Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel RHEINPFALZ-Sommertour zum Adlerbogen: „Wie geht es dem Wald bei der Hitze?“

Förster Martin Teuber erklärt den Teilnehmern, mit welchen Problemen die Bäume zu kämpfen haben.
Förster Martin Teuber erklärt den Teilnehmern, mit welchen Problemen die Bäume zu kämpfen haben.

Im Rahmen der Sommertouren wanderten die RHEINPFALZ-Leser mit Förster Martin Teuber zum Adlerbogen. Er erläutert, wie der Wald mit der Hitzewelle zurecht kommt.

„Waldspaziergang zum Adlerbogen“ – unter diesem Titel startet trotz hoher Temperaturen die letzte RHEINPFALZ-Lesertour für diesen Sommer. Dabei erfahren die Teilnehmer von Förster Martin Teuber besonders viel über die Veränderungen, mit denen der Wald momentan zu kämpfen hat.

Startpunkt ist der Ludwigsturm, von wo es für die Gruppe Richtung Adlerbogen geht, dem Höhepunkt der Tour. Nach wenigen Metern bekommt Teuber die ersten Fragen gestellt: „Wie geht es dem Wald eigentlich bei der Hitze?“ Der Förster zeigt sich zuversichtlich: „Im Juli hat es hier glücklicherweise viel geregnet, das war sehr wichtig für die Bäume.“ Trotzdem entdeckt die Gruppe auch Pflanzen, die bereits viele braune Blätter haben. „Das ist für August trotzdem viel zu früh“, stellt Teuber fest.

Bäume stehen vor vielen Problemen

Auf dem Weg bekommt die Gruppe weitere Probleme des Waldes zu sehen, wie das Eschentriebsterben. Der Förster erklärt, dass ein eingeschleppter Pilz aus Asien für die Krankheit verantwortlich ist: „Pflanzenkrankheiten und Klimaveränderungen sind der Grund dafür, dass wir immer versuchen, so viele verschiedene Baumarten wie möglich wachsen zu lassen. Dann fällt nicht plötzlich eine ganze Fläche mit Bäumen weg, wenn eine Art von einem Pilz befallen ist oder mit steigenden Temperaturen nicht klar kommt.“ Man versuche sich auf alle möglichen Veränderungen vorzubereiten: „Wir wissen nicht, was in 20 oder 30 Jahren passiert. Momentan versuchen wir Förster, den Wald möglichst so zu erhalten, wie wir ihn kennen. Wir können jedoch nicht verhindern, dass er sich verändert. In einigen Jahren wird er definitiv anders aussehen“, sagt Teuber.

Ein Baum, der weniger gut mit der Hitze klarkommt, ist die Buche, die zum Wachsen viel Schutz vor direkter Sonne benötigt. Ältere, große Buchen werfen Schatten auf die kleineren. Sobald die jüngeren Buchen einen Stammdurchmesser von ungefähr zwölf Zentimetern erreicht haben, setzen sie sich gegen die vielen kleineren Pflanzen durch, die neben ihnen wachsen. „Wärme und wenig Wasser machen der Buche sehr zu schaffen“, sagt Teuber.

Sonnige Stellen verändern Vegetation
Von der Hirtenfelshütte aus kann man Kirchheimbolanden, Marnheim und das Zellertal entdecken.
Von der Hirtenfelshütte aus kann man Kirchheimbolanden, Marnheim und das Zellertal entdecken.

Dann geht es für die Gruppe über den Aussichtspunkt an der Hirtenfelshütte weiter Richtung Adlerbogen. Der Weg dorthin ist teilweise sonniger, was sich direkt auf die Vegetation auswirkt, erklärt Teuber. Mehlbeeren sehen hier kräftig und grün aus, Eichen wiederum nicht. „Das liegt aber nicht unbedingt nur an der Hitze, sondern am Eichenprachtkäfer. Insekten können also auch für Baumsterben verantwortlich sein“, erklärt Teuber.

Diese Entwicklung sieht man auch am Adlerbogen, einem beliebten Aussichtspunkt am Donnersberg. Vor 15 Jahren war die Sicht auf den Bogen wegen der vielen Bäume noch schlechter. „Natürlich ist es schön, dass Besucher jetzt einen besseren Blick auf das Denkmal haben, aber es ist auch schade, dass dort keine höheren Bäume mehr wachsen“, findet Teuber.

Adlerbogen ist jetzt Friedensdenkmal
Hohe Temperaturen und wenig Wasser treiben das Baumsterben voran.
Hohe Temperaturen und wenig Wasser treiben das Baumsterben voran.

Am Denkmal angekommen, erzählt Wilfried Gabelmann den Teilnehmern die Geschichte des Bogens, der 1880 ursprünglich zu Ehren von Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke und Reichskanzler Otto von Bismarck erbaut wurde. Gabelmann war gemeinsam mit dem bereits verstorbenen Projektleiter Hermann Braun maßgeblich an der ehrenamtlichen Sanierung des Adlerbogens beteiligt, die 2015 zum Adlerbogenfest fertiggestellt wurde. Neben einem neuen Adler, der den Bogen nun mit einer Spannbreite von 1,80 Metern ziert, wurden dann auch die Figuren von Moltke und Bismarck neu gegossen und aufgestellt, was für viele Diskussionen gesorgt hatte. Kritisiert wurden die Arbeiten von vielen Seiten, weil die beiden Persönlichkeiten für Nationalismus und Kriegsstimmung stünden. Per Hubschrauber wurden die 300 Kilogramm schweren Männer damals zum Bogen transportiert. „Wir wollen damit keine Kriege verherrlichen. Es ist kein Kriegsdenkmal mehr, wir wollten ein Friedensdenkmal daraus machen“, sagt Gabelmann und ist trotzdem stolz auf den Erhalt des Wahrzeichens am Donnersberg.

Gudrun Gabelmann und Maliese Braun genießen den Aufenthalt am Adlerbogen.
Gudrun Gabelmann und Maliese Braun genießen den Aufenthalt am Adlerbogen.
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