Donnersbergkreis Romantische Dorfansichten auf Leinen

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Eine besondere Bereicherung für das Museum Winnweiler/Jüdisches Museum der Nordpfalz ist die Gemäldeausstellung des Kunstmalers Ludwig Götz. Gezeigt wird ein Querschnitt des nordpfälzischen Heimatmalers aus Wartenberg-Rohrbach, der von 1892 bis 1963 lebte. Die Ausstellung, die am Wochenende eröffnet wurde, zeigt 70 Werke von Götz, die sich allesamt in Privatbesitz befinden und für die Sonderausstellung zur Verfügung gestellt wurden.

Wer künftig einen Teil der Werke des Malers sehen will, kann dies auch nach Ende der Sonderausstellung tun. Denn im Obergeschoss des Museumsgebäude befindet sich eine Dauerausstellung mit 21 Gemälden von Götz. „Wir betrachten diese Ausstellung schon als Vorgriff auf das Jubiläum, das 2017 stattfindet“, betonte Werner Rasche vom Museumsverband Winnweiler in seiner Begrüßung. Denn am 17. April würde der Künstler 125 Jahre alt werden. Eigens für diesen Anlass hat das Museum, und hier federführend Werner Rasche, eine zwölfseitige Broschüre mit den biografischen Daten des Künstlers, aber auch mit Hinweisen zu seinem künstlerischen Schaffen erstellt. Bereits bei der Ausstellungseröffnung war das Interesse der Bevölkerung groß. Unter den Gästen konnte Werner Rasche auch die beiden Enkel des Künstlers begrüßen, Waltraud und Thomas Schwendler. Beide zeigten sich erfreut über die Ehre, die ihrem Großvater mit dieser Ausstellung zuteil wird. Mit dieser Sonderausstellung werde er vielen Menschen wieder ins Gedächtnis gerufen und so leben seine Werke weiter. Sein ältestes Werk in der Winnweilerer Ausstellung stammt aus dem Jahr 1908. Es dürfte seine Abschlussarbeit zum Dekorationsmaler sein, so Rasche. Es zeigt verschiedene regionale Früchte vor einer Weinkanne. Vor allem arbeitende Pferde sind bei Götz ein beliebtes Motiv. Mehrere Bilder zeigen Pferde im Gespann, die meist Baumstämme auf ihren eisenbereiften Wagen transportieren. Gerade die Landwirtschaft zieht sich wie ein roter Faden durch die Werke. Viele damalige Abläufe sind heute nur noch der Überlieferung zu entnehmen. Beispielsweise die Bauern bei der Kartoffelernte, der Hausschlachtung eines Schweins oder das Kochen von „Lattwerch“ im großen Kessel. Oder die Getreideernte mit Sense. Er kannte aber auch die anderen Seiten und so ist in den vielen Werken eine Menschengruppe während ihrer Feldpause zu sehen. Gemalt hat er weiter den Garnisonsort Bitsch, wo er im Ersten Weltkrieg Dienst tat und die Zeit fand, einen Straßenzug im Bild festzuhalten. Obwohl er viele Jahre seines Lebens in Wartenberg-Rohrbach verbrachte, suchte er auch Motive für seine Werke in der Umgebung. Falkenstein mit seiner Burgruine war ein beliebtes Ziel, was seinen Malereien zu entnehmen ist. Bei seinen Dorfansichten legte er darauf Wert, dass die örtliche Kirche stets ein Bestandteil ist. Die Burgruine der Kolben von Wartenberg, über die es keine Aufzeichnungen gibt, hat er über den Dächern von Wartenberg so gemalt, wie er sie sich vorgestellt hat. Einmal ließ er seinen Fantasien freien Lauf und malte ein komplettes Bauwerk auf den Schlossberg. „Und so könnte es mal ausgesehen haben“, sagte Rasche beim Rundgang. Die Fähigkeiten von Götz enden nicht bei Mischpalette und Pinsel, wie diese Ausstellung beweist. Immer wieder ein Blickfang ist die Weihnachtskrippe, von ihm handgemacht für seine Nachkommen. Hauptsächlich hat er dafür dünnes Holz verwendet, aber auch Pappmaché für die Figuren. Daneben in einer Vitrine sind weitere Handarbeiten zu bewundern, meist Geschenke für die Kinder und Verwandten. Vielfältig war der Künstler und seine Werke fanden viel Beachtung. Dies wird deutlich beim Blick in ein im Jahr 1928 in Breslau erschienenen Lesebuch. Darin befinden sich von ihm kindgerecht gestaltete Illusionen. Zur Sache Info Gemäldeausstellung des Kunstmalers Ludwig Götz im Museum Winnweiler/Jüdisches Museum. Öffnungstermine: Samstag, 22. Oktober, von 15 Uhr bis 18 Uhr., Sonntag, 23. Oktober, von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr. |llw

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