Mainz Rockenhausener Jugendorchester und Dunnerschbejer Wildsaufetzer bei Landesfest

Ist für die Nachwuchsarbeit des Vereins im Allgemeinen, den Auftritt beim Landesfest im Speziellen von Ministerpräsidentin Dreye
Ist für die Nachwuchsarbeit des Vereins im Allgemeinen, den Auftritt beim Landesfest im Speziellen von Ministerpräsidentin Dreyer gelobt worden: das Jugendorchester der Gesangvereinskapelle Rockenhausen.

Der äußere Rahmen war unterschiedlich, in der Bewertung stimmten beide Gruppen aber überein: Für die Dunnerschbejer Wildsaufetzer und das Rockenhausener Jugendorchester war die Teilnahme am Rheinland-Pfalz-Tag ein besonderes Erlebnis. In einem Fall gilt das sogar schon für die Anreise.

Für das Jugendorchester der Gesangvereinskapelle Rockenhausen begann der Ausflug in die Landeshauptstadt am Freitag mit einer Schrecksekunde: Zum Auftritt beim Jugendtalk mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer – Auftakt zum 36. Rheinland-Pfalz-Tag – wollten die 27 Musikerinnen und Musiker mit der Bahn fahren. „Wir hatten sogar die Tickets schon gekauft“, berichtet Jugendleiter Jonas Opp im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Doch in der Nacht zuvor sei in Enkenbach-Alsenborn ein Blitz in ein Stellwerk eingeschlagen – über Stunden konnten auf der Strecke durchs Alsenztal keine Züge fahren.

„Zirka 30 Telefonate“ habe er daraufhin am Freitagmorgen geführt, so Opp – dann hatte er genügend Eltern organisiert, um die Jugendlichen per Auto nach Mainz zu chauffieren. Der Transport der Instrumente erfolgte ohnehin separat. Ein „riesiger Stein“ sei ihm vom Herzen gefallen, als alle Aktiven rechtzeitig in voller Montur und mit ihrem „Werkzeug“ auf der Landesbühne am Schillerplatz gesessen haben, gesteht der Jugendleiter, der den Fahrern für ihre kurzfristige Bereitschaft großen Dank aussprach.

Mehrere hundert Besucher bei Jugendorchester

Musikalisch begleitet hat das Ensemble unter der Leitung von Annika Geib eine von Mainz-05-Stadionsprecher Andreas Bockius moderierte Gesprächsrunde zum Thema „Corona und Schule“. Daran nahmen neben Dreyer und weiteren Vertretern aus dem Mainzer Kabinett geladene, in besonderem Maße engagierte Jugendliche teil. Mehrere hundert Besucher verfolgten die öffentliche Diskussion, die das Rockenhausener Orchester mit Stücken wie „Shut up and dance“, „Don’t stop believin’“ und „Crocodile Rock“ aufgelockert hat.

Gerade für die jüngeren Mitglieder sei das schon eine aufregende Erfahrung gewesen, betont Opp: „Backstage-Pässe samt Verpflegung, die vielen Zuhörer, die Licht- und Tontechnik, die Video-Leinwand, auf der das Ganze übertragen wurde – die meisten von uns kannten so etwas ja noch nicht.“ Zumal es für die Nachwuchsmusiker die größte Darbietung seit Ausbruch der Pandemie gewesen sei.

Lob von Ministerpräsidentin Dreyer

Insgesamt habe es die Gruppe hervorragend gemacht, „wir haben viel Lob und Applaus für unsere Vorträge bekommen“. Allen voran von der Landeschefin, die der Jugendarbeit des Vereins im Allgemeinen, dem Auftritt am Freitag im Speziellen in persönlichen Worten großes Lob zollte. Nicht zuletzt deshalb hätten die jungen Musiker mit einem Lächeln auf den Lippen die Bühne verlassen – und als sie am Samstag ihre Instrumente in Rockenhausen am Probenraum wieder abgeholt haben, so Opp, „da grinsten viele von ihnen immer noch“.

Allen Grund zum Strahlen hatten am Sonntag auch die Dunnerschbejer Wildsaufetzer: Die Guggenmusiker und -musikerinnen um ihren Leiter Kai Schäfer gehörten zu den 73 Gruppen, die sich am großen Festumzug beteiligten. Dieser war der Höhepunkt des dreitägigen Festes, das zirka 300.000 Gäste nach Mainz gelockt hat – ein beträchtlicher Teil von ihnen säumte die gut zwei Kilometer lange Route, die auch die 29 Musiker aus der Nordpfalz absolvierten. Bei sonnigem Wetter laut Schäfer „kein Problem, da sind wir schon bei deutlich längeren Umzügen mitgelaufen“.

Wildsaufetzer mit Stücken, auf die es sich gut laufen lässt

Sowohl organisatorisch – im Gegensatz zum Rockenhausener Orchester klappte die Zugfahrt ab Kirchheimbolanden einwandfrei – als auch musikalisch war Schäfer mit dem Verlauf des Tages rundum zufrieden: „Wir haben sechs sich wiederholende Stücke gespielt – eine Mischung aus unserem Repertoire und zugleich Lieder, auf die es sich gut laufen lässt.“ Die Stimmung entlang der „von Anfang bis Ende mit Zuschauern voll besetzten Strecke“ sei prima gewesen, so der Chef der Wildsaufetzer. Und zwischen den tausenden Menschen seien auch einige bekannte Gesichter vom Donnersberg zu erkennen gewesen.

Unterm Strich war die Teilnahme für die 2010 gegründete Guggemusik-Gruppe eine „sehr gute Erfahrung“, sagte Schäfer. Alle seien froh, dass nach zwei Jahren Corona solche Veranstaltungen überhaupt wieder möglich sind: „Das ist die Hauptsache.“ Über eines musste er allerdings schmunzeln: „Vereinzelt waren aus der Menge ,Helau’-Rufe zu hören“ – Ende Mai. Aber auch das hat die Dunnerschbejer Wildsaufetzer nicht gestört: „Wir haben sie halt erwidert.“

Haben bei ohnehin schon warmen Temperaturen den Zuschauern am Straßenrand kräftig eingeheizt: die Guggemusiker und -musikerinnen
Haben bei ohnehin schon warmen Temperaturen den Zuschauern am Straßenrand kräftig eingeheizt: die Guggemusiker und -musikerinnen der Dunnerschbejer Wildsaufetzer beim Festumzug am Sonntag.
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