Donnersbergkreis Rockenhausen: IG Metall kritisiert Pläne von Adient mit Auszubildenden

Der Sitzhersteller Adient hat Anfang der Woche verkündet, dass im Rockenhausener Werk auslaufende Zeitverträge nicht verlängert
Der Sitzhersteller Adient hat Anfang der Woche verkündet, dass im Rockenhausener Werk auslaufende Zeitverträge nicht verlängert werden. Außerdem sollen die aktuellen Azubis des dritten Lehrjahres nicht übernommen werden. Foto: J. Hoffmann

„Wer die demographische Entwicklung im Werk kennt und jetzt auch noch gut ausgebildete junge Menschen in die Arbeitslosigkeit schickt, stellt mittel- und langfristig den ganzen Standort in Frage.“ Das betont Bernd Löffler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Kaiserslautern, zu unserem Bericht „Auszubildende pfeifen auf Sparpläne“ vom Dienstag. Darin war es unter anderem um die Ankündigung der Firma Adient gegangen, in Rockenhausen auslaufende Zeitverträge aus finanziellen Gründen nicht verlängern zu wollen. Dies betrifft vor allem rund 30 junge Mitarbeiter, die im Vorjahr ihre Ausbildung abgeschlossen und vom Sitzhersteller vorerst auf ein Jahr befristet eingestellt worden waren. Ferner plant das Unternehmen, die 22 Auszubildenden des dritten Lehrjahres nach ihren in Kürze anstehenden Prüfungen nicht zu übernehmen. Löffler meint hierzu: „Wer die Zukunftsfähigkeit des Standorts sichern will, muss diese Entscheidung korrigieren.“ Wie der 2. Bevollmächtigte Alexander Ulrich reagiert er mit großem Unverständnis auf die Ankündigung des Autozulieferers, beide werten diese Entscheidung als schlechte Nachricht für das Nordpfälzer Werk.

„Nach alternativen Lösungen suchen“

Dieses, so betont Ulrich, begleite er seit 20 Jahren: „Auch unter Keiper gab es immer wieder kritische Momente. Die konnten aber immer zwischen Geschäftsführung, Betriebsrat und IG Metall zufriedenstellend gelöst werden.“ Ihn befremde, dass der neue Werkleiter Guido Herkenrath – er hat im Oktober den in Ruhestand gegangenen langjährigen „Plant Manager“ Martin Queck abgelöst – einseitig Fakten schaffen wolle. Die Gewerkschafter verweisen zudem auf eine tarifvertragliche Regelung, wonach Azubis nach erfolgreicher Ausbildung grundsätzlich zu übernehmen seien. Diesen „Bruch mit dem Tarifvertrag“ werde man nicht akzeptieren. Ulrich abschließend: „Bevor man junge Menschen heimschickt, sollte man mit Kurzarbeit, kollektiver Arbeitszeitabsenkung, Altersteilzeit und freiwilligem Ausscheiden alternative Lösungen suchen. Unsere Tarifverträge sind dafür ausreichend flexibel.“

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