Eisenberg
Rohstoff für Brennerei kommt von den eigenen Bäumen
Was schon seit 2017 hundertprozentig funktioniert, sind die hochprozentigen flüssigen Ergebnisse aus der Brennerei von Dominik Eisel. In sie hat er nach eigenen Angaben etwa 60.000 Euro investiert. Und die Brände lassen sich nicht nur riechen und schmecken, sie sind auch mit höchsten Auszeichnungen der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz versehen worden. Die verliehene Plakette an der Hauswand dokumentiert, dass hier das „Haus der prämierten Edelbrände 2021“ steht. Eisels Kirschbrand-Silberedition ist nach Meinung der Sachverständigen der beste Edelbrand im ganzen Land. Deshalb gab es auch die Goldene Kammerpreismünze dafür.
Zwei Gärtner kümmern sich um die Obstbäume
Dass dieser Erfolg eintreten würde, damit hat Dominik Eisel nicht unbedingt gerechnet. Recht bescheiden fing die Geschichte seiner Destillerie vor vier Jahren an. Das Obst für die Maische, die der Chef persönlich überwacht, kommt vom ehemaligen Obsthof Baab in Dannenfels. Zuerst ging es nur um Kirschbäume auf einer überschaubaren Fläche, doch mittlerweile hat Eisel das Gelände gekauft, das 4,3 Hektar umfasst. Darauf stehen unter anderem rund 3000 Kirsch-, Apfel-, Mirabellen- und Birnenbäume. Um deren Hege und Pflege kümmern sich ganzjährig zwei festangestellte Gärtner.
Bis zu drei Wochen dauert
der schonende GärvorgangStolz ist Eisel darauf, dass alles Obst für die Brennerei aus eigenem Anbau kommt. Für das Einbringen der Ernte sorgen sechs saisonale Hilfskräfte. Und was für ihn noch sehr wichtig ist: „Faules und nicht einwandfreies Obst wird aussortiert und nicht vermaischt“. Denn: „Was wir nicht essen, wollen wir auch nicht trinken.“
Zwei bis drei Wochen dauert es, bis mit einem schonenden Gärverfahren die Maische als Grundlage für den eigentlichen Brennvorgang fertig ist. Betritt man die kleine Brennerei im früheren Stall, stechen einem die modernen Edelstahltanks in verschiedenen Größen und der Brennkessel aus Kupfer ins Auge. Außerdem steigt einem der harmonische Duft der Edelbrände in die Nase.
Die Kenntnisse in der Brennerei hat sich der Elektrotechnikermeister mit eigenem Planungsbüro als Quereinsteiger in der Lehrbrennerei des DLR in Neustadt angeeignet und bildet sich darüber hinaus ständig fort. Praktische Unterstützung kommt er von seiner Lebensgefährtin Lara-Sophie Schäfer, die für den geordneten Ablauf im Brennkessel sorgt, sodass am Ende qualitativ hochwertige Brände heraus laufen. Sie alle werden nach dem Brennvorgang in ihrer reinsten Form im speziell ausgebauten Gewölbekeller eingelagert, wo der Feinbrand ausreichend lange Zeit ruht, wie Schäfer erklärt.
Mittlerweile werden 1000 Flaschen abgefüllt
Ziel ist die Entwicklung des vollen Aromas. Vor der Abfüllung werden die Brände meist auf 40 Prozent Alkohol verdünnt und dann filtriert. Destillate mit über 45 Prozent Alkoholgehalt bleiben naturbelassen. „Abgefüllt wird über eine manuelle Abfüllstation, bevor die Brände mit blauem Siegelwachs als Kennzeichen der Eistal Destillerie verschlossen werden“, erzählt Lara-Sophie Schäfer.
„Die Ausbeute im ersten Jahr war mit 54 Flaschen á 20 Euro noch relativ bescheiden“, erinnert sich Eisel. Aktuell seien es immerhin schon rund 1000 Flaschen, die alle direkt durch Mundpropaganda und über das Internet vermarktet würden. Dadurch sehe es mit rund 20.000 Euro Jahresumsatz schon besser aus, wobei die relativ hohen Personalkosten noch zu Buche schlügen.
Dass sich in der Brennerei nichts Unerlaubtes abspielt, dafür sorgt der unregelmäßig kontrollierende Zoll, aber auch Besucher sind willkommen. „Wenn das Hoftor aufsteht, einfach reinkommen“, sagt Lara-Sophie Schäfer. Möglich sind Besichtigungen auch nach vorheriger Terminvereinbarung.
Info
www.eistal-destillerie.de, mail@eistal-destillerie.de, Telefon 0176 24619881.