polizisten niedergeschlagen und erheblich verletzt. „Ich kenne diesen Fall nicht“, sagt Elmar May. Das Problem ist ihm dafür aber als bundesweites bekannt: „Gewalt gegen Polizisten nimmt gravierend zu.“ Das gehe verbal los mit Beleidigungen und Beschimpfungen. „So etwas hat mit Respekt zu tun. Die Täter sind überwiegend männlich und ein ganz hoher Prozentsatz geschieht unter Alkoholeinfluss. Da können Sie nur mit Vernunft schlecht dagegen vorgehen.“ In Mainz und Frankfurt werden derzeit laut May so genannte Bodycams getestet. „Wenn die Situation zu eskalieren droht, weisen die Polizisten darauf hin, dass sie dies nun zur späteren Dokumentation aufnehmen.“ Die Erfahrungen seien gut, die Kameras schreckten den einen oder anderen ab. Einbrüche „Das ist aktuell ein brennendes Thema“, sagt der Polizeipräsident. „Die Zahl ist im ganzen Bundesgebiet gestiegen, auch im Bereich der Polizeiinspektion in Rockenhausen.“ 59 Wohnungseinbrüche gab es in deren Zuständigkeitsgebiet im vergangenen Jahr, 51 waren es im Jahr davor. „Wir widmen uns dem im Polizeipräsidium Westpfalz mit einer neuen Arbeitsgruppe“, so May. Das Thema sei hier die Bandenkriminalität. „Wir gehen davon aus, dass mindestens 40 Prozent der Einbrüche von Banden begangen werden.“ Die Tätergruppen stammten oft aus Osteuropa. Ziel sei es unter anderem, ein sauberes Lagebild zu bekommen, aber auch eine Beratung der Wohnungsinhaber. „Im letzten Jahr ist auch die Zahl der Versuche deutlich angestiegen. Das ist ein Indiz dafür, dass sich die Leute besser sichern“, erzählt May. Gerade jetzt in der Ferienzeit sei Achtung geboten. „Die Häuser stehen leer. Schnell rein, schnell wieder raus. Tür aufhebeln oder Fenster aufbrechen“, so würden die Täter vorgehen. Auch wenn die Aufklärungsquote im Gebiet des Präsidiums Westpfalz mit über 20 Prozent deutlich über dem Bundesschnitt (13,9 Prozent) liege, seien die Einbruchsdelikte doch schwer zu verfolgen. „Wenn Sie keine Spuren haben, ist das sehr schwer.“ Flüchtlinge „Dem Thema stellen wir uns“, sagt Elmar May. Natürlich hat auch er die Massenschlägerei in der Flüchtlingsaufnahmeeinrichtung in Trier mitbekommen. In dieser Woche berichtete die Polizei zudem, dass sie in Alsenbrück-Langmeil einen Streit zweier Asylbewerbergruppen schlichten musste, bei dem auch Messer gezogen wurden. „Es ist aber auch nicht so, dass wir durch die Flüchtlinge eine höhere Straftatenzahl haben“, sagt May. Die Einrichtung in Trier sei deutlich überfüllt. „Das bringt Spannungen mit sich.“ Die Polizisten werden seit einiger Zeit im Hinblick auf interkulturelle Kompetenz geschult. „Da geht es auch darum, wie man mit Menschen umgeht, die einen anderen Kulturkreis haben.“ Vorbereiten wird sich das Polizeipräsidium Westpfalz auch auf eine Flüchtlingsaufnahmeeinrichtung im ehemaligen Krankenhaus in Meisenheim. „Wir werden die zuständige Dienststelle in Lauterecken um sieben Beamte aufstocken“, sagt May. „Ob wir die brauchen, weiß ich nicht. Wir wollen in der ersten Phase aber auch nicht auf Lücke gehen.“ In Meisenheim sollen überwiegend Familien untergebracht werden, berichtet May. „Mit 100 Personen wird dort angefangen und dann auf maximal 160 erhöht.“ Dienststelle Rockenhausen „Ich habe einen sehr guten Eindruck“, lobt May seine Kollegen in der Polizeiinspektion Rockenhausen – und auch deren Chef Winfried Grunert. „Er hat den Laden im Griff. Man spürt das, wenn man in die Dienststelle kommt.“ Stichwort: Polizeipräsidium Westpfalz Seit der Polizeireform im Jahr 1993 umfasst das Zuständigkeitsgebiet des Polizeipräsidiums Westpfalz neben den kreisfreien Städten Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken die Landkreise Kaiserslautern, Kusel, Südwestpfalz sowie im Donnersbergkreis die Verbandsgemeinden Winnweiler, Rockenhausen und Alsenz-Obermoschel. Dazu kommt aus dem Kreis Bad Kreuznach die Verbandsgemeinde Meisenheim. Für die restlichen Verbandsgemeinden im Donnersbergkreis ist das Polizeipräsidium Mainz zuständig. In der Region des Westpfalz-Präsidiums leben rund 600.000 Menschen, einschließlich der dort stationierten Nato-Streitkräfte. Größte Stadt im Präsidialbereich und auch Sitz ist Kaiserslautern. (ssl)

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