Laufstrecken im Donnersbergkreis
Rund um Winnweiler: Vom Hexenhäuschen zur Wegespinne
Ohne zu übertreiben herrscht an jenem Sonntagvormittag vor gut einer Woche perfektes Läuferwetter: angenehme 13 Grad, kein Wind, trocken, hin und wieder lässt sich die Sonne zwischen den Wolken blicken. Hartmut Ost befindet sich nach einer Meniskus-Operation im Aufbautraining – für mich und ihn wird es also eine eher lockere Einheit. Gar nicht so schlimm, da bleibt mehr Aufmerksamkeit für die tollen Aussichten.
Schon am Startpunkt unterhalb der Kreuzkapelle beeindruckt der Blick ins „Tal“. Die B 48 wird aus dieser Perspektive östlich vom Hochsteiner Kreuz und westlich von der Kupferschmelz, dem Frühindustriepark Gienanth, flankiert. Kurzer Ausflug in die Geschichte zur Kreuzkapelle: Die kleine Wallfahrtskirche ließ Baron von Langen 1728 auf dem Kreuzberg über Winnweiler errichten. 1764 wurde sie wesentlich vergrößert und die heute noch bewohnte Eremitage erhöht. 1840 folgte der Turm.
Etwa 40 Kilometer pro Woche als Trainingspensum
Wir joggen in nördliche Richtung in den Forst, am Hexenhäuschen vorbei zur großen Wegespinne, Zentrum des Waldgebiets, das mehrere Varianten zur Fortführung einer Route ermöglicht. Hartmut Ost, dessen Nachname tatsächlich seine Herkunft verrät, hat seine Strecke fest im Kopf. „Hier geht es lang“, sagt der 68-Jährige, der seit 1960 in Winnweiler, später im Ortsteil Hochstein wohnt. So nehmen wir die zweite Abbiegung nach Südwest, an der Aussichtsbank mit Blick über Hochstein und oberhalb des Kreuzes vorbei zurück zur Gabelung. Der Rundweg misst exakt 3,5 Kilometer.
Auf trockenem, aber nicht zu hartem Waldboden laufen wir den Berg hinunter zur Unterführung vor der Kupferschmelz. Hier verläuft der Feldweg parallel zur B48 bis zur Eisenschmelz. In östliche Richtung führt die Strecke mit toller Aussicht auf den Wambacher- und Langheckerhof zurück zur Weggabelung, von dort aus südostwärts zurück zum Startpunkt unter der Kreuzkapelle.
Gründungsmitglied des LC Donnersberg
Hartmut Ost fühlt sich sehr gut. Schmerzen im Knie hat er keine mehr. „Das hat richtig Spaß gemacht“, betont der Rentner, der früher als Kaufmännischer Angestellter in Lohn und Brot stand. 8,6 Kilometer und rund 170 Höhenmeter auf ausschließlich Wald- und Feldwegboden liegen hinter uns.
Die Zeit von knapp 50 Minuten wird Ost in den nächsten Wochen sicherlich steigern. Sein aktuelles Trainingspensum liegt bei etwa 40 Kilometer pro Woche.
Am liebsten nimmt er sich Zehn-Kilometer-Strecken vor, „bei denen man ordentlich Tempo machen kann“, seit einigen Jahren aber auch Bergläufe – sehr erfolgreich sogar (siehe „Zur Sache“). Am Donnersbergkreis schätzt Ost die „abwechslungsreichen Waldgebiete, die nicht überlaufen sind. Ein kleines Defizit: Anfänger haben es unter Umständen schwer, eine flache Strecke zu finden.“
Als Gründungsmitglied des Leichtathletik Club Donnersberg (1987) wird er im Verein nicht nur als erfolgreicher Läufer, sondern auch als ehrenamtlicher Helfer sehr geschätzt. Und Hartmut Ost hat noch andere Hobbys: Radtouren, er ist Chorsänger in Börrstadt („Good News“), Boulespieler in Hochstein, dazu Kunst- und Kulturgenießer zusammen mit seiner Frau (Konzerte, Museen, Theater).
Zur Person: Hartmut Ost
Zur Sache: Die Strecke
Streckenlänge: 8,6 Kilometer, etwa 170 Höhenmeter
Wegbeschreibung: Vom Start in nördliche Richtung in den Wald am Hexenhäuschen vorbei zur großen Wegespinne, zweite Abbiegung nach Südwest an der Aussichtsbank und oberhalb Hochsteiner Kreuz vorbei zurück zur großen Weggabelung. Dort komplett nach Süden zur Unterführung Kupferschmelz; auf dem Feldweg parallel zur B48 bis zur Eisenschmelz, ostwärts zurück zur Weggabelung, südostwärts zurück zum Ausgangspunkt
Geeignet für: Anfänger/Fortgeschrittene
Boden: Wald-/Feldwege.