Donnersbergkreis Rettung aus Schacht in drei Metern Tiefe
Trainieren für den Ernstfall, der hoffentlich nie eintreten wird: Das war Sinn und Zweck einer Notfallübung in der Gruppenkläranlage Winnweiler, an der vor allem die Mitarbeiter des VG-Kanalwerks beteiligt waren. Im Mittelpunkt stand die Rettung von Menschen aus Schächten und engen Räumen. Beim Abschlussgespräch zogen die Verantwortlichen eine positive Bilanz und lobten vor allem die harmonische Zusammenarbeit aller Teilnehmer.
Bei der Übung befand sich eine Person in etwa drei Metern Tiefe in einem Schacht. Aus dieser hilflosen Lage in dem runden Verlies konnte sie sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien. Zwar war die Person ansprechbar, es gab aber keine Informationen zur Art oder Schwere der Verletzungen. Die alarmierte Feuerwehr konnte mit ihrer Ausstattung helfen: Ein Retter stieg in den Schacht, selbst gesichert mit Gurt und Bergungsbändern. Langsam tastete er sich zur verunfallten Person vor, während an der Oberfläche bereits die Vorbereitungen für den nächsten Schritt liefen. Unter legte derweil der Feuerwehrmann der verletzten Person den Rettungsgurt an und meldete, dass diese ansprechbar sei. Die Besatzung des Drehleiter-Fahrzeugs sorgte in der Zwischenzeit mit schnellen und präzisen Handgriffen dafür, dass ein Flaschenzug am Korb der Leiter angebracht wurde. Anschließend haben die Helfer die Gurte, mit denen die verletzte Person gesichert war, mit dem Seilzug an der Drehleiter verbunden und somit die Bergung in Gang gesetzt. Behutsam wurde die Person im Schacht nach oben gezogen und dabei immer per Hand geschützt. „Alle Beteiligten haben sorgfältig gearbeitet, die Bergung ist reibungslos verlaufen und wurde professionell ausgeführt“, lobte unmittelbar nach Ende der Übung der Winnweilerer VG-Wehrleiter Christian Füllert. Die Übung, laut der stellvertretenden VG-Werkleiterin Manuela Spreng Teil der gesetzlich vorgeschriebenen regelmäßigen Unterweisungen, habe daneben aber auch zur Demonstration von Maßnahmen der Eigenrettung und -sicherung gedient. Dazu gehörte auch die Prüfung der persönlichen Ausrüstung wie Sicherheitsschuhe und Helme. Adressaten waren zwar in erster Linie die Mitarbeiter des Winnweilerer Kanalwerks, zugleich sollte aber die Zusammenarbeit zwischen den Beschäftigten und Rettungskräften gestärkt werden. Eine solche sei eine wichtige Grundlage für einen reibungslosen Ablauf im Ernstfall, betonte der Betriebsleiter der Kläranlage, Meinhardt Griebe. „Eine praktische Übung hat den Vorteil, dass Schwachstellen erkannt werden, um Verbesserungen herbeizuführen“, sagte der Winnweilerer Verbandsbürgermeister Rudolf Jacob in der Schlussbesprechung. Generell habe die Arbeitssicherheit für ihn einen hohen Stellenwert, so Jacob. Am Ende stand das erfreuliche Ergebnis: Trotz einer kritischen Bewertung hat es keine Beanstandungen gegeben. Dennoch zeigten sich die Mitarbeiter froh, die Kenntnisse wieder einmal aufgefrischt zu haben. In der Hoffnung, sie nie zu brauchen.