Donnersbergkreis Schulleiter muss Haare lassen
Noch nie zuvor „bauten“ gleich vier Schüler die „Traumnote“ 1,0. Damit bewiesen die Stufenbesten Lena Zuspann (Breunigweiler), Ann-Christine Lampe (Winnweiler), Leonie Scheidt (Münchweiler) und Eva-Marie Hein (Rockenhausen) geballte Frauenpower. Aber auch die Leistungen ihrer restlichen Mitstreiter können sich sehen lassen: Von den 61 Abiturienten glänzten 23 mit einer Eins vorm Komma. Zudem erreichten sie zusammen als Stufe einen Gesamtdurchschnitt von 2,26. „Das ist das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte der Schule“, freute sich MSS-Stufenleiter Peter Ramroth mit den Absolventen bei der Zeugnisvergabe. Stolz zeigte sich auch Schulleiter Ralf Schäfer und attestierte den jungen Erwachsenen einen hervorragenden Durch- und Weitblick, der sich auch im Abimotto widerspiegele: „Ihr zeigt hier historischen Durchblick – oder sollte ich besser Weitblick sagen? Ihr erinnert mit eurer klugen Wahl an den Mauerfall vor 30 Jahren und an den friedlichen Sieg der Demokratie Deutschlands. Andererseits macht ihr damit sehr deutlich, dass Freiheit unser wichtigstes Gut ist.“ Die Abiturienten seien nicht nur kognitiv gut ausgebildet, sondern könnten auch anpacken – sei es hinsichtlich der Organisation von Veranstaltungen, dem Sammeln von Spenden oder der Entwicklung einer Stundenplan-App. „Macht etwas daraus. Macht eure Berufung zum Beruf und wählt eure Entscheidungen mit Bedacht. Dann werdet ihr immer erfolgreich sein“, lautete Schäfers Rat. Mit kessen Sprüchen führten Jan Wissmann und Julius Seipenbusch durch das mehrstündige Programm. Zur Auflockerung trug auch ein selbstironischer Beitrag der Lehrer Jasmin Merkel und Andreas Knobloch bei. Diese traten verkleidet als Göttin der Weisheit Athene und als Eule auf und suchten nach echter Weisheit im Donnersbergkreis. Diese sei in Zeiten von „Brexit, Trump und italienischen Clowns“ nur noch schwer vorzufinden, beschwerte sich Eule Knobloch. Eine Ausnahme bilde da der Abiturjahrgang 2019 des WEGs. „Hier steht, die Stufe sei sehr sozial eingestellt und habe eine gute Gemeinschaft.“ Der antike Besuch bescheinigte eine bestandene Weisheitsprüfung. Wie groß das soziale Engagement der Stufe wirklich ist, stellte sie am späteren Abend unter Beweis: Zusammen mit Ralf Schäfer hatten die Schüler im Vorfeld eine Vereinbarung darüber getroffen, dass der Schnurrbart des Schulleiters vor den Augen des Publikums fallen werde, wenn sie im Zeitraum von Mittwoch bis zum Abend des Abiballs eine Spendensumme von mindestens 500 Euro einnehmen würden. Und tatsächlich musste Schäfer zur Freude aller Beteiligten Haare lassen. Über 1000 Euro kamen zusammen, die in den nächsten Wochen an eine wohltätige Einrichtung im Donnersbergkreis übergeben wird. Schäfer nahm es gelassen. „Also, da musst du noch ein bisschen üben für Frisör“, witzelte er, als sich Sascha Steffes etwas zögerlich an seinem Bart zu schaffen machte. Gute Unterhaltung boten auch die musikalischen Beiträge. So sorgten Isabel Messer und Patrick Sandhäger mit der Darbietung von Ben E. Kings „Stand by me“ und John Mark McMillans „Heart won’t stop“ für gute Laune. Auch die Lehrer ließen es sich nicht nehmen, etwas beizusteuern. Frontmann Jonathan Ruhl rockte zusammen mit Stephanie Burkhart (Bass), Julia Nielsen (Klavier), Andreas Albert (Schlagzeug) und Michael Dyjecinski (Gitarre) zum U2-Hit „It’s a beautiful day“ ab. Neben der Freude über die bestandenen Prüfungen, gab es auch emotionale Momente: Patrick Sandhäger präsentierte Eltern und Freunden das Video zur Mottowoche. Während vor allem die Ausschnitte zum „Geschlechtertausch-Tag“ den Anwesenden große Freude bereiteten, blieben bei der Abschlussszene, in der alle Absolventen sich winkend verabschiedeten, nur wenige Augen trocken.