Laufstrecken im Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Rund um Winnweiler: Vom Hexenhäuschen zur Wegespinne

Hartmut Ost, in seiner Altersklasse M65 fester Bestandteil der pfälzischen Spitzengruppe, gibt die Richtung vor; Fabian Schmitt
Hartmut Ost, in seiner Altersklasse M65 fester Bestandteil der pfälzischen Spitzengruppe, gibt die Richtung vor; Fabian Schmitt folgt. Und in dieser schönen Gegend macht das Laufen besonders viel Spaß.

Das Waldgebiet östlich der Bundesstraße 48 zwischen Eisenschmelz, Langheckerhof und der Winnweilerer Kreuzkapelle bietet optimalen Untergrund und tolle Aussichten. Nicht nur Hartmut Ost gefällt diese Gegend.

Ohne zu übertreiben herrscht an jenem Sonntagvormittag vor gut einer Woche perfektes Läuferwetter: angenehme 13 Grad, kein Wind, trocken, hin und wieder lässt sich die Sonne zwischen den Wolken blicken. Hartmut Ost befindet sich nach einer Meniskus-Operation im Aufbautraining – für mich und ihn wird es also eine eher lockere Einheit. Gar nicht so schlimm, da bleibt mehr Aufmerksamkeit für die tollen Aussichten.

Schon am Startpunkt unterhalb der Kreuzkapelle beeindruckt der Blick ins „Tal“. Die B 48 wird aus dieser Perspektive östlich vom Hochsteiner Kreuz und westlich von der Kupferschmelz, dem Frühindustriepark Gienanth, flankiert. Kurzer Ausflug in die Geschichte zur Kreuzkapelle: Die kleine Wallfahrtskirche ließ Baron von Langen 1728 auf dem Kreuzberg über Winnweiler errichten. 1764 wurde sie wesentlich vergrößert und die heute noch bewohnte Eremitage erhöht. 1840 folgte der Turm.

Etwa 40 Kilometer pro Woche als Trainingspensum

Wir joggen in nördliche Richtung in den Forst, am Hexenhäuschen vorbei zur großen Wegespinne, Zentrum des Waldgebiets, das mehrere Varianten zur Fortführung einer Route ermöglicht. Hartmut Ost, dessen Nachname tatsächlich seine Herkunft verrät, hat seine Strecke fest im Kopf. „Hier geht es lang“, sagt der 68-Jährige, der seit 1960 in Winnweiler, später im Ortsteil Hochstein wohnt. So nehmen wir die zweite Abbiegung nach Südwest, an der Aussichtsbank mit Blick über Hochstein und oberhalb des Kreuzes vorbei zurück zur Gabelung. Der Rundweg misst exakt 3,5 Kilometer.

Auf trockenem, aber nicht zu hartem Waldboden laufen wir den Berg hinunter zur Unterführung vor der Kupferschmelz. Hier verläuft der Feldweg parallel zur B48 bis zur Eisenschmelz. In östliche Richtung führt die Strecke mit toller Aussicht auf den Wambacher- und Langheckerhof zurück zur Weggabelung, von dort aus südostwärts zurück zum Startpunkt unter der Kreuzkapelle.

Gründungsmitglied des LC Donnersberg

Hartmut Ost fühlt sich sehr gut. Schmerzen im Knie hat er keine mehr. „Das hat richtig Spaß gemacht“, betont der Rentner, der früher als Kaufmännischer Angestellter in Lohn und Brot stand. 8,6 Kilometer und rund 170 Höhenmeter auf ausschließlich Wald- und Feldwegboden liegen hinter uns.

Die Zeit von knapp 50 Minuten wird Ost in den nächsten Wochen sicherlich steigern. Sein aktuelles Trainingspensum liegt bei etwa 40 Kilometer pro Woche.

Am liebsten nimmt er sich Zehn-Kilometer-Strecken vor, „bei denen man ordentlich Tempo machen kann“, seit einigen Jahren aber auch Bergläufe – sehr erfolgreich sogar (siehe „Zur Sache“). Am Donnersbergkreis schätzt Ost die „abwechslungsreichen Waldgebiete, die nicht überlaufen sind. Ein kleines Defizit: Anfänger haben es unter Umständen schwer, eine flache Strecke zu finden.“

Als Gründungsmitglied des Leichtathletik Club Donnersberg (1987) wird er im Verein nicht nur als erfolgreicher Läufer, sondern auch als ehrenamtlicher Helfer sehr geschätzt. Und Hartmut Ost hat noch andere Hobbys: Radtouren, er ist Chorsänger in Börrstadt („Good News“), Boulespieler in Hochstein, dazu Kunst- und Kulturgenießer zusammen mit seiner Frau (Konzerte, Museen, Theater).

Zur Person: Hartmut Ost

Geboren im Dezember 1952 in Pelsin, Kreis Anklam (Mecklenburg), kam Hartmut Ost im Alter von sieben Jahren nach Winnweiler. Vor fast 50 Jahren hat er das Laufen für sich entdeckt („ein Nachbar hat mich dazu animiert“), seither mal mehr und mal weniger trainiert, blieb aber immer dabei, nicht nur durch seine Mitgliedschaft beim LC Donnersberg. Der ehemalige Kaufmännische Angestellte kann auf eine erfolgreiche Laufkarriere zurückblicken, die noch nicht zu Ende ist: „Mein Ziel ist es, gesund zu bleiben und mit 80 Jahren immer noch durch den Wald zu joggen.“ Gute Zeiten und Platzierungen (Bestmarke: Zehn Kilometer in 34:26 Minuten) und die Teilnahme an sechs Marathons haben ihn durch die Zeit seines Berufsleben begleitet. „Mit Beginn der Rentenzeit kam nochmal ein richtiger Motivationsschub“, sagt Ost, seine Spitzenplätze untermauern das. In seiner Altersklasse M65 gewann er 2017 und 2019 den Pfälzer Berglaufpokal. 2018 und 2019 lief er zum Pfälzer Berglaufmeister. Den Titel des Pfalzcrossmeisters sicherte er sich ebenfalls zweimal hintereinander, nämlich 2019 und 2020, und bei den Rheinland-Pfalz-Crossmeisterschaften 2020 kam er auf Rang zwei. In der vergangenen Saison lief Ost zehn Kilometer auf der Straße in 42:30 Minuten. Im nächsten Jahr klettert er in die Altersklasse M70, weitere Titel sind dort nicht ausgeschlossen. Im Gegenteil. Vorausgesetzt, es finden wieder Wettkämpfe statt. „Es fehlen die Ziele und vor allem die sozialen Kontakte.“ Im Moment bleibt mehr Zeit für die Familie. Im Oktober wurden Ost und seine Frau das erste Mal Großeltern ...

Zur Sache: Die Strecke

Start und Ziel: unterhalb der Kreuzkapelle bei Winnweiler

Streckenlänge: 8,6 Kilometer, etwa 170 Höhenmeter

Wegbeschreibung: Vom Start in nördliche Richtung in den Wald am Hexenhäuschen vorbei zur großen Wegespinne, zweite Abbiegung nach Südwest an der Aussichtsbank und oberhalb Hochsteiner Kreuz vorbei zurück zur großen Weggabelung. Dort komplett nach Süden zur Unterführung Kupferschmelz; auf dem Feldweg parallel zur B48 bis zur Eisenschmelz, ostwärts zurück zur Weggabelung, südostwärts zurück zum Ausgangspunkt

Geeignet für: Anfänger/Fortgeschrittene

Boden: Wald-/Feldwege.

kibohochsteinlaufstrecke
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