Donnersbergkreis Schneemänner haben von der Hitze die Nase voll

Die „Firma Rast und Ruh“ hat sich – natürlich augenzwinkernd – beim Imsbacher Kerweumzug dem Thema „Weiße Grube“ angenommen.
Die »Firma Rast und Ruh« hat sich – natürlich augenzwinkernd – beim Imsbacher Kerweumzug dem Thema »Weiße Grube« angenommen.

Der goldene Oktober hat es gut mit den Imsbachern gemeint, die bei herrlichen äußeren Bedingungen ausgelassen ihre Kerwe gefeiert haben. Zum Gelingen beigetragen haben auch der ansehnliche Umzug mit 15 „Nummern“ sowie eine witzige Kerwerede, in der Kerwemutter Karina Holstein gekonnt von den Schandtaten ihrer Mitbürger berichtete. Sehr gut meisterte auch Tristan Schaible seine Premiere als Mundschenk.

Einziger Kritikpunkt: Allzu viele „Stickelscher“ hatte die Straußjugend nicht im Gepäck. So wurde gemunkelt, dass die Imsbacher im vergangenen Jahr besonders gut aufgepasst haben, damit sie sich nicht blamieren. Eine Anekdote durfte jedoch nicht fehlen: der missglückte Fassbieranstich des Bürgermeisters an der 1125-Jahrfeier – dabei war der Gerstensaft statt in Gläser auf der gesamten Bühne verteilt worden ... Für Erheiterung sorgte auch die Geschichte der Zeitgenossin, die vor längeren Autofahrten gerne den Tank bis an den Rand gefüllt haben will. Also machte sie vor einem Ausflug nach Kaiserslautern an der Tankstelle in Winnweiler Halt. Allerdings verweigerte der Zapfhahn seinen Dienst, auch der Besitzer der Tankstelle wusste keinen Rat. Also versuchte es die Frau bei einer anderen Tankstelle in Kaiserslautern – mit gleichem negativen Ergebnis. Am Abend klagte sie ihr Leid dem Ehegatten. Als dieser sich die Tankanzeige betrachtete, hatte er des Rätsels Lösung schnell gefunden: „Schlaht doch die Tanknodel an de obberschde Knopp!“ Zuvor hatte sich ein ansehnlicher Lindwurm durch den Ort geschlängelt. Angeführt wurde er mit viel Rauch und lauter Musik von den Straußborsch, einer von ihnen zog einen Handkarren mit dem frisch ausgegrabenen Kerwesarg. Es folgten der Kerwestrauß und direkt dahinter der opulente Motivwagen der Straußjugend. „Kamele treibe is net unser Art, mir hallen lieber die Shisha parat“ lautete der eine Slogan, „De Stoff un Schnaps aus’m Orient is ach mo hier, deshalb smoken mer Shisha un saufen e Bier“ der andere. Als Fußgruppe waren einige Eltern mit ihren Kindern – den künftigen Straußborsch und -mäd – dabei, derweil die PWV-Ortsgruppe Wein ausschenkte und sich auf Liegestühlen sonnte. „Die Insel Rügen ist uns gut bekommen. Wir hatten die Sonne von Mallorca mitgenommen“, berichteten sie über ihren Ausflug. Der Fanfarenzug sorgte für den guten Ton, während der örtliche Kindergarten in diesem Jahr Jubiläum feierte und deshalb stolz verkündete: „Ach was sinn mer all so froh, de Kinnergarde is seid 25 Johr do.“ Unter Leitung von Ute Korn und Jasmin Ehrhardt präsentierte sich die Jugend- und Bambini-Feuerwehr, die Kfz-Prüfstelle Gaede war mit einem schwarzen Pritschenwagen dabei und verteilte Wein. Der Stammtisch der „Crazy Girls“ grüßte mit einem mit einem bunt geschmückten Wagen und teilte mit: „Crazy alleine reicht nicht, man muss auch Bier trinken können.“ Neuen Wein schenkte der Männergesangverein aus und steuerte ihren Wagen mit „voller Kraft voraus“. Der Verkehrsverein händigte den Besuchern von ihrem „Imsbach Express“ leckere Brezeln aus, derweil sich einige Männer und Frauen dem großen Thema „Weiße Grube“ und deren momentaner Sperrung angenommen hatten. Demzufolge haben sie die Firma „Rast und Ruh“ gegründet und teilten mit: „Bis die Grub wirre laaft dauert’s noch. Drum macht’s Bauteam Paus und sauft wie e Loch!“ Von einem Baugerüst dröhnte Musik, zudem wurden Bonbons verteilt. Originell war auch die Kostümierung der Turnerfrauen vom Sportverein, die als Schneemänner verkleidet Likör verteilten. Sie hatten „vun de Hitz die Nas voll, denn aach de Winter is ganz toll“. Der Verein Tumor- und Leukämiekranker Kinder warb für sein Musical – einem „Best off“ zum zehnjährigen Bestehen im November. Dank dem Engagement von Peggy Steuerwald ist der Name „Hoch zu Ross“ mittlerweile vielen Menschen ein Begriff.

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