Donnersbergkreis „Sind keine Schönwetter-Partei“
WINNWEILER. Selbstbewusst geht die FDP in den Endspurt zur Landtagswahl am 13. März. Christian Ritzmann, Donnersberger Direktkandidat der Freien Demokraten, und Volker Wissing, rheinland-pfälzischer Landesvorsitzender, diskutierten am Freitagnachmittag in Winnweiler mit den Bürgern.
Als Christian Ritzmann und seine Helfer auf dem Parkplatz des Schmitt-Edeka-Marktes in Winnweiler eintreffen, beginnt es plötzlich stark zu schneien. Die Temperatur sinkt auf null Grad ab. Was tun? Ritzmann und seine Leute lassen sich nicht beirren. Kurze Rücksprache mit der Marktleitung – und die Liberalen dürfen ihren Stand im Eingangsbereich, direkt gegenüber der Flaschenrückgabe, aufstellen. „Wir müssen uns da beim Geschäftsführer herzlich bedanken“, sagte Ritzmann artig, um dann gleich in den Wahlkampfmodus umzuschalten: „Wir sind ja nun mal keine Schönwetter-Partei, das ist das Leben, es schneit und wir müssen eben eine Lösung finden, um das zu erreichen, was wir vorhaben.“ Als der Stand steht, trifft auch der FDP-Landesvorsitzende Volker Wissing ein. Wie oft der 45-Jährige, der in Landau geboren ist und seit 2011 die Freien Demokraten führt, während der aktuellen Kampagne schon im Donnersbergkreis war? „Ich kann es Ihnen nicht sagen, aber ich glaube, sehr oft“, lächelt Wissing. Der Chef der rheinland-pfälzischen Liberalen wirkt trotz der vielen Auftritte frisch. „Ich komme immer gerne hierher“, sagt er und wird nach dem obligatorischen Foto mit den lokalen Parteivertretern gleich in Gespräche mit den Supermarktbesuchern verwickelt. Zeitweise wird es im Eingangsbereich des Marktes sogar ganz schön eng. Was den Wahlkämpfern der FDP aber keine Probleme macht. So bekommt jeder Besucher die Flyer von Wissing und Co. zu Gesicht. „Ich würde gerne mehr von Ihnen wissen, ich nehme einen mit“, streckt eine Dame freundlich die Hand aus. Über was Leute aus dem Donnersbergkreis denn so mit ihm in der Kampagne diskutieren, wollen wir von Wissing wissen. „Die Infrastruktur ist auf jeden Fall ein großes Thema, in Rheinland-Pfalz wurden in den vergangenen Jahren jährlich 20 Millionen Euro dafür weniger investiert, als erforderlich gewesen wäre, um die Substanz zu erhalten. Man muss auch Brücken nicht nur sanieren, sondern neue bauen“, sagt er und fügt an: „Infrastruktur heißt aber für uns auch, dass wir ein flächendeckendes Hochgeschwindigkeitsnetz schaffen wollen.“ Da stimmt ihm Christian Ritzmann zu: „Fahren Sie nur von Winnweiler nach Rockenhausen, unterwegs haben Sie kein Netz geschweige denn Handyempfang. Da wird es schon schwierig bei schlechtem Wetter, so einen Termin wie hier umzudisponieren.“ Wissing erzählt: „Die Menschen im Donnersbergkreis sprechen mich auch auf die Windräder an. Das planlose Konzept der Regierung wird von den Leuten kritisiert. Wir wollen auch die Energiewende, aber der ungesteuerte Ausbau der Windkraft beeinträchtigt Menschen und Natur.“ Er will wie Christian Ritzmann auch deshalb ein Moratorium in Sachen Bau neuer Windkraftanlagen. Der Landesvorsitzende ist neun Tage vor den Wahlen guten Mutes: „Unsere Plakate kommen gut an, mal etwas Modernes, sagen die Menschen. Auch unser Wahlprogramm musste noch einmal aufgelegt werden. Das ist toll.“ Zwei Stunden diskutieren die FDP-Spitzenkandidaten mit den Besuchern. Den eigentlich anschließend geplanten Spaziergang in die verkehrsberuhigte Zone in Winnweiler lassen die Liberalen dann aber doch vorsorglich sein. Volker Wissing soll es im Endspurt nicht noch kalt erwischen mit einem grippalen Infekt.